Lokaltermin „Badias“

Kunst, Kohl und Koriander

Von Jacqueline Vogt
01.03.2022
, 12:54
Für den nahenden Frühling auch ein schöner Ort für draußen: Terrasse am Badias Schirn Cafe mit Betreiberin  Badia Quahi.
Karottenkuchen, Kohl und Koriander: Das „Badias“ unter der Leitung Badia Ouahis in der Kunsthalle Schirn ist ein Wohlfühlort mitten in Frankfurt. Das Essen ist überwiegend israelisch-arabisch geprägt.
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Ein Lokal in einem Museum: Wenn nicht gerade pandemiebedingt die Besucherzahlen limitiert sind, müsste das, in einem erfolgreichen Haus zumal, so etwas wie eine sichere Bank sein. Das könnte man annehmen. Es ist aber nicht immer so. Manchmal passen Konzept und Bedürfnisse der Gäste nicht zusammen, manchmal nicht die Öffnungszeiten des Gastronomen und die Wünsche der Vermieter, manchmal hakt es an den Räumlichkeiten, oder es stimmt, wie so oft im Leben, die Chemie zwischen beteiligten Personen nicht.

Im Schirn Café in Frankfurt, dem Lokal, das zur Schirn Kunsthalle gehört, ist schon viel passiert, was zu gastronomischem Erfolg beitragen kann, und vieles, was ihn verhindern kann. Wie in einer Endlosschleife reihten sich an diesem Ort die Geschichten von Erfolg, Misserfolg und Streit, ausgetragen mit verschiedenen Pächtern, der erste war der Caterer Klaus Peter Kofler.

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Seit 2015 betreibt Badia Ouahi das Schirn Café, das davor längere Zeit leer gestanden hatte. Seitdem hat es die Frau, die mit Kochabenden in einem improvisierten Restaurant im Bahnhofsviertel und mit einem in der Kunstwelt beliebten Cateringunternehmen ins Gastgewerbe eingestiegen ist, zu einem beliebten Treffpunkt gemacht. Für das Etablissement, hat sie einmal erzählt, habe sie sich nicht beworben, sondern sie sei gefragt worden, ob sie es führen wolle. Wer immer das getan hat, er hatte eine gute Idee.

Ein Wohlfühlort mitten in Frankfurt

Das „Badias im Schirn Café“, wie das Etablissement mittlerweile heißt, ist ein rundum freundlicher Ort, einem modernen Museum angemessen, mit einer moderat-stylishen Gestaltung; nicht bieder, aber auch nicht so designt, dass sich dort nicht jeder wohlfühlen könnte.

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Das Essen ist überwiegend israelisch-arabisch, mit vielen gut gewürzten Saucen und Dips (top: die Tomatensalsa, das Baba Ghanoush), wenig Fleisch und Fisch sowie Gemüsegerichten wie einem gebackenen Blumenkohl mit Koriander und Sesamcreme (Gerichte bis etwa 24 Euro). Probierenswert sind auch die mit Weißkäse gefüllten Brikteigröllchen mit Minze und Datteln (Moroccan Cigars) und nachmittags das Gebäck (guter Karottenkuchen). Sehr freundlicher Service, Weinkarte mit ordentlichen Weißen zu freundlichen Preisen. Fazit: zum Wohlfühlen mitten in der Stadt.

Badias in der Schirn Kunsthalle, Römerberg 6 a in Frankfurt. Telefon: 0 69 / 29 72 36 99. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 10 Uhr an. Montag Ruhetag.

Quelle: F.A.S
Autorenporträt / Vogt, Jacqueline (jv.)
Jacqueline Vogt
Ressortleiterin der Rhein-Main-Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
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