Virgil Abloh und Nike

Schuhe als Ikonen

Von Aylin Güler
19.06.2021
, 14:29
2016 schloss sich Virgil Abloh sich mit dem Sportartikelhersteller für eine Sneaker-Kollektion zusammen.
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Ein Band von Virgil Abloh und Nike zeigt den Entstehungsprozess ihrer Sneaker-Kooperationen – und präsentiert den amerikanischen Designer auch als Meister der künstlerischen Assemblage.
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Virgil Abloh ist ein Multitalent. Mit seinem Label Off White hat er sich in der Streetwear schon lange einen Namen gemacht. Spätestens seit er 2018 Chefdesigner der Herrenmode von Louis Vuitton wurde, ist er einer der wichtigsten Modemacher. Seinen Aufstieg hat er sicherlich auch der erfolgreichen Kooperation mit Nike zu verdanken.

2016 schloss er sich mit dem Sportartikelhersteller für eine Sneaker-Kollektion zusammen. Abloh gab zehn klassischen Nike-Silhouetten mit besonderem Design einen dekonstruierten Look: Nike Blazer, Air Jordan I, Nike Air Max 90, Nike Air Presto, Nike Air VaporMax, Converse Chuck Taylor, Nike Air Force 1, Nike React Hyperdunk, Nike Air Max 97, Nike Zoom Vaporfly. Wie ein Chirurg zerlegte der Designer die Silhouetten, um in das Innere der Schuhe zu gelangen – und verlieh so jedem einzelnen der Nike-Klassiker seine persönlichen Note. Kabelbinder mit Text, die an den Schuhen hängen, sind das Markenzeichen der Sneaker. Die Kollektion „The Ten“ löste einen Hype aus. Noch immer wird sie zu Höchstpreisen gehandelt.

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In „Icons: Something’s Off“ vom Taschen-Verlag wird die Geschichte der Zusammenarbeit zwischen Virgil Abloh und Nike dokumentiert. Anhand von Prototypen, persönlichen Textnachrichten von Abloh an die Nike-Designer und Sneaker-Ikonen aus dem Nike-Archiv nehmen sie uns mit auf die Reise durch den kreativen Prozess.

Mit dem Gemeinschaftsprojekt „The Ten“ belebten Nike und Virgil Abloh die Kultur des Turnschuhs neu.
Mit dem Gemeinschaftsprojekt „The Ten“ belebten Nike und Virgil Abloh die Kultur des Turnschuhs neu. Bild: TASCHEN / Virgil Abloh

Für das Design und die Gestaltung des Buchs arbeiteten Abloh und Nike mit dem Londoner Designstudio Zak Group zusammen. Zak Kyes übernahm dabei die künstlerische Leitung. Der Text kommt von Abloh und von Nicholas Schonberger von Nike, dem Schriftsteller Troy Patterson und dem Kurator und Historiker Glenn Adamson. Ein Vorwort von Hiroshi Fujiwara stellt das Projekt in das historische Kontinuum der Gemeinschaftsprojekte von Nike. Abloh bedankt sich ausdrücklich bei dem Musiker, Produzenten und Designer: „Without Hiroshi Fujiwara, there is no me.“

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Halb Katalog, halb konzeptionelle Toolbox

Das Buch „Icons: Something’s Off“ ist ein zweiteiliges Kompendium, zu gleichen Teilen Katalog und konzeptionelle Toolbox. Der erste Teil kommt fast ohne Text aus und präsentiert die visuelle Kultur des Turnschuhs, während ein Lexikon im zweiten Teil Schlüsselpersonen, Orte, Objekte, Ideen, Materialien und Szenen präsentiert, aus denen das Projekt hervorgegangen ist.

Indem Abloh die Originalität der ursprünglichen Modelle mit Slang-Begriffen und lokalen Idiomen seiner Träger verbindet, spielt er mit Bausteinen der visuellen Sprache. Inspiriert von Dadaismus, Architekturtheorie und dem avantgardistischen Happening, analysiert er, was die Schuhe jeweils zur Ikone macht, und dekonstruiert sie zu kunstvollen Assemblagen – jede Neuschöpfung ist zugleich ein Stück Industriedesign, eine Readymade-Skulptur und ein Kleidungsstück.

„Icons: Something’s Off“ bietet Einblicke in den technischen und kreativen Einfallsreichtum eines bemerkenswerten Designers. Ablohs zeitgenössische Ikonografie ist aufschlussreich und interessant – nicht nur für Sneakersammler. Durch sein auffälliges neongrünes Design ist der über zwei Kilogramm schwere Bildband außerdem eine tolle Ergänzung in jeder Coffee-Table-Book-Sammlung.

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Quelle: FAZ.NET
Autorenrporträt / Güler, Aylin
Aylin Güler
Redakteurin für Social Media.
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