FAZ plus ArtikelIntimchirurgie bei Frauen

Muss ich jetzt auch da unten schön sein?

Von Johanna Dürrholz
Aktualisiert am 14.04.2020
 - 09:06
Wenn’s doch nur um Kuschelsex ginge! Nein, die Intimchirurgie offenbart die nackte Wahrheit des pornographischen Ideals.
Zu weit, zu schlaff, zu faltig: Immer mehr Frauen unterziehen ihre Vulva einer Schönheitsoperation, weil sie das Gefühl haben, das Äußere ihres Geschlechtsorgans sei nicht schön genug. Das Problem ist das System.

Sie hat viele Namen, und fast jeder hat eine Meinung zu ihr: Möse, Scheide, Schlitz, Vagina, Muschi, Pussy, Schmuckkästchen. Die einen wollen sie sehen, sehr sogar, die anderen wollen sie am liebsten unsichtbar machen. Donald Trump will sie anfassen, ohne Ärger zu bekommen. Manche finden ihre hässlich, anderen wiederum ist es egal, wie ihre aussieht. Ein bisschen lustig ist es schon, dass viele Menschen über das weibliche Geschlechtsorgan reden oder bestimmen oder damit Spaß haben wollen – und oft noch nicht einmal wissen, wie es richtig heißt. Also, erster Service dieses Textes: Vulva. Das sichtbare äußere Geschlechtsorgan der Frau heißt Vulva.

Viele wollen mit der Vulva sogar noch mehr machen, nämlich sie verschönern. Klingt verrückt? Naja. Wie für fast alle weiblichen Körperteile gibt es auch für die Vulva ein Schönheitsideal. Die perfekte Vulva solle „wie ein Weggli“ aussehen, schrieb neulich die „Neue Zürcher Zeitung“. Und das stimmt ein bisschen. „Die äußeren Schamlippen sollen die inneren leicht bedecken.“ Das sei zumindest ein Schönheitsideal, sagt Dennis von Heimburg, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und Präsident der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC).

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Quelle: F.A.Z. Magazin
Autorenporträt / Duerrholz, Johanna
Johanna Dürrholz
Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET
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