Smart Fashion

Innovative Mode aus Berlin

Von Katja Kasten
17.02.2019
, 10:21
Smart Fashion ist mehr als der Schrittmesser am Handgelenk. Zwei Designerinnen aus Berlin denken weiter und vereinen Kleidung mit Elektronik. FAZ.NET stellt Ihnen ein paar der ausgefallenen Entwürfe vor.
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Ein Jahr lang haben sie sich auf ein Experiment eingelassen. Mika Satomi und Hannah Perner-Wilson haben für ihr Label Koba ein Ladengeschäft in Kreuzberg angemietet und gegenüber dem Görlitzer Park eine Schneiderei für elektronische Textilien eröffnet. Jeder, der eine Idee hatte, konnte vorbeikommen und diese zu einem fairen Preis entwickeln lassen. Das Projekt war Teil eines von der EU geförderten Programms, bei dem es unter dem Namen „Wear Sustain“ um alternative Wege in der Entwicklung elektronischer Textilien geht.

Perner-Wilson und Satomi verstehen sich als kreative und zugleich kritische Stimme eines Trends, der Kleidung und Technologie vereinen möchte: „Es sind die großen Firmen, die bestimmen, was auf den Markt kommt. Doch wissen sie überhaupt, was wir von elektronischen Textilien wollen? Und haben die Menschen nicht vielleicht eigene Ideen davon, wie die Zukunft der Kleidung aussehen kann?“, sagt Perner-Wilson, die 36 Jahre alt ist.

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Spaß am Ausprobieren

Wer Smart Fashion trägt, dem geht es oft darum, sich selbst zu vermessen. Kleidung wird zum Sensor. Uhren, Armbänder, Hosen, Schuhe oder T-Shirts erfassen Körperfunktionen. Sie kontrollieren den Schlaf und die Körperhaltung oder analysieren das Stress-Niveau. Große Unternehmen geben hier üblicherweise die Richtung vor. Levi’s zum Beispiel entwickelte zusammen mit Google eine Jacke, die durch Wischen oder Tippen am Ärmel das Smartphone aktiviert. Schlappe 350 Dollar kostete das Stück aus Jeansstoff, das, wie sich herausstellte, nur wenige Waschgänge überlebte.

Seit zehn Jahren arbeiten Satomi und Perner-Wilson, die sich an der Kunst-Universität in Linz kennengelernt haben, an gemeinsamen Projekten abseits des Mainstreams. Die heute 44 Jahre alte Satomi studierte Grafik-, Perner-Wilson Produktdesign. Ihre erste gemeinsame E-Textilie war eine Massagejacke, in deren Rückenteil eingebaute Sensoren mit einer Spielkonsole verbunden sind. Das war vor zehn Jahren. Sie nähten ein Touchpad in den Stoff und bauten die Widerstände, Schaltknöpfe und Regler selbst.

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Sicher ist: Vieles, was die Designerinnen in diesem vergangenen Jahr gefertigt haben, ist speziell. Doch genau ums Ausprobieren geht es den beiden.

Quelle: F.A.S.
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