Ringe für Männer

Das nehmen wir in die Hand

Von Jennifer Wiebking
16.04.2021
, 09:24
Sie erfahren durch die Pandemie einen Aufschwung: Ringe findet man nicht mehr nur an verheirateten Männer-Händen. Als Modeaccessoire sind sie sowohl vor der Computer-Kamera als auch auf der Baustelle ein echter Hingucker.

Menschen, die Ohrringe tragen, haben mit dem Mund-Nasen-Schutz leider noch eine Sorge mehr. In den ersten Monaten der Maskenpflicht mag Ohrschmuck als wunderbare Fügung betrachtet worden sein: an einer Stelle ein bisschen mehr zeigen, wenn an anderer weniger zu sehen ist.

Ein Jahr nach Einführung der Pflicht zum Tragen eines Schutzes über Mund und Nase lässt sich feststellen: Viele Ohrringpaare sind voneinander getrennt, für immer. Denn beim Auf- oder Absetzen der Maske haben ihre Besitzerinnen einen davon versehentlich mit abgeschoben – und verloren. Auch Juweliere haben das Problem schon erkannt, eine Lösung allerdings gibt es bislang nicht.

Vielleicht wäre das eine: Tragen Sie keine Ohrringe mehr! Tragen Sie mehr Ringe! Natürlich kleben auch die nicht am Finger, und besonders Männer haben Erfahrung darin, Eheringe zu verlieren. Aber die Renovierung eines Hauses können sie schon überstehen, unsere Bilder zeigen es. Der Love-Ring von Cartier passt auch zum Bohrschrauber.

Überhaupt könnten Ringe in der Pandemie bei Männern einen Aufschwung erfahren. Wenn Krawatten schon zuvor am seidenen Faden hingen, dann ist die Erfolgsgeschichte nun endgültig gerissen. Der Ring hingegen macht selbst über die Computer-Kamera etwas her, wenn man einen Sachverhalt mit den Händen lebendiger schildern möchte. Der Einstieg ist leicht, es gibt ja den Ehering.

Die Modelle von Lilian von Trapp kann man auch vor dem Traualtar auf den Finger des anderen schieben oder sie wie Modeaccessoires tragen. Wellendorff ist ebenfalls dabei. In Pforzheim hat man schon viele Ringe entworfen: Jahresringe, drehbare mit Solitären – sie waren allesamt stets für die Finger von Frauen. Nun gibt es auch einen Wellendorff-Ring für Männer.

Die jüngeren Marken sind ohnehin im Thema und nehmen auch größere gestalterische Eingriffe vor, etwa mit Sprossen von Ariane Ernst. Oder mit Gold-Nugget von Golpira, der schöne Name: Loved & Found. Was man von vielen verlorenen Einzelohrringen leider nicht sagen kann.

Quelle: F.A.Z. Magazin
Jennifer Wiebking - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Jennifer Wiebking
Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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