Afew Goods Yamasura Soil

Nachhaltige Sneaker in Eigenproduktion

Von Aylin Güler
17.09.2021
, 10:15
Der Afew Goods Yamasura Soil erinnert an die achtziger und neunziger Jahre – und setzt auf Nachhaltigkeit.
Unter dem Sublabel Afew Goods haben die Brüder Andreas und Marco Biergen eine Marke gegründet – und nun ihren ersten eigenen Turnschuh herausgebracht. Nachhaltigkeit und Style treffen auf Farbvariationen und Kontrast. Die Kolumne Sneak around.

Der Düsseldorfer Sneaker-Store „Afew“ erschafft das, wovon viele Fans träumen: seinen eigenen Turnschuh. Nach fast zwei Jahrzehnten im Geschäft und vielen erfolgreichen Kooperationen kam nun am 31. Juli der erste eigene Schuh auf den Markt: der Afew Goods Yamasura Soil. Die Silhouette wurde bewusst mit einem japanisch klingenden Namen versehen – der Düsseldorfer Store liegt mitten im japanischen Viertel der Stadt. Unter dem Sublabel Afew Goods haben die Brüder Andreas und Marco Biergen eine Marke gegründet, die Nachhaltigkeit und Style verbinden soll.

Shirts, Hoodies, Socken, Taschen und Caps werden ebenfalls hergestellt. „Mit Afew Goods vereinen wir die zwei Welten von Streetwear und Nachhaltigkeit“, beschreiben sie ihr Konzept. „Es ist uns durchaus bewusst, dass wir ein Teil des ökologischen Problems sind, das aus der Modeindustrie resultiert. Doch anstatt tatenlos zuzusehen, wollen wir vielmehr zu einer Lösung beitragen.“ Diesen Ansatz setzen sie mit dem Yamasura fort, einem Modell, das überwiegend aus nachhaltigen Materialien besteht.

Bald 100 Prozent nachhaltig

Drei Jahre lang arbeiteten sie an dem Schuh, nach elf Prototypen war es so weit, und der Yamasura Soil wurde offiziell präsentiert. Das Design und die Farbgebung der Zwischensohle sind zweigeteilt, inspiriert wurden die Designdetails der Zwischensohle vom Ferrari Testarossa und dessen markanten seitlichen Kühlerschlitzen. Insgesamt erinnert der Look des Schuhs an die achtziger und neunziger Jahre, was vor allem an den Farbvariationen und am Kontrast sichtbar wird. Die Sohle wird von ForEver hergestellt, einem im Norden Portugals ansässigen Unternehmen, das ein umweltfreundliches Verfahren zur Herstellung des Kunststoffs Ethylen-Vinylacetat (EVA) entwickelt hat, indem es Algen als Hauptbestandteil verwendet.

Als weitere Rohstoffe werden laut Afew synthetisches, veganes Wildleder, Nubuk und Mesh genutzt. Das Obermaterial wird mit einer recycelten Polyurethan-Einlegesohle und der Zwischensohle von ForEver kombiniert. Auch farblich wird das Thema Nachhaltigkeit aufgegriffen, durch Erdfarben wie Braun und Grau für das Obermaterial. Die Schuhbox wird wie der Rest des Schuhs in Portugal produziert und besteht aus Recyclingpapier.

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Bei der Herstellung setzt Afew ganz auf Transparenz: Von der Produktion über die Herkunft der Materialien bis zum Herstellungspreis ist alles auf der Website nachzulesen. Als Afew die Reise zum ersten eigenen Sneaker begann, wollten sie einen Schuh kreieren, der zu 100 Prozent nachhaltig ist. Dieses Ziel wurde (noch) nicht erreicht, wie Andreas Biergen in einer Youtube-Dokumentation sagt. Afew will diesem Ziel aber näher kommen, indem weiter mit innovativen Materialien experimentiert wird. „Wir wollen auf lange Sicht eine Vorreiterrolle einnehmen“, sagt Marco Biergen.

Wer einen Sneaker sucht, der fair produziert wurde und aus der Hand einer nachhaltigen, deutschen Marke stammt, der ist mit dem Afew Goods Yamasura Soil bestens beraten. Allerdings sind die 210 Euro teuren Sneaker derzeit ausverkauft, da man sie nur durch eine exklusive Online-Verlosung erwerben konnte. Ob sie noch einmal nachproduziert werden, ist offen.

Quelle: F.A.Z. Magazin
Autorenrporträt / Güler, Aylin
Aylin Güler
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