FAZ plus ArtikelKampagnen in Südkorea

Feministen sind Feinde!

Von Anna Schiller
13.09.2021
, 16:13
„Bestätigter Feminist“: Der Sänger RM der Pop-Band BTS, hier auf einem Wandbild in Goyang, unterstützt den Kampf gegen Diskriminierung und erntet dafür Kritik.
In Korea setzen sich K-Pop-Bands gegen Sexismus ein. Doch die MeToo-Bewegung stößt dort auf immer mehr Gegner. Insbesondere im Netz gehen sie aggressiv gegen Frauen und ihre Unterstützer vor.

Koreanische Boybands scheuen sich nicht davor, mit Geschlechterrollen zu spielen. Jimin, Mitglied der international erfolgreichen K-Pop-Band BTS, war auf Werbebildern schon im kurzen Rock und mit Make-up zu sehen. Die Band nutzt ihre Reichweite regelmäßig, um auf Diskriminierung und Vorurteile aufmerksam zu machen. In einer Rede bei den Vereinten Nationen rief BTS-Mitglied RM junge Menschen dazu auf, ihre Stimme zu erheben, „unabhängig von ihrem Geschlecht“. Sie sind nicht die Einzigen, die in einer emotional geführten Debatte über Sexismus Stellung beziehen.

Die Lieder der Girl-Band Mamamoo sind genderneutral formuliert. Sängerin Moonbyul sagte in einem Interview im koreanischen Fernsehen: „Ich schreibe keine Songtexte mit Zeilen wie ‚mein Freund‘. Das gibt vielen Menschen die Möglichkeit, über unsere Lieder nachzudenken.“ Inwiefern die Stars diese Haltung persönlich vertreten oder auch nutzen, um sich gegenüber ihren vorwiegend weiblichen Fans zu profilieren, lässt sich schwer sagen. Die koreanische Musikbranche hat ihren Aktivismus jedoch bitter nötig.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Schiller, Anna
Anna Schiller
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