FAZ plus ArtikelKinder sitzen zu viel

„Wir brauchen ein Bewusstsein für Bewegung“

Von Bernd Steinle
28.12.2020
, 06:10
Sie laufen nicht zur Schule, hocken vor dem Computer und haben keine Lust auf Vereinssport: Der Physiotherapeut Gernot Schweizer über Ursachen, Folgen und Lösungsmöglichkeiten für den verbreiteten Bewegungsmangel bei Kindern.

Herr Schweizer, nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bewegen sich 80 Prozent der Jungen zwischen elf und 17Jahren zu wenig, bei Mädchen liegt der Wert bei 88 Prozent. Können Sie die Zahlen aus Ihrer Praxis bestätigen?

Aus der Praxis wie auch als Bundeskoordinator für Bewegung und Sport in Österreich muss ich klar sagen: ja. Und die Corona-Pandemie hat die Situation noch mal dramatisch verschlechtert. Mir macht vor allem Sorge, dass diese Entwicklung jetzt gerne auf die Corona-Zeit geschoben wird. Dabei hatten wir davor schon einen desaströsen Zustand in Sachen Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen. Nach ersten Zahlen hatten wir zwar in der ersten Lockdown-Phase, von März bis Mai, bei denen, die schon immer Sport getrieben hatten, eine Bewegungssteigerung von durchschnittlich 15 Prozent. Bei den anderen aber hatten wir zum großen Teil eine Bewegungseinschränkung. Der Alltagsbewegungsbereich ist im Lockdown noch einmal enorm gesunken.

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Quelle: F.A.Z. Magazin
Autorenporträt / Steinle, Bernd
Bernd Steinle
Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.
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