FAZ plus ArtikelMode im Klimawandel

Das Outfit von morgen

Von Jennifer Wiebking
18.09.2021
, 08:20
Zu Fuß statt mit dem Auto: Die Klimawende verändert unsere Mobilität –  und damit auch die Bekleidung.
Mit dem Klimawandel muss sich unser Verhältnis zum Konsum ändern. Das betrifft auch den Inhalt der Kleiderschränke. Wie sieht die bessere Garderobe aus? Und wie sind wir für Extreme gerüstet?

Die Shoppingbilanz meines Sommers: Im Juni kaufte ich ein Paar neue Schlappen – hellbeiges Leder, silberne Schnallen, lange Riemen, dickes Fußbett. Als es von Tag zu Tag wärmer wurde, lief ich, wann immer möglich, in diesen Schlappen herum. Dann, im Juli, als der Regen kam, hatte ich zufällig gerade eine neue Regenjacke gekauft. Malvenfarben, beschichtet, wasserdicht. Das Haus verließ ich bis Ende August selten ohne diese Jacke. Einige andere Teile kamen auch noch neu hinzu, eine Kurzarmbluse, zwei T-Shirts, ein Kleid. Mein Sommer 2021 wird trotzdem in Outfit-Fragen jener von Schlappen und Regenjacke bleiben, der Mode für Ausnahmefälle, mit denen recht häufig zu rechnen ist. Das zeigen die Extremwetterlagen der vergangenen Monate.

Natürlich machen Starkregen und Hitze in viel größerem Maße nachdenklich als nur mit Blick auf den Inhalt des Kleiderschranks. Das Wetter hat Menschen in diesem Sommer das Leben gekostet, ihre Existenz vernichtet. Aber der Klimawandel betrifft auch alle diejenigen, die noch mal verschont wurden. Die Grenze einer Erderwärmung um 1,5 Grad droht schon 2030 überschritten zu werden, gab der Weltklimarat jüngst bekannt. Kaum ein Lebensbereich ist von diesen Veränderungen nicht betroffen, also auch nicht jener, mit dem wir uns rüsten, unsere Bekleidung. Verändert sie sich gerade? Hin zu mehr Schlappen und Regenjacken? Oder gar und noch wichtiger: zu weniger, aber dafür den richtigen Teilen, weil neue Mode so unverantwortlich ressourcenverschwendend ist? Und wie lässt sich noch vor dem Kauf herausfinden, welche Stücke am Ende die entscheidenden für die Garderobe sein werden? Mit Blick auf die Wetterkarte?

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Quelle: F.A.S.
Jennifer Wiebking - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Jennifer Wiebking
Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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