Kolumne Modeerscheinung

An die Leine gelegt

Von Johanna Dürrholz
05.07.2020
, 09:17
Das Smartphone lässt sich mit Kordel überall an den Haken hängen.
Die Handykordel hat den Anfang gemacht, aber auch andere Accessoires kann man um den Hals binden. Auch für die Corona-Stoffmaske kann das praktisch sein.
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She’s back! Also, nicht Madonna oder Queen Mum, sondern – die Kordel! Sie baumelt an diversen Gegenständen und immer um den Hals. Erst war es die gleichsam geschmack- wie harmlose Handykordel, die allerdings so praktisch daherkommt, dass sie sich beinahe unverschämter Beliebtheit in sämtlichen Hafer-Latte-Macchiato-Spots von Berlin-Mitte erfreut.

Keine Social-Media-Managerin ohne Smartphone um den Hals. Kein Start-up-Gründer ohne das lässige Baumeln des geliebten Geräts direkt dort, wo es sowieso bei den meisten einen unabänderlichen Platz erobert hat: vor dem Herzen. Und kein Influencer, der das Handy auf diese Weise nicht sehr lässig umlegt und es ein bisschen wie eine Handtasche aussehen lässt.

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In Zeiten digitalen Bezahlens und Selfiecams als Handspiegelersatz ist das Smartphone vielleicht auch der einzige Gegenstand, den man wirklich zwangsläufig mit sich herumtragen muss. Dann braucht man allerhöchstens noch ein zweites Band um den Hals, an dem dann, möglicherweise etwas weniger stylisch, der Hausschlüssel baumelt. Influencer-Berühmtheiten können diesen aber immer noch der Person in die Hand drücken, die sie die ganze Zeit knipsen muss.

Die Sonnenbrille in Ketten legen

Die Kordel muss aber nicht nur um Handys baumeln; wir tun gut daran, auch andere Gebrauchsgegenstände an die Leine zu legen. Schon im vergangenen Sommer entdeckten Modehäuser wie Gucci und Stars wie Gigi Hadid dafür den Monokel-/Lesebrillentrend wieder: Sie legen ihre Sonnenbrille in Ketten.

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Gut gegen’s Verlieren, gerade wenn man ein sündhaft teures Designermodell besitzt. Andererseits, trägt man etwa ein Modell von Alexander McQueen, das an einer Kette hängt, dann minimiert man die Gefahr, damit wie ein Oberstudienrat oder eine Operngängerin auszusehen. Sieht also gut aus und ist praktisch zugleich. Wer seine Sonnenbrillen eher so bei H&M shoppt, kann dann auf die nicht ganz so edle, aber nicht minder praktische Kordel zurückgreifen.

An der lässt sich dieser Tage noch ein Accessoire befestigen, das man immer am Mann beziehungsweise an der Frau haben sollte: der Mund-Nasen-Schutz. Der ist ja auch zuvörderst praktisch (und der Gesundheit zuträglich), zurzeit sowieso unumgänglich – und „Mist, ich hab keine Maske dabei“ ist uns in den vergangenen Wochen vermutlich allen mal rausgerutscht. Wir empfehlen zum Um-den-Hals-Hängen eine hübsche Stoffmaske für den Notfall – ein farbenfroher Klecks in einer merkwürdigen Zeit. Es zeigt sich eben einmal mehr, dass 2020 in keiner Hinsicht ein herkömmliches Jahr ist, auch nicht in modischer. Eine Kordel für die Maske um den Hals mag der Gesundheit guttun und praktisch sein – hübsch aussehen kann sie obendrein.

Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Duerrholz, Johanna
Johanna Dürrholz
Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.
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