FAZ plus ArtikelDer Mann der Zukunft

Wir haben ein Problem!

Von Diba Shokri
22.02.2020
, 14:57
Harter Macho oder Gefühlsmensch, dominant oder charmant – was ist ein „richtiger Mann“? Ein Gespräch mit dem Geschlechterforscher Paul Scheibelhofer.

Was meinen Sie, wenn Sie von Männlichkeit – oder von Männlichkeiten – sprechen?

Damit meine ich Bilder, Normen und Strukturen, die eingrenzen, was es bedeutet, „ein Mann zu sein“. Was erwarten wir von einem Mann? Was sind für einen Mann begehrenswerte Eigenschaften und Ziele im Leben? Was gilt als positive Männlichkeit, was als negative? Moderne Gesellschaften sind natürlich divers, so dass es für unterschiedliche Segmente der Gesellschaft unterschiedliche Ideale von Männlichkeit gibt. Aber einige Aspekte gelten doch überall. Männlichkeit wird immer wieder gekoppelt an Attribute wie Autonomie, die Kompetenz, anderen zu sagen, wo es langgeht, also: eine Idee der Führung und eine gewisse Härte, sich selbst, anderen Menschen, dem Planeten gegenüber. Aspekte wie Unsicherheit und Selbstzweifel, Empathie und die Fähigkeit, sich auf die eigene oder auf fremde Emotionalität einzulassen, kommen darin viel weniger vor. Und auch das eigene Verständnis von Körperlichkeit gehört dazu, wenn wir über Männlichkeit sprechen.

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Quelle: Frankfurter Allgemeine Quarterly
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