FAZ plus ArtikelAlleinsein und Radikalismus

Die Einsamkeit der Generation Z

Von Melanie Mühl
13.08.2021
, 06:03
Die Welt hinter Glas, unerreichbar für den vom Gefühl der Verlorenheit Geplagten
Wer sich ausgegrenzt fühlt, ist anfälliger für Krankheiten – und für Verschwörungstheorien. Ausgerechnet jene, die am stärksten vernetzt sind, betrifft die Vereinzelung ganz besonders: die Generation Z.

Eine Studentin beginnt ein Praktikum bei einer Bank in einer fremden Stadt. Die neuen Kollegen auf Zeit geben ihr Aufgaben, die sie fordern, aber nicht überfordern. Mittags bieten sie der jungen Frau an, mit ihnen in der Kantine zu essen. Die Studentin ist weder allein, noch wird sie alleingelassen, doch nach wenigen Wochen fern ihres Zuhauses schmerzt sie das Heimweh derart, dass sie das Praktikum abbricht.

Ähnliche Geschichten hört man immer wieder und ist vielleicht geneigt, die Betroffenen, die aufgeben, als allzu zartbesaitet abzustempeln. Doch wer je von einer Einsamkeit gepackt wurde, der nichts Schöpferisches innewohnt, sondern nur das Gefühl absoluter Unverbundenheit, weiß um ihre dunkle Kraft.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Melanie Mühl / Juli 2018
Melanie Mühl
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