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FAZ plus ArtikelEin echter Beckmann?

Das schönste Bild von allen

Von Karin Truscheit, München
 - 12:47
Geniales Gelb: Das „Stillleben mit Gladiolen“ – hier in einer Kunstspedition – könnte Beckmann 1914 gemalt haben. zur Bildergalerie

Als Rainer Eble im vergangenen Jahr den Kunstsalon in Potsdam betrat, badete die Junisonne gerade in unglaublichem Gelb. Er ging quer durch den Salon auf diese Farbe in diesem Bild zu. Er konnte gar nicht anders. War es das Gelb des abgebildeten Tischtuchs, das ihn anzog? Kein Gelb wie Curry, nichts Sonnenblumenmäßiges, aber über alle Maßen leuchtend. War es das Tischtuch? Auf die Leinwand geworfen mit einer Kraft, die immer noch in den gebauschten Falten wogte. Die Blumen? Lange zinnoberrote und lachsfarbene Gladiolen, die wild in alle Richtungen aus dem Bild heraus staken. Oder war es die rätselhafte Geschichte dieses Bildes, die ihn packte, bevor er überhaupt davon wusste?

Monate später rührt Rainer Eble in einem Münchner Café in seinem Tee und kann es immer noch nicht erklären. Er hat keinen Garten, keine Leidenschaft für Botanik oder Gladiolen im Besonderen. Gut, er sammelt Kunst, Bilder, Skulpturen, Plastiken. Aber außer seinem ersten Bild, gekauft in den Siebzigern für kleines Geld vom ersten Lohn, hat ihn kaum ein Bild so angezogen wie dieses. „Es hatte schon etwas Magisches“, sagt der Arzt, der unwillig scheint, seine Empfindung mit diesem abgegriffenen Wort zu erklären. „Anders als mit Magie kann man es nicht beschreiben.“

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Truscheit, Karin
Karin Truscheit
Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.
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