Neuer Ohrring-Trend

Acht Paare, kein Partnerlook

Von Jennifer Wiebking
Aktualisiert am 21.11.2020
 - 13:35
Nicht ganz leicht zu kombinieren: Das ungleiche Paar von Diorzur Bildergalerie
Jahrhundertelang gehörten Ohrringe zusammen, die einander glichen. Aber das Jahr 2020 macht alles anders: Nun finden sich an den Ohren auch ungleiche Paare. Wir stellen acht Modelle vor.

Wenn es in den vergangenen Monaten mal nicht viel mehr zu tun gab, als gründlich den Schrank aufzuräumen, konnte man auch zu dieser Corona-Erkenntnis kommen: Schmuck ist und bleibt der wohl schönste Begleiter, den man sich in materieller Hinsicht wünschen kann – und zugleich die wohl beste Wertanlage im ideellen Sinn. Schmuck ist keine Brockhaus-Enzyklopädie, sondern passt in kleine Schachteln. Schmuck kann total aus der Zeit gefallen sein oder ein bisschen anlaufen, ganz egal: Etwas Spezielleres als die eine Brosche von der Uroma oder die Perlenkette von der Großtante kann es nicht geben.

Wer heute bewusst konsumiert, nur einmal die Woche Fleisch isst, nicht beim Textildiscounter einkauft und so weiter, der kann die alten Stücke mit dem guten Gefühl des Wiederverwertens tragen. Und zwar irgendwie anders, als das mit dem alten Pelzmantel möglich wäre.

Tja, Styling!

Schmuck drängt sich weniger auf und überdauert trotzdem, da können die Zeiten längst andere sein. Dass sich nämlich auch beim Schmuck etwas tut, zeigen unsere Schachbrett-Bilder. Jahrhundertelang gehörten Ohrringe zusammen, die einander glichen. Eins und eins ergab ein Paar. Hier zu sehen sind auch Paare, nur ohne Partnerlook. Das Beispiel Fendi zeigt es offensichtlich: Beide Ohrringe funkeln, der eine als dicke Kreole, der andere mit zehn langen Strängen. Bei Louis Vuitton und Hermès muss man genauer hinschauen, um Unterschiede zu erkennen. Vorhanden sind sie natürlich, sie machen gewissermaßen den Ohrring 2020 aus.

Bei diesem Trend muss sich niemand festlegen. Das passt, da es längst Mode geworden ist, die Ohren mehr als einmal pro Seite piercen zu lassen. Realistisch auch, dass man in der Summe dann doch nur einen Stein trägt, wie mit dem Paar von Ina Beissner. Auch mit den Chanel-Stücken, eines in Weißgold, eines in Roségold, bleibt man spielerisch. Und wie kombiniert man den Pfeil und das Herz (Saskia Diez), die zwei Hände (Nina Kastens), den J'Adior-Slogan (Dior)? Tja, Styling! Die Marken geben nichts vor.

Womit man auch bei der schönen Herausforderung wäre, der man sich als Schmuckerbin stellen kann. Vielleicht ergeben Omas linker und Mamas rechter Ohrring auch ein schönes Paar.

Quelle: F.A.Z. Magazin
Jennifer Wiebking - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Jennifer Wiebking
Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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