Möbelmarke Bannach

Der Mann mit dem Tisch

Von Jasmin Jouhar
06.07.2022
, 18:21
In aller Ruhe gründen: Die Berliner Möbelmarke Bannach präsentiert ihre neue Kollektion. Wir saßen mit Gründer Moritz Bannach an seinem schon ikonischen Erstlingswerk: dem Tisch „Uno“.
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Moritz Bannach nimmt sich Zeit. Als der Berliner vor vier Jahren seine Möbelmarke Bannach startete, tat er das mit einem einzigen, selbstentworfenen Stück, einem Tisch in verschiedenen Varianten. Doch mehr hätte es auch gar nicht gebraucht, denn die „Uno“-Tische erwiesen sich als Senkrechtstarter – trotz oder gerade wegen der ambitionierten Farbkombinationen, in denen sie erhältlich sind. Internationale Magazine zeigten sie in Neuheiten-Strecken, Architektinnen und Architekten orderten sie für Bauprojekte.

Jetzt, vier Jahre später, stellt Moritz Bannach den Tischen eine neue Kollektion mit vier weiteren Einrichtungsobjekten an die Seite. Und es fühlt sich keinen Tag zu spät an. Während so manches Berliner Start-up rasant Investorengeld verbrennt und wieder vom Markt verschwindet, ist Moritz Bannach immer noch da, verkauft seine Tische an Privatleute und Unternehmen, reinvestiert die Einnahmen gleich wieder und ist „dankbar, dass sich alles so gut gefügt hat“.

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Marke mit Wiedererkennungswert

Mit den neuen Produkten, einem Beistelltisch, einem Konsoltisch, einem Hocker und einer Vase, verwirklicht Moritz Bannach nun „langsam und in Ruhe“ den nächsten Schritt seines Plans. „Die Tische sollten das Statement setzen.“ Und auf Basis dieses Statements geht die Marke in die Breite, mit einer ganzen Einrichtungskollektion. „Das Ziel ist es, etwas zu erschaffen, was es noch nicht gab“, sagt der ausgebildete Landschaftsarchitekt beim Gespräch im Berliner Restaurant Frieda, wo einer der Tische steht. „Etwas zu kreieren, was Bestand hat. Eine Marke mit Wiedererkennungswert.“

Mit den „Uno“-Tischen dürfte ihm das schon gelungen sein: Die einfachen, aus massiven Platten zusammengesetzten Stücke hat wohl jeder schon mal gesehen, der sich für zeitgenössisches Möbeldesign interessiert. Und in der Farbkombination Rosa-Dunkelgrün-Weinrot-Orange bleiben sie definitiv in Erinnerung. Die Inspiration für diesen ersten eigenen Entwurf? „Ich mochte schon immer das Geradlinige“, antwortet der Gründer. „Donald Judd finde ich super, die Geometrien, die Abstände.“ Andere Künstler wie Josef Albers oder Imi Knoebel beeinflussten sein Farbverständnis.

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Kindheit mit Klassikern

Die Liebe zu Möbeln wuchs indes schon in der Kindheit: Moritz Bannachs Mutter führte ein Antiquitätengeschäft und sammelte selbst Designobjekte. Die Familie lebte mit Klassikern von Vitra oder B&B Italia. In seiner Jugend habe er sich aber nicht besonders damit beschäftigt. Erst als er während des Studiums in einer Schaffenskrise steckte und zufällig in einem Berliner Designgeschäft vorbeikam, habe er den „Aha-Effekt“ erlebt. Er ließ sich umgehend in dem Geschäft anstellen, schloss sein Landschaftsarchitektur-Studium ab und wagte sich danach an die Gründung. „Ich habe mich einfach getraut“, erzählt er und lacht, als könne er es selbst nicht glauben.

Fertigen lässt er seine Möbel in Deutschland, sie sind bei Händlern oder direkt über die Bannach-Webseite erhältlich. Parallel arbeitet er zurzeit noch für ein großes Berliner Immobilienprojekt, kümmert sich um Planung und Einrichtung der Wohnungen, berät Kundinnen und Kunden bei der Ausstattung. Für die neue Bannach-Kollektion engagierte er den befreundeten Designer Julius Heinzl, der unter anderem einen Konsoltisch mit apartem Wellenprofil beigesteuert hat. Bannach selbst entwarf zwei Objekte, einen Hocker mit Sitzfläche aus Wiener Geflecht und einen Beistelltisch aus zwei kreuzweise gestapelten Kuben.

Für diesen Tisch namens „Arco“ hat Bannach wieder eine Reihe extravaganter Farb- und Materialkombinationen konzipiert. So gibt es Versionen aus expressiv gemustertem Sperrholz oder Laminaten, die der italienische Designer und Architekt Ettore Sottsass einst entwickelte. Wiedererkennungsfaktor? Mal wieder hoch!

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Quelle: FAZ.NET
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