Nachhaltige Beauty-Produkte

Bewusst schön

Von Laura Sodano
03.01.2020
, 23:45
Vorm eigenen Laden: Katharina Hartwich (links) und Asita Morgan
Frankfurt hat eine neue Adresse für Beauty-Produkte: Philokalist. Den Inhaberinnen Asita Morgan und Katharina Hartwich kam die Idee dazu in New York.
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Auf dem Hologrammspiegel links vom Eingang steht eine Warnung: „Objects in mirror are even more beautiful than they appear“ (Die Objekte im Spiegel, sind noch schöner, als sie erscheinen). Bei der Gestaltung ihres Geschäfts „Philokalist“ haben die Besitzerinnen Asita Morgan und Katharina Hartwich nichts dem Zufall überlassen. Weiße Wände, offene Regale, ein heller Holzboden. In der Luft ein frischer, lieblicher Duft. Am hinteren Ende des Raums befindet sich ein Verkaufstresen aus Onyxstein.

Nichts dem Zufall zu überlassen, gilt hier auch für das Angebot. „Philokalist“ bietet eine handverlesene Auswahl an dekorativer Kosmetik, Pflegeprodukten und Accessoires, wie Duftkerzen, Haarspangen und Schmuck. Die Marken allesamt Lieblingsstücke, einige auf dem deutschen Markt noch weitgehend unbekannt. Was Morgan und Hartwich anbieten, haben sie entweder selbst getestet oder mindestens die Geschichte hinter dem Produkt hat sie überzeugt. „Wir suchen und finden das Schöne in Dingen.

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Das schlägt die Brücke zum Namen und das soll sich auch im Gesamtkonzept widerspiegeln“, so Asita Morgan. Der Begriff Philokalist stammt aus dem Griechischen. Grob übersetzt bedeutet er „Liebhaber der Schönheit“. Morgan und Hartwich führen diese Definition weiter. Schönheit beziehen sie nicht nur auf die Verpackung, sondern auch darauf, was drinsteckt. Der Fokus liegt auf natürlichen Inhaltsstoffen. „Trotzdem wollen wir uns nicht auf ein Label festlegen lassen. Wir sind kein Reformhaus und auch kein Geschäft für vegane Naturkosmetik. Die Marken in unserem Portfolio tragen jeweils auf ihre Weise zum bewussteren Umgang mit der Welt und ihren Ressourcen bei – dabei sind sie trotzdem cool und ansprechend“, ergänzt Morgan.

„Liebhaber der Schönheit“ bedeutet der Slogan, den sich Morgan und Hartwich auch als Leuchtschriftzug ins Geschäft gehangen haben.
„Liebhaber der Schönheit“ bedeutet der Slogan, den sich Morgan und Hartwich auch als Leuchtschriftzug ins Geschäft gehangen haben. Bild: Hersteller

Entstanden ist die Idee vor rund einem Jahr, als beide Frauen beruflich in New York lebten. „Alles entwickelt sich dort unheimlich schnell. Neue, tolle Stores eröffnen überall“, schwärmt Katharina Hartwich. „Irgendwann fingen wir an herumzuspinnen, welche Marken wir, wenn wir so etwas in Deutschland machen wollten, ins Portfolio nehmen würden. Aus dieser Dynamik heraus entstand die Idee zu Philokalist.“ Danach ging alles relativ schnell. Im April 2019 stand das Konzept, wenige Monate später, im August, war die Ladenfläche in der Frankfurter Braubachstraße gefunden. Anfang November dann die Eröffnung. „Ohne ein starkes Netzwerk aus Familie, Freunden und befreundeten Professionals wäre das alles nicht möglich gewesen“, betont Morgan. „Bei einer Gründung gibt es wahnsinnig viel zu beachten. Vor allem die bürokratischen Hürden beim Finanzamt waren immens. Daran muss die Stadt definitiv arbeiten.“

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Frankfurt ist wie New York

Für beide Frauen war von Anfang an klar, ihren Laden eröffnen sie in Frankfurt. Die Stadt ist ihr Zuhause und eigentlich sei sie New York gar nicht so unähnlich. Allerdings hapere, es Frankfurt noch ein bisschen an Mut, aus sich herauszukommen. Asita und Katharina wollen ihre Expertise nutzen, um diesen Dialog mit ihren Kund/innen anzuregen. „Als kleiner, inhabergeführter Store können wir uns Zeit für unsere Kunden nehmen, ihnen zuhören und sie ehrlich beraten“, benennt Katharina den Vorteil gegenüber den großen Ketten auf der benachbarten Zeil. Sie führt weiter aus: „Nur weil ein Produkt für mich funktioniert, muss es nicht zwangsläufig für mein Gegenüber geeignet sein. Deshalb werden wir auch nie sagen, etwas sei per se gut oder per se schlecht.“

Nichts dem Zufall zu überlassen, gilt hier auch für das Angebot´.
Nichts dem Zufall zu überlassen, gilt hier auch für das Angebot´. Bild: Unternehmen

Letztendlich gehe es beim Verkauf von Beauty, um etwas ganz Elementares: die menschliche Interaktion. Die eigene Kundschaft und deren Bedürfnisse kennenlernen. Danach gestaltet sich nicht nur das Portfolio von Philokalist. Marken werden künftig wohl generell viel stärker durch Konsumentenbedürfnisse gesteuert und ihr Angebot entsprechend spezifizieren. „Die Kundschaft wird anspruchsvoller“, fast Asita Morgan zusammen. „Sie setzt sich mehr mit den Themen auseinander und will verstehen, was sie kauft.“ Katharina Hartwich ist daher überzeugt, der Einzelhandel wird in ihrer Branche eine wichtige Komponente bleiben: „Wenn du eine Marke oder ein Produkt nicht kennst, brauchst du den Touchpoint als wirklichen Touchpoint. Um das Produkt anzufassen, es zu riechen, auf der Haut zu testen. Das Packaging auf dich wirken zu lassen.“ Die Tatsache, dass sie nach nur knapp drei Wochen bereits die ersten Stammkunden haben, gibt ihnen Recht.

Auf die abschließende Frage, was für das kommende Jahr geplant sei, gibt Morgan sich realistisch: „Klar haben wir langfristig Pläne. Wir wollen Frankfurt und unsere Kunden aber erst einmal besser kennenlernen, um nachhaltig zu wachsen. Die Offenheit, Neues auszuprobieren ist da und mit der Braubachstraße haben wir eine tolle Nachbarschaft dieses Potenzial auszuschöpfen.“ Im kommenden Jahr sind weitere Pop-up Shops und Events mit lokalen Marken geplant.

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Quelle: FAZ.NET
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