Home Spa in Zeiten von Corona

Wellnessparadies zuhause

Von Quynh Tran
21.03.2020
, 14:16
In der Badewanne liegen, eine selbstgemischte Maske auftragen und dabei das Konzert eines Starpianisten hören: Für ein Wellnesswochenende muss man nicht unbedingt das Haus verlassen.

Die Zwangspause des sozialen Lebens schafft vor allem Zeit. Und warum sollte man die nicht nutzen, um sich selbst etwas Gutes zu tun. Für einen erholsamen Tag zu Hause braucht es für Männer und Frauen gleichermaßen nicht besonders viel. Mit wenigen Dingen lässt sich leicht ein Spa-Programm für Körper und Geist zusammenstellen.

Auch wenn die Fitnessstudios geschlossen haben, muss man nicht auf Bewegung verzichten: Joggen an der frischen Luft ist noch erlaubt. Und über soziale Medien gibt es immer mehr Live-Online-Kurse: Studios wie Jivamukti Yoga und Yoga Easy bieten täglich Kurse an, Lehrer und Lehrerinnen wie Maria Schönhofer geben live Yoga-Instruktionen.

Beauty-Programm

Auch wenn die Beauty-Abteilungen in den meisten Drogerien und Supermärkten vor den Hamster-Käufern in Teilen verschont geblieben sind, lässt sich vieles leicht selbst machen. Im Internet finden sich endlos viele Rezepte und Tutorials. Für den Anfang ein kleines Spa-Programm mit Grundrezepten aus wenigen Zutaten: Ein bisschen Natronpulver mit etwas Milch angerührt macht ein Peeling für Nase und Stirn. Das Natron wirkt reinigend gegen Hautunreinheiten, die Milch versorgt und pflegt die Haut mit Nährstoffen.

Für den Rest des Gesichts rührt man für ein klärendes Fruchtsäurepeeling, das von Hautschüppchen befreit, einen Teelöffel Salz und frischen Zitronensaft an. Für den Körper einfach den Kaffeesatz vom Morgen mit Kokos- oder Olivenöl vermischen. Das Pulver entfernt Hautschüppchen, Koffein fördert die Zellerneuerung und die Öle – je nach Art – beinhalten Nährstoffe, die die Haut pflegen. Die Pasten sanft in kreisenden Bewegungen einmassieren und mit lauwarmen Wasser abspülen.

Augenmaske für danach

Für die Pflege danach kann man als Augenmaske gekühlte Gurkenscheiben oder Grünteebeutel verwenden, die beruhigend und straffend wirken. Und für das Gesicht einfach einen Esslöffel griechischen Joghurt mit einem Teelöffel Honig und einer Prise Kurkuma-Öl vermischen, auf das Gesicht auftragen und nach fünfzehn Minuten mit lauwarmen Wasser abspülen. Joghurt spendet Feuchtigkeit, der Honig wirkt antibakteriell und Kurkuma wird eine abschwellende und durchblutungsfördernde Wirkung nachgesagt. Für das Bad kann man sich einfach von Kleopatra inspirieren lassen und einen Liter Milch, die die Haut beruhigt und Feuchtigkeit spendet, in das Badewasser lassen und entspannen.

Düfte zum Wohlfühlen

Für die richtige Beleuchtung reichen ein paar Teelichter in Papierfrühstücksbeutel. Wer es etwas luxuriöser mag, kann eine Duftkerze anzünden – dieser Tage vielleicht einfach online bestellen bei einer kleinen, lokalen Manufaktur wie zum Beispiel Urban Scents, Atelier Oblique oder Aer Scents, die in diesen wirtschaftlich prekären Zeiten besondere Unterstützung brauchen. Und weil ja Zeit ist, warum nicht auch ein gutes Buch dazu? Viele der Buchhandlungen haben auf Lieferdienste umgestellt – also einfach mailen oder anrufen, um sich selbst zu unterhalten und dem Buchhändler aus der Nachbarschaft zu helfen.

Wellness für die Ohren

Wer lieber in der Wanne zuhört, statt zu lesen, findet derzeit als Alternative zu Podcasts ein großes Angebot an klassischer Musik. Viele Opern- und Konzerthäuser wie die Berliner Philharmoniker, die Staatsoper oder die Metropolitan Opera bieten kostenlose Streams, Musiker wie Yo-Yo Ma und Igor Levit spielen über Twitter und Instagram live Konzerte, „Quarantuning“ ist das Social Media-Phänomen der Isolation.

Prominente Meditationsanleitung

Danach einfach mit Kokosöl oder Mandelöl eincremen und vielleicht noch ein Programm für den Geist anschließen: Über Instagram gibt es seit der Aufforderung sozialen Distanz immer mehr Programme für das Wohlbefinden, Sound-Bäder oder Meditationen etwa. Zu den prominenteren gehört die amerikanische Musikerin Lizzo, aber auch weniger bekannte Persönlichkeiten wie der Autor Connor Crighton leiten über ihre Accounts andere Menschen zum Meditieren an.

Schließlich muss physische Distanz weder frustrierend noch einsam sein, auch das gehört zu den (Netzwerk-)Möglichkeiten des Internets. If you replace „I“ with „we“, even illness becomes wellness, auch das kursierte dieser Tage in den Weiten des digitalen Universums.

Quelle: FAZ.NET
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