Elvis-Verfilmung

Der King trägt Prada

Von Anke Schipp
12.06.2022
, 09:55
Austin Butler als Elvis mit Prada-Anzug
Die Darsteller im neuen Elvis-Film wurden von Prada ausgestattet. Passt das? Die Kolumne „Modeerscheinung“.
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Hat er diesen schmal geschnittenen pflaumenfarbenen Anzug mit Stehkragen wirklich getragen? Hardcore-Fans von Elvis könnten kritisieren, dass es sich bei diesem Anzug nicht um ein originalgetreues Kostüm handelt, das der King of Rock ’n’ Roll seinerzeit auf der Bühne tatsächlich anhatte, sondern um ein Fake-Kostüm, das nun Austin Butler in der Rolle des Elvis in dem gleichnamigen Film trägt (Kinostart 23. Juni). Aber ist das schlimm?

Es ist 30 Jahre her, dass sich der australische Filmemacher Baz Luhrmann und die italienische Designerin Miuccia Prada das erste Mal begegneten. Und schon damals, so erinnern sich beide in einem Interview mit der australischen „Vogue“, hätten sie weniger Zeit damit verbracht, sich über Mode oder Kostüme zu unterhalten, als vielmehr darüber, was die Welt im Innersten zusammenhält.

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Auch „Elvis“ sei weniger ein Kostümfilm, sondern einer über das Amerika der Fünfziger- und Sechzigerjahre, sagt Luhrmann. Über einen jungen Mann, der den Rhythm and Blues entdeckt, und einen Handelsvertreter (Tom Hanks), der den jungen Mann entdeckt und ihn fortan so verkaufen will, wie er es zuvor mit dem damaligen Wundermittel Schlangenöl gemacht hat – möglichst gewinnbringend.

Olivia DeJonge als Priscilla Presley
Olivia DeJonge als Priscilla Presley Bild: Warner Bros

„Elvis“ ist die zweite große Zusammenarbeit zwischen Prada und Luhrmann sowie dessen Frau, der Kostümdesignerin Catherine Martin, seit dem Film „Der große Gatsby“. Auch damals ging es dem Dreiergespann nicht um eine Art museale Adaption von Mode und Lifestyle der Zwanzigerjahre, sondern um eine Neuinterpretation jener Zeit. Das ist gewissermaßen ein Spezialgebiet von Miuccia Prada: die vergangenen Jahrzehnte als Spielmaterial zu nutzen, um sie in die Moderne zu transportieren.

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Die Sechziger sind von jeher eine der Lieblingsdekaden der Italienerin, das Jahrzehnt des Aufbruchs, verbunden mit dem Aufstieg des Minirocks. Dass Pris­cilla Presley einen solchen auf zahlreichen Fotos trug, die sie mit toupierter Frisur zeigten, passt: Denn in diesem Sommer feiert er als Mikroversion sein großes Comeback – auch bei Prada.

Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Schipp, Anke
Anke Schipp
Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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