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Nicht alle können Alphas sein

Von Anna Vollmer
18.10.2020
, 11:32
Das Klischeebild eines Mannes ist geprägt von Stärke, Risikobereitschaft und körperlicher Überlegenheit. Doch die meisten Männer entsprechen diesem Bild nicht. Das hat Folgen.

Wann ist ein Mann ein Mann? Diese Frage hatte Herbert Grönemeyer 1984 nicht erfunden. Doch scheint sie auch 36 Jahre später immer noch nicht hinreichend geklärt, dafür aber umso aktueller zu sein. Zumindest beschäftigen sich gerade viele Filme, Bücher und auch Ausstellungen mit der Frage, was genau es denn bedeutet, ein Mann zu sein. Wenig überraschend: Darauf kann es keine eindeutige Antwort geben. Das macht die Suche danach, welche Facetten „Männlichkeit“ haben kann, aber umso interessanter.

Viele der Männer, die über ihr eigenes Geschlecht nachdenken, sind bezeichnenderweise keine, die Frauen hassen, die denken, jetzt sei es aber endlich mal genug mit der Gleichberechtigung, den Minderheiten, dem „Genderwahn“. Nein, es sind Feministen, die für mehr Aufmerksamkeit für die Männerwelt werben, wohlwissend, dass Männer, denen es gut geht, die Gefühle, Unsicherheiten und Schmerzen zeigen dürfen, meist weniger trinken, prügeln und morden, was ja nicht nur ihnen, sondern auch allen anderen zugutekommt. Denn der aktuelle Feminismus fordert mitnichten die Alleinherrschaft der Frauen, sondern das Ende des Patriarchats – was auch bedeutet, Männern Dinge zuzugestehen, die gemeinhin als nicht „männlich“ gelten.

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