Kurze Hosen für Männer

Short und gut

Von Jennifer Wiebking
21.08.2021
, 16:08
Nicht nur von Juni bis August: Männer tragen Shorts und zeigen Bein – vom Wetter lassen sie sich nicht abhalten.
Sie sind scheinbar allwettertauglich, multifunktional und haben nicht nur im Sommer Saison: Das Geschäft mit den Männershorts ist immer eine sichere Bank – so unkompliziert geht es bei den Damen kaum zu.
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Das Geschäft mit den Männershorts ist für die Modemarken offenbar eine sichere Bank. Denn im kalendarischen Sommer und unabhängig von den meteorologischen Bedingungen tragen viele Männer kurze Hosen. Von Juni bis August erinnert das Stadtbild hierzulande häufig an das, was in Großbritannien ganzjährig los ist: Menschen – dort sind es ja nicht nur Männer – mit nackten Beinen. Regen? Die paar Tropfen!

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Das Konzept Männershorts ist dabei sommers bei uns offenbar nicht nur allwettertauglich, es weist auch im Design ein hohes Maß an Allgemeingültigkeit auf. Ein Paar Shorts bleibt zwar short, ist zugleich aber selten kürzer als knapp über Knie.

So unkompliziert geht es in der Damenmode kaum zu. Im vergangenen Herbst setzten viele Modemarken beispielsweise auf Miniröcke für den Sommer 2021, denn: Corona sollte vorbei sein, die Lebensfreude zurückkehren. Und die Temperaturen sollten nicht geringer ausfallen als in den Hitzesommerjahrgängen 2018, 2019 und 2020. Zwischen dem kalten Mai und dem Regen im Juli gab es sicher ein paar Mini- Momente im Juni, aber selbst dann entschlossen sich viele Frauen für den Midirock. Auch dieser Look kann natürlich Ausdruck von Lebensfreude sein, sofern sie denn aufkommt, wenn sich alle am Tisch beim Italiener unter freiem Himmel vorher über ihren Impfstatus verständigen und ordnungsgemäß per Luca-App einchecken.

Vielleicht fügt sich das Paar Shorts, für Männer wie für Frauen, den aktuellen Gegebenheiten selbstverständlicher. Ihre Träger wirken darin eher underdressed als overdressed, und sie passen umso besser in einen Sommer in Habachtstellung, in dem Reisepläne unkonkret bleiben und das Wetter unbeständig ist. Das beispielhafte Material könnte Chambray sein, irgendwie wie Jeans, irgendwie wie Leinen, nicht weiter aufwendig. Das entsprechende Paar ist von Emporio Armani. Das beispielhafte Detail ist der Tunnelzug, der nach Aperol plus Wein und einer Pizza plus Tiramisu flexibel bleibt. Hier sitzt er am Bund der Shorts von Brunello Cucinelli.

Und die Farbe? Die zitiert beinahe die Komplexität der Damenmode. Alles geht. Also auch schweinchenrosa wie von Marc O’Polo und Vilebrequin oder ein helles Violett wie von Mr Marvis, deren Shorts-Sortiment mehrere Dutzend Schattierungen umfasst. Zum Radfahren, wie auf diesem Modell vom Frankfurter Spezialisten „Kettenesel“, eignen sich Shorts natürlich auch.

Quelle: F.A.Z. Magazin
Jennifer Wiebking - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Jennifer Wiebking
Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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