Cara Delevingne

Das Mädchen für alle Fälle

Von Elaine Lipworth
30.07.2015
, 00:25
Margo weiß, was sie will
Model, It-Girl, Instagram-Ikone. Für die meisten Frauen von 22 hätte das erst mal gereicht. Aber Cara Delevingne wollte mehr. Eine Begegnung mit dem angesagtesten Mädchen der Welt.

Sie macht sich mit unverhohlener Lust über ein großes Stück Blaubeer-Käsekuchen her. Cara Delevingne seufzt: „Das ist so verdammt gut“, und schließt flüchtig die großen Augen, während sie das Geschmackserlebnis auskostet. Dann ein verschwörerisches Grinsen. „Eigentlich sollte ich das gar nicht essen. Ich darf nicht“, flüstert sie und hebt die buschigen Augenbrauen - ihr Markenzeichen, das sie zum Modetrend gemacht hat, mit einem eigenen Twitter-Account.

Nach „einer langen Nacht mit Freunden“ (unter ihnen auch mindestens zwei der Kardashian-Schwestern) hat Delevingne, elegant auf das Sofa einer in Grün und Gold gehaltenen Hotelsuite in West Hollywood drapiert, die geballte Ladung Zucker, Kohlenhydrate und Energie bitter nötig. „Ich bin ein bisschen müde. Ich bin gestern Abend in L.A. gelandet und mache mich morgen sehr früh schon wieder auf den Weg. Ich bin immer müde.“ Sie unterdrückt ein Gähnen und lächelt vergnügt, beugt dabei ihren langen Hals nach hinten. Zwischen Modelaufträgen, Vorsprechen, Filmdrehs, Premieren und, nun ja, Spaß bleibt anscheinend wenig Zeit für Schlaf.

Trotzdem macht das britische Supermodel, It-Girl und Schauspieltalent einen erstaunlich frischen und aufgeweckten Eindruck, sieht dazu noch umwerfend aus in einem gestreiften Pullover von Roland Mouret, einem marineblauen Minirock und Ankle Boots. Ihr Gesicht ist ebenso lebhaft wie ihr Körper. Ständig ist sie in Bewegung, tippt mit den Füßen, überschlägt und entkreuzt ihre Beine. Einmal nimmt sie den schweren Silberring von ihrem Finger (Essen ist damit schwierig), um ihn in Richtung des Kingsize-Betts in der Mitte des Zimmers zu schleudern. Er trifft - versehentlich - ihre nichtsahnende Agentin. „Es tut mir so leid, ich bin nicht Naomi Campbell“, spaßt Delevingne, indem sie auf das bekanntlich schlechte Benehmen des Supermodels anspielt.

Cara Delevingne hat es auf beeindruckend schnelle Weise vom Laufsteg auf die Kinoleinwand geschafft. Sie spielte 2012 in „Anna Karenina“ und kürzlich in „Die Augen des Engels“ von Regisseur Michael Winterbottom, der Delevingne mit Julie Christie verglich. In der Verfilmung von „Margos Spuren“, dem Jugendbuch-Bestseller von Literatur-Superstar John Green, hat sie jetzt ihre erste Hauptrolle ergattert. Die Geschichte dreht sich um den Jungen Quentin Jacobson, gespielt von Nat Wolff, der in seine geheimnisvolle Nachbarin Margo Roth Spiegelman vernarrt ist, seit er neun Jahre alt ist. In ihrer Kindheit waren sie eng befreundet, dann haben sie sich über die Jahre voneinander entfernt. Jetzt, kurz vor dem Highschool-Abschluss, hält der strebsame, ein wenig nerdige Quentin, genannt Q, die supercoole Margo für unerreichbar.

Kinotrailer
„Margos Spuren“
© Twentieth Century Fox, Twentieth Century Fox

Um die Rolle zu bekommen, setzte Delevingne sich gegen Dutzende Schauspielerinnen durch. „Ich war tatsächlich alleine in einem Hotel, als ich erfahren habe, dass ich die Rolle bekommen hatte. Ich rannte durchs Zimmer, warf Dinge in die Luft und schrie in die Kissen. Bis es zu Beschwerden kam und jemand anrief, um sicherzugehen, dass mit mir alles in Ordnung war.“ Die Nachricht, sagt sie, war für sie ein „totaler Schock. Ich war mir sicher, die Rolle nicht zu bekommen. Ich zweifle ständig an mir und war besorgt, dass, wenn ich den Job bekommen würde, ich ihn nicht gut genug machen würde.“ Sie hält inne, um nachzudenken, summt dabei. „Ich möchte nicht alles vom Leben erwarten, so bin ich nie enttäuscht.“

Cara Delevigne auf dem Laufsteg
Where it all began: Cara Delevingne auf dem Laufsteg Bild: Helmut Fricke

Eine aufschlussreiche Bemerkung für eine 22-Jährige, die, zumindest dem Augenschein nach, bisher nicht mit vielen Enttäuschungen klarkommen musste. Aufgewachsen ist sie mit ihren älteren Schwestern Chloe und Poppy, ebenfalls Model, in einer illustren englischen Familie; ihre Mutter Pandora war früher selbst Model und wurde dann Society-Dame, ihr Vater Charles war Immobilienentwickler. Delevingnes Großmutter mütterlicherseits diente einst Prinzessin Margaret als Kammerzofe. Ihre Patentante ist die Schauspielerin Joan Collins.

Schon im Alter von zehn Jahren modelte Delevingne. 2010 kam dann der Durchbruch, Kampagnen und Verträge mit Burberry, Chanel, Saint Laurent, Tag Heuer folgten. Ihr Gesicht ist allgegenwärtig, in der Mode, in der Werbung und in den sozialen Netzwerken; auf Instagram hat sie mehr als zehn Millionen Follower.

Cara Delevingne Chanel Karl Lagerfeld
Cara als Model: Bei Chanel an der Seite von Karl Lagerfeld Bild: dpa

Obwohl sie dankbar ist, dass ihr das Modeln den Weg zur Schauspielerei geebnet hat, sagt sie, der Job sei für sie nie eine Erfüllung gewesen: „Ich habe das nicht für meine Seele gemacht. Es brachte mein Herz nicht zum Klopfen, ich bin dafür morgens nicht aufgestanden, und es hat kein Feuer in mir entfacht. Auf eine seltsame Art und Weise war es ein Spiel für mich. Ich wollte beweisen, dass ich es kann.“

Betrachtet sie sich selbst als schön? „Sich gut zu fühlen bedeutet, selbstsicher zu sein. Wenn du dich in deiner Haut nicht wohl fühlst, sieht man das.“ Sie verzieht das Gesicht. „Leute sagen: ,Du siehst so schön aus‘, aber das bin nicht ich auf den Fotos. Die werden immer gut aussehen, weil sie dich mit Photoshop bearbeiten.

Cara ist anders, als man sie erwartet

Dann sind da diese Augenbrauen: „Die sind enorm, sie nehmen mein halbes Gesicht ein“, mit ihren langen Fingern zeichnet sie die dicken Linien nach. „Als ich jünger war, habe ich sie gehasst, weil ich ihretwegen geärgert wurde. Aber dafür erinnern sie mich an meine Großmutter, die kürzlich verstorben ist. Ich habe sie von ihr, und jetzt liebe ich sie. Obwohl es bei Filmdrehs recht schwierig ist, sie loszuwerden. Es ist schwer, nicht wie ich auszusehen.“

Dennoch ist sie fest entschlossen, in den Rollen, die sie annimmt, aufzugehen. „Ich bin mit meinem Blut, meinem Schweiß und meinen Tränen bei der Schauspielerei, ich widme ihr mein Leben. Ich würde für sie sterben“, sagt sie mit Überzeugung. Eigentlich die typisch dramatische Erklärung einer Schauspielerin. Cara sagt eben immer genau das, was ihr durch den Kopf geht. „Ich bin in England aufgewachsen, wo jeder sehr höflich ist, und wenn dich etwas stört, behältst du es für dich. Ich bin für Offenheit. Ich denke, dass Menschen ehrlich sein müssen. Ich bin, wie ich bin, und wenn Leute mich nicht mögen, dann mögen sie mich eben nicht.“

Cara als Filmstar: Mit Nat Wolff bei einer Preisverleihung in Las Vegas
Cara als Filmstar: Mit Nat Wolff bei einer Preisverleihung in Las Vegas Bild: AP

Tatsächlich ist sie rundum sympathisch und erscheint auf faszinierende Weise zugleich jung und alt. „Wir sind alle bloß Kinder, die auf erwachsen machen. Ich muss so blöde Dinge tun, wie Steuern zu zahlen, aber ich bin auch noch ein Kind“, sagt sie. Delevingne ist schonungslos enthusiastisch, wie ein Teenager, zugleich hat sie etwas Nachdenkliches an sich. Versucht man mit ihr über Literatur zu sprechen, entgegnet sie: „Ich habe gerade ein Buch über Hermann Hesse gelesen.“ Und im nächsten Atemzug teilt sie ihre Sicht auf Frauen im Kino und in der Politik der Vereinigten Staaten mit: „Es sollte mehr weibliche Regisseure geben. Ich hoffe, dass Frauen bessere Chancen haben werden, wenn Hillary Clinton Präsidentin wird.“ Man beachte, dass das für Delevingne kein Fall für ein ,falls‘ ist. „Ich glaube nämlich, dass sich Hollywoodfilme an der amerikanischen Präsidentschaft orientieren. Hillary ist phantastisch.“

Kurzum, Delevingne entspricht überhaupt nicht dem Image, das sie in den sozialen Medien vermittelt - oder jenem, das man auf sie projiziert.

Außerdem ist sie lustig. „Hilfe, Polizei, jemand betritt mein Zimmer“, schreit sie mit gespieltem Entsetzen, als Nat Wolff, ihr Schauspielkollege aus „Margos Spuren“, unangekündigt hereinplatzt. In Sekundenschnelle springt sie auf, Umarmungen und herzliche Worte werden ausgetauscht. Wolff verlässt das Zimmer, und Delevingne macht es sich abermals auf dem Sofa gemütlich. „Nathaniel Wolff... - ach, er ist ein absoluter Traummann“, sie lächelt.

Lieblingsbeschäftigung: mit dem Image kokettieren

Anschließend gibt sie eine Kostprobe davon, was sie unter Multitasking versteht: Sie plaudert, isst und signiert nebenbei auch noch einen Stapel Bücher des Romans „Margos Spuren“ - für Werbezwecke. Das Buch und der Film zeigen, wie einfach es ist, sich in Menschen zu verlieben und sie zu idealisieren, ohne sie wirklich zu kennen. Auch dazu hat Delevigne eine Ansicht: „Q denkt, Margo ist perfekt. Er hat diese Traumvorstellung von ihr. Aber man sollte keine voreiligen Schlüsse ziehen. Doch wir alle tun es. Man verknallt sich in jemanden Berühmtes und denkt, der ist die Wucht. Ich erinnere mich an Schwärmereien, als ich jünger war. Und dann triffst du denjenigen wirklich und denkst dir: ,Was für ein Idiot‘. Das ist so eine Enttäuschung“, sagt Delevingne, der Romanzen mit diversen Celebrities nachgesagt wurden, von Harry Styles, Sänger der Boyband One Direction, über die Schauspielerin Michelle Rodriguez aus „The Fast and the Furios“ bis hin zur Sängerin St. Vincent.

Cara als Promi: Bei den Brit-Music Awards in London
Cara als Promi: Bei den Brit Music-Awards in London Bild: dpa

Identifiziert sie sich mit Margo? „Sie ist extrem starrköpfig und furchtlos. Ich bin verdammt furchtlos. Ich denke nicht über Dinge nach, ich mache sie einfach. Außerdem sehen die Leute im Buch Margo so, wie sie das Mädchen sehen wollen; dasselbe passiert auch mir ständig. Aber im Gegensatz zu Margo stehe ich in der Öffentlichkeit, während sie nur eine Highschool-Schülerin ist.“

Wie geht sie mit der ganzen Aufmerksamkeit um? „Ich glaube nicht, dass es einen Weg gibt, mit Ruhm zurechtzukommen. Es ist die komischste Sache der Welt. Die Fans sehen, was sie sehen wollen, und das macht wahrscheinlich zwanzig Prozent von dem aus, was ich wirklich bin.“ Der größte Nachteil des Ruhms: „Die meisten meiner Freunde, die auch Schauspieler sind, stehen nicht so sehr im Rampenlicht, so dass Regisseure meist nicht das Geringste über sie wissen. Dadurch, dass jeder ein bestimmtes Bild von mir hat, komme ich so für einige Rollen vielleicht erst gar nicht in Betracht.“ Dennoch beschwert sie sich nicht: „Ich mag es, wenn Leute Vermutungen über mich anstellen, denn das machen sie andauernd. Ich mag es, ihnen das Gegenteil zu beweisen. Es gibt nichts, was ich lieber tue.“

Cara als Gast: In der Late-Night-Show von Setz Meyers
Cara als Gast: In der Late-Night-Show von Setz Meyers Bild: NBC

Fragt man John Green nach Delevingnes Anziehungskraft, dann antwortet er: „Cara hat Charisma bis zum Abwinken, und außerdem spielt sie sehr gut.“ In „Margos Spuren“ übertrifft sie zweifellos alle Erwartungen. Zunächst einmal: Der amerikanische Akzent sitzt, jahrelang verfeinert mit Hilfe von amerikanischen Serien wie „California High School“ und „Sabrina - Total verhext!“. „Außerdem bin ich ein Papagei, weil ich das jüngste Kind und Teil einer lauten Familie bin“, sagt Delevingne und wechselt mitten im Satz von einem gehobenen britischen zu einem breiten amerikanischen Englisch. „Wenn meine Freunde mit mir reden, liebe ich es, das, was sie sagen, in der gleichen Tonlage noch einmal zu wiederholen. Das macht sie verrückt.“

Kindheit war eine Phantasiewelt

In „Margos Spuren“ nimmt die Geschichte an Fahrt auf, als das Mädchen Margo aus heiterem Himmel an Qs Fenster auftaucht. Sie will ihn für eine wilde Nacht gewinnen, um sich an ihrem untreuen Freund zu rächen. Das Abenteuer endet verheißungsvoll, Q ist aufgeregt, doch am nächsten Morgen verschwindet Margo und hinterlässt eine Reihe rätselhafter Hinweise über ihren Verbleib. Q überzeugt eine Gruppe von Freunden, ihre Heimatstadt in Florida zu verlassen und zu einem Road Trip aufzubrechen. Die Hoffnung: die (unerwiderte) Liebe seines Lebens zu finden.

Delevingne ist ebenso anziehend wie die geheimnisvolle Margo. Ihre Lieblingsszene: die Nacht der Rache, in der einem schlafenden Jungen als Streich die Augenbrauen abrasiert werden. „Ich durfte einen riesigen Baum hinauf in ein Fenster klettern, durfte dabei zusehen, wie ein Auto komplett in Folie gewickelt wurde, und es dann mit Farbe besprühen“, sagt sie schadenfroh und gesteht, dass sie als Heranwachsende „ein kleines Monster“ war.

Cara auf dem roten Teppich: Bei der Gala im Metropolitan Museum of Art
Cara auf dem roten Teppich: Bei der Gala im Metropolitan Museum of Art Bild: AFP

In Bedales, dem vornehmen Internat, das sie in Südengland besuchte, „war ich die Anführerin der Witzbolde. Ich habe gern Unruhe gestiftet. Ich bemalte die Gesichter meiner Mitschüler, während sie schliefen, mit Henna-Farbe, die wochenlang nicht abging.“ Weil sie so häufig in Schwierigkeiten steckte, „nannte mein Mathelehrer mich eine Ausgeburt des Teufels. Ich wiederum nannte ihn Shrek“. Delevingne war klug, weigerte sich aber, sich anzupassen. „Ich bin nicht dumm, aber ich bin dickköpfig und eigensinnig, und viele Lehrer mochten das nicht. Ich beschloss, mir erst gar keine Mühe zu geben. Es gab ein paar Lehrer, die mich begeisterten, für die riss ich mir den Hintern auf. Ich mochte Psychologie, Bio und Chemie.“

Die Schauspielerei war eine frühe Ambition, zusammen mit der Musik - Delevingne spielt Gitarre und Schlagzeug. „Ich lebte in meiner Phantasiewelt, ich schob Möbel hin und her, um ein Schloss zu bauen. Als ich dreizehn war, bat ich meine Eltern um jemanden, der meinen Geburtstag organisieren würde. Ich wollte eine Party im Stil einer Disney-Talentshow. Fast hätte ich mit sechzehn in ,Alice im Wunderland‘ gespielt“, erzählt Delevingne. Sie hatte dem Regisseur des Films, Tim Burton, ein Bewerbungsvideo geschickt. Am Ende bekam die Australierin Mia Wasikowska die Rolle, „aber diese Erfahrung hat ein Feuer in mir entzündet“.

„Mit zweiundzwanzig, dreiundzwanzig bist du als Model alt“

Ihre Eltern, berichtet sie, hätten ihre Ziele nicht unterstützt. „Ich glaube, sie wollten wirklich, dass ich die Schule beende und studiere. Aber sie sind beide mit sechzehn Jahren von der Schule gegangen, also habe ich gesagt: ,Ihr könnt mich mal, ich kann machen, was ich will.‘“ Sie brach die Schule kurz vor dem Abitur ab, aber die rebellische Ader, kombiniert mit ihrem unabhängigen Geist, prägt Delevingnes Einstellung bis heute. „Ich möchte Mädchen ein starkes Vorbild sein“, sagt sie und erzählt, wie sie als Kind herausfand, dass die Geschlechter nicht gleich sind. „Kleine Jungs schienen so überzeugt, dass sie besser wären als Mädchen, und ich erinnere mich an Mädchen, die sich davon unterkriegen ließen. Ich empfand es als ungerecht, dass Mädchen anders behandelt wurden als Jungs, zum Beispiel wenn Leute sagen: ,Oh, du wirfst wie ein Mädchen.‘ Was ist daran schlimm? Ich habe eine Menge Freunde, die tatsächlich glaubten, Männer wären besser als Frauen, und das ergab schon damals für mich einfach keinen Sinn.“

Cara als Schauspielerin: Im aktuellen Film „Margos Spuren“
Cara als Schauspielerin: Im aktuellen Film „Margos Spuren“ Bild: © 2015 Twentieth Century Fox

Hat sich das verbessert? „Nicht im Modelgeschäft, aber das liegt natürlich vor allem an der Altersfrage. Mit zweiundzwanzig, dreiundzwanzig bist du als Model alt“, sagt Delevingne. „Auch in der Schauspielerei ist nur eine Handvoll Frauen jenseits eines bestimmten Alters erfolgreich. Das ist so schade, denn Männer können es ihr ganzes Leben lang sein; das ist zum Kotzen. Aber es gibt definitiv immer mehr starke Frauenrollen.“ Ihre eigenen Vorbilder sind „superstarke Frauen“ wie ihre enge Freundin Sienna Miller, Angelina Jolie und Lena Dunham. „Ich würde gerne einen Serienkiller spielen, so wie Charlize Theron in ,Monster‘, eine böse Figur.“ Ihr größter Wunsch: „Ich würde gerne Regie führen. Das wäre unglaublich.“

Delevingne sprudelt nicht nur vor Ideen, bisher hat sie sich auch schauspielerisch auf ihr Bauchgefühl verlassen - und es hat sich bezahlt gemacht. „Wahrscheinlich sollte ich lernen zu schauspielern; andererseits, jede Lebenserfahrung ist Schauspielunterricht: Liebe, Tod, Verlust, Probleme mit den Eltern.“

In „Pan“ mit Hugh Jackman ist sie diesen Sommer als Meerjungfrau zu sehen. Überhaupt ist sie sehr beschäftigt: Sie spielt eine Hauptrolle in der Filmadaption der Comicserie „Suicide Squad“ zusammen mit Will Smith, Ben Affleck und Margot Robbie. Weitere anstehende Filme sind „London Fields“ mit Johnny Depp, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Martin Amis, und das Science-Fiction-Drama „Valerian“ von Regisseur Luc Besson.

Seit Jahren keinen freien Tag mehr

Wenn man Delevingne so hört, wie sie nacheinander die anstehenden Projekte herunterrasselt, überrascht es nicht, dass sie müde ist. Wie entspannt sie sich? „Entspannen?“ Sie wiederholt das Wort belustigt, die Augenbrauen verkrampft. „Ich hatte seit Jahren keinen freien Tag mehr, und wenn ich nicht arbeite, denke ich ans Arbeiten, was schrecklich ist. Ich mache zweimal am Tag Yoga, das hilft mir zu entspannen: Mir gehen so viele Dinge durch den Kopf, ich brauche Yoga, um mich zu erden. Außerdem nehme ich meine Gitarre überallhin mit, und ich schreibe Musik. Ob man das bodenständig nennen kann, ich weiß es nicht. Ich habe das Gefühl, über den Dingen zu schweben.“

Enge Freunde, sagt sie, die sie schon ewig kennen, würden jedenfalls dafür sorgen, dass sie auf dem Boden bleibt. „Die haben keine Angst, mir zu sagen, wenn ich ein absolutes Arschloch bin. Aber wissen Sie, ich erinnere mich jeden einzelnen Tag daran, wie viel Glück ich habe und wie wichtig es ist, den Spaß nicht zu verlieren. Habe ich jetzt Spaß? Oh Gott, viel zu viel“, sie grinst. Und damit signiert die hinreißende Cara Delevingne ein weiteres Buch und macht sich davon in ihr nächstes Abenteuer.

„Margos Spuren“ läuft am 30. Juni an; Rezension im Feuilleton.

Quelle: F.A.S.
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