Möbelunternehmen Zanat

„Wir wollen, dass unsere Möbel vererbt werden“

Von Jasmin Jouhar, Mailand
09.09.2021
, 20:53
Das bosnische Möbelunternehmen Zanat bringt internationale Designer und lokales Handwerk zusammen. Auf der Möbelmesse Salone del Mobile hat es nun seine neuen Stücke vorgestellt.
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Design wird gerne als entbehrliches Extra unterschätzt. Dabei kann eine gute Gestaltung die Welt zumindest ein bisschen besser machen, wie das bosnische Familienunternehmen Zanat zeigt: 2015 in dem kleinen Ort Konjic südlich von Sarajevo gegründet, stellt das Unternehmen Wohnmöbel und dekorative Accessoires her. Dabei belebt Zanat die lokale bosnische Holzschnitztradition mit Unterstützung internationaler Designerinnen und Designer wie Monica Förster, Sebastian Herkner oder Ilse Crawford. Zur Mailänder Möbelmesse Salone del Mobile, die dieses Jahr wieder stattfinden konnte, stellt das Unternehmen jetzt erstmals Produkte vom italienischen Architekten und Gestalter Michele de Lucchi und dem französischen Designer Patrick Norguet vor.

Wie können kunstvolle, mit Schnitzereien verzierte Holzschalen von Michele de Lucchi oder Sitzbänke von Patrick Norguet die Welt verbessern? Zum einen, weil ihre Herstellung dringend benötigte Arbeitsplätze schafft. Denn Zanat lässt alle Produkte in der eigenen Manufaktur in Konjic fertigen, von eigens ausgebildeten Fachkräften. Innerhalb von fünf Jahren ist die Belegschaft von 15 auf rund 60 Personen angewachsen, darunter auch etwa 20 Frauen – in einer Region, aus der viele junge Menschen mangels anderer Perspektiven ins Ausland auswandern müssen.

Doch die Designprodukte von Zanat sorgen nicht nur für Arbeitsplätze: „Es ist unser Ziel, mithilfe von Gestaltung die Handwerkstradition zu erhalten“, sagt Zanat-Gründer und Geschäftsführer Orhan Niksic. Seine Familie stellt seit über 100 Jahren Möbel und Gebrauchsgegenstände aus geschnitztem Holz her, er gehört bereits zur vierten Generation, die sich dem Handwerk verschrieben hat. Über drei Kriege und große politische Umbrüche hinweg konnte die Familie die Tradition bewahren. Die Bedeutung des Schnitzhandwerks von Konjic ist sogar von der UNESCO anerkannt: 2017 wurde das kunstvolle Schnitzen auf die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.

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Auch bei der Auswahl des Materials denkt und handelt Zanat regional: Alle Bäume, die das Unternehmen verarbeitet, stammen aus bosnischen Wäldern. Für jeden gefällten Baum lässt Zanat drei neue nachpflanzen. Verwendet werden ausschließlich Laubhölzer wie Ahorn, Esche, Walnuss und Kirsche. „Nachhaltigkeit ist intrinsischer Teil unserer Arbeit“, sagt Niksic. Dabei sei die Herkunft des Materials genauso wichtig wie die Langlebigkeit der Produkte. „Wir hoffen, dass möglichst viele unserer Möbel weitervererbt werden. So wie mein Großvater viele Stücke an uns weitergegeben hat.“

Quelle: FAZ.NET
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