FAZ plus ArtikelModelle für Familien

Herkunft kann auch ein Knast sein

Von Carolin Wiedemann
Aktualisiert am 17.11.2020
 - 09:25
Acht Zahnbürsten – das sind schon ein paar zu viel für die normale Kleinfamilie.
Ist das wirklich genau so gewollt – von Gott oder der Natur: dass Kinder bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen und man zusammen eine Kleinfamilie bildet? Feministinnen haben ein paar neue radikale Ideen.

Die Gender-Ideologie will die Kleinfamilie abschaffen, rufen die Rechten alarmiert. Ihre Anhängerinnen wüssten weder Gott noch Natur zu schätzen, sie wollten die Familie, die Grundlage unserer Gesellschaft, zerstören! Und die Alarmierten haben ausnahmsweise recht: Während sie selbst von einer Zeit träumen, als angeblich jede deutsche Frau glücklich am Herd stand, wenn sie nicht gerade das Volk reproduzierte und den Nachwuchs aufzog, als also jede Frau ein Baby im Arm wiegte, so wie das auf einem Wahlplakat der AfD zu sehen war, rufen die ideologischen Gegner zur endgültigen Beseitigung der Familie auf.

„Abolish the family“ heißt es vor allem im englischsprachigen Netz immer häufiger. Manche radikale Theoretikerinnen wünschen sich dabei nicht nur mehr Akzeptanz für Familienmodelle jenseits von Mutter, Vater, Kind. Nein, sie fordern gleich die Abschaffung des Konzepts biologischer Elternschaft. Die Feministin Shulamith Firestone hatte schon in den siebziger Jahren die Vision, dass Kinder dank moderner Fortpflanzungstechnologie in Brutstationen entstehen und in Wohngemeinschaften ihrer Wahl groß werden könnten, dass es also Mutter und Vater nicht mehr gäbe.

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Quelle: Frankfurter Allgemeine Quarterly
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