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„Das hier ist einfach ein Männerladen“

Von Felix Hooß
Aktualisiert am 18.04.2020
 - 14:13
Wie Wellness: Während das warme Handtuch einwirkt, unterhält sich Alex Vellios mit seinen Gästen.zur Bildergalerie
Alex Vellios macht mehr, als nur Bärte zu schneiden. Der Barbier berichtet, warum in seinen Barbershop keine Frauen dürfen, was ein guter Haarschnitt mit Selbstachtung zu tun hat – und wie man seinen Bart pflegt.

Das Interview mit dem Frankfurter Barbier Alex Vellios hatten wir vor Corona geführt und uns eigentlich über Bartpflege, zeitlosen Stil und den Unterschied zwischen Barbershops und Friseuren unterhalten. Dann kam das Virus, Friseure wie Barbiere mussten dichtmachen und die Menschen versuchen seitdem, sich selbst die Haare zu schneiden. Am Telefon erzählt Vellios, dass er die Wochen ohne Betrieb für kleinere Renovierungsarbeiten in seinem Laden genutzt hat und zum Runterkommen für sich selbst: „Das war eine gute Zeit“, sagt er, auch wenn er durch die Beschränkungen Einnahmen verloren habe. Am 4. Mai will er wieder öffnen. Das ist ein Montag, eigentlich Ruhetag, trotzdem wird er seinen Stammgästen wieder Haare und Bärte schneiden, dann unter Einhaltung der neuen Hygiene- und Abstandsregeln. Auch wenn er noch nicht genau weiß, wie die aussehen werden: „Ich habe einen Plan dafür!“

Rechnen Sie mit sehr vielen ungepflegten Frisuren und Bärten, wenn Sie wieder aufmachen?
Ja. Das wird ein bisschen mehr Arbeit sein als sonst, aber zu uns kommen immer Leute, die ihre langen Haare verlieren wollen. Das macht einem als Barbier ja auch viel mehr Spaß.

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„Torreto Barbershop“

Alexandros „Alex“ Vellios eröffnete den „Torreto Barbershop“ 2014 in Frankfurt-Bockenheim, ein Jahr später zog er mit dem Laden ins Frankfurter Zentrum. Der 31 Jahre alte Grieche gab einst eine Friseurlehre in Deutschland auf und fand wenig später beim Militärdienst in Griechenland die entscheidende Anregung für seinen beruflichen Weg: In der Heimat seines Großvaters schnitt er den Soldaten die Haare. „Dort ist mir bewusst geworden, dass das genau mein Ding ist“, sagt er. In Deutschland erwarb er eine Ausnahmebewilligung bei der Handwerkskammer. Die Gewerke sind hierzulande streng reguliert: Barbershops dürfen Bärte frisieren, zum Haareschneiden braucht der Geschäftsinhaber einen Meisterbrief.

Quelle: F.A.Z. Magazin
Autorenporträt / Hooss, Felix
Felix Hooß
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