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Naschen in der Weihnachtszeit

Schokolade geht doch nicht immer

Von Johanna Dürrholz
 - 17:19
Weihnachtliche Schokoladen auf alljährlich grauem Linoleum.

Wir holen Weihnachten zurück auf den Teppich, nein, auf den Boden, von dem sich niemand sicher ist, ob es nun Linoleum ist oder nicht. Egal, mehr realness macht sich auch zu Weihnachten gut, weshalb wir die festliche Pracht auf grauem Plastik niemandem vorenthalten wollen.

Probiert haben wir die Weihnachtsschokolade natürlich auch, und wer sich vorstellt, dass wir in gemütlicher Runde in der Redaktion herumlümmeln und Leckereien in uns reinstopfen, hat zwar nicht ganz Unrecht. Doch Weihnachtsschokolade schmeckt ja leider, auch das ist traurigerweise very real, oft schon beim ersten Stück nach Reue und Übersättigung.

Die ganze Adventszeit über wird man bombardiert mit Glühwein, Stollen, Dominosteinen, Marzipankartoffeln, Zimtsternen – da soll an Weihnachten noch mal jemand Lust auf Schokolade bekommen?! Den meisten Leuten ist schon an Heiligabend schlecht. Abgefüllt mit Bratensoße, Eierlikör und Süßigkeiten schwabbelt man durch die Feiertage, futtert sich an Silvester noch schnell eine Grundlage für die Party an, um dann das neue Jahr endlich – endlich! – mit guten Vorsätzen für eine gesunde Ernährung zu beginnen.

Festlich, künstlich und cremig

Einige der hier abgebildeten Weihnachtsschokoladen waren nichtsdestotrotz schmackhaft, mal ganz abgesehen von den hübschen Verpackungen. Dafür fiel der schöne Satz „Macht satt“ (Hachez, Lindt Weihnachts-Chocolade). Und auch wenn das definitiv stimmt, ist eine sättigende Weihnachtsschokolade ergiebig, aber nicht unbedingt empfehlenswert, vor allem dann nicht, wenn man danach noch zwölf weitere Weihnachtsschokoladen probieren will. Wer sich aber Mahlzeiten für die nächsten 36 Stunden sparen möchte, der liegt hier goldrichtig.

Aussehen ist, wie wir alle wissen, und gerade zu Weihnachten, nicht alles. So waren ausgerechnet die stylischen, hippen, jungen Schokoladen der stylischen, hippen, jungen Lindt-Sorte Hello! eine Enttäuschung – es sei denn, man mag es, wenn die Weihnachtsschokolade nostalgischerweise an Cocktailkirschen und Hubba Bubba erinnert. Na ja, ist vielleicht eine Abwechslung zum ewig Schokoladigen.

Tatsächlich scheint „künstlich“ ein Geschmacksattribut zu sein, das Weihnachtsschokoladenhersteller anstreben (Love Cocoa Sparkling Rosé White Chocolate). Das Weihnachtsgewürz schlechthin, Kardamom, wird bis zum Abwinken ausgekostet (Wagner Winterfreude). Die Biovarianten (Zotter O du fröhliche, dm Winterschokolade) sind, ähnlich der veganen Schokolade (Zotter Vom Christkindl), eine kulinarische Erholung im Weihnachtsschokoladenberg. Und Schokolade, die nach Christmas Pudding schmeckt, ist ein Trip nach England für die Zunge (Love Cocoa Christmas Pudding Milk Chocolate).

Dafür schmecken Sorten, die besonders festlich daherkommen (Marie Bouvero, Hussel, Feodora) vor allem nach etwas, das man sonst vor lauter Weihnachtsgewürz und Glitzer und Streusel kaum schmeckt: Schokolade. Anderes ist ein bisschen zu teuer und ein bisschen zu cremig, aber tatsächlich: ein feierlicher Genuss (Neuhaus).

Quelle: F.A.Z. Magazin
Autorenporträt / Duerrholz, Johanna
Johanna Dürrholz
Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET
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