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Yossi Elad kocht in Frankfurt

„How is the Cauliflower?“

Von Maria Wiesner
 - 22:13

Tel Aviv ist der Hotspot der Neuen Israelischen Küche. Um die zu genießen muss man nun nicht mehr bis nach Israel fliegen, ein Gang ins Frankfurter Bahnhofsviertel genügt. Dort steht im „Bar Shuka“ der israelische Spitzenkoch Yossi Elad am Herd und tut, was er am besten kann: den Kochstil seiner Heimat mit neuen Einflüssen kombinieren. Die Neue Israelische Küche entstand aus der Rückbesinnung der Einwanderer auf ihre kulinarischen Wurzeln und die Kombination mit der in der neuen israelischen Heimat verbreiteten arabischen Küche. In einem Land, dessen Alltag von Grenzen bestimmt ist, geht das Essen einfach über sie hinweg. Elad betreibt bereits seit Jahren erfolgreich in Jerusalem das „Machneyuda“ und in London das „Palomar“. In Frankfurt hatte er während der Jüdischen Kulturtage im vergangenen Herbst zusammen mit den Frankfurter Gastronomen-Brüderpaar James und David Ardinast („Maxie Eisen“, „Stanley Diamond“) ein Pop-Up-Restaurant im Bahnhofsviertel veranstaltet. „Das Pop-Up lief so gut und die Zusammenarbeit mit Yossi hat so gut geklappt, da lag es auf der Hand, dass wir ihn fragen, ob wir dieses Projekt zusammen starten wollen“, sagt James Ardinast.

Einen Ort dafür haben sie in der Niddastraße gefunden, direkt neben dem 25Hours-Hotel, in den Räumen des ehemaligen „Chez Ima“. Für die Innenarchitektur haben sich die Designer Thommy Tritsch von „Morgen Interiors“ und Michael Dreher, der schon das 25Hours einrichtete, zusammengetan und dem in In-Bars so üblichen Industrial-Chic etwas Orient eingehaucht. Eine Theke aus Lochziegeln mit Holztresen zieht sich über mehrere Meter an der offenen Küche entlang. Linkerhand davon öffnet sich der Gastraum mit eleganten hellen Holztischen, über denen riesige tunesische Körbe hängen, die zu Lampenschirmen umfunktioniert warmes Licht werfen. Die Wände sind roh verputzt, die roten Ziegel scheinen fleckig durch und täuschen Muster vor. Rechts und links des Raumes sind zwei Leuchtschriftzüge angebracht, einer zeigt auf Arabisch, der andere auf Hebräisch das Wort „Freund“. Während des Silent Openings Ende September waren die rund 80 Plätze innen bereits voll. Wenn das Restaurant Mitte Oktober offiziell eröffnet wird, soll im hinteren Bereich eine Bar mit anschließendem rotsamtigen Speakeasy-Raum Sake ausschenken.

Im Restaurant hält man sich hingegen ans israelische Nationalgetränk und mixt Drinks auf Arrak-Basis, einem Anisschnaps, der sich erstaunlich gut für Cocktail-Varianten wie den „Shuka Shuka“ eignet, bei dem Granatapfelsaft, Minze, Limone und Agavensirup mit dem Anis harmonieren. Die Weine auf der Karte kommen aus Israel, dem Libanon und sogar Syrien. Damit dafür eine Grundlage geschaffen wird, backt und schmort Yossi Elad mit seinem Team Israelisches mit Frankfurter Einflüssen. Elad hat beispielsweise eine eigene Variante der Frankfurt-typischen Grünen Soße auf die Karte gesetzt – die Basis der sieben Kräuter ist geblieben, nur mischt Elad Koriander und Basilikum darunter. Das Ganze wird mit frischen Pitabrot gedippt. Die Namen der anderen Gerichte erzählen kleine Geschichten, die Yossi Elad, wenn er seine Kreation selbst am Tisch serviert, gern kurz erklärt: So heißt der gegrillte Blumenkohl mit Tomatensalsa und Mandeln etwa „How is the Cauliflower?“, da jeder Kellner in Israel diese Frage stellt, wenn man das Blumenkohlgericht dort isst.

Das Fleisch, der Fisch und das Gemüse stammen allesamt von regionalen Zulieferern, die Gewürze bringt Elad direkt aus Israel mit oder findet sie beim Spaziergang durch Frankfurt, wo er bis zum Beginn des nächsten Jahres Quartier bezogen hat. „Ich habe hier im Bahnhofsviertel schon einige marokkanische Läden entdeckt, die die Gewürze haben, die wir brauchen, nur die Mischung ist noch eine andere.“ Aber davon lebt seine Küche ja, altes mit neuem zu schmackhaften kombinieren. Grenzen sind ihm dabei egal.

Bar Shuka

Das Restaurant liegt in der Niddastraße 58 im Frankfurter Bahnhofsviertel.

Öffnungszeiten (Frühstück, Mittag, Abend):

Montag bis Freitag 6.30 - 10.30 Uhr / 12.00 - 15.00 Uhr / 18.00 - 23.00 Uhr

Samstag 7.00 - 12.00 Uhr /12.00 - 15.00 Uhr / 18.00 - 23.00 Uhr

Sonntag 7.00 - 12.00 Uhr / 18.00 - 23.00 Uhr

Quelle: FAZ.NET
Maria Wiesner
Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.
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