Hoka One One x Bondi B

Superleicht und klobig zugleich

Von Aylin Güler
23.11.2019
, 11:04
Der einstige Pionier aus dem Laufsport mit der dicken Gummi-Sohle aus abriebfestem Material begeistert nun auch die Modewelt: Die Neuauflage des Bondi in der Kolumne Sneak around.

Hinter jedem Laufschuh steckt eine Geschichte. Der Hoka One One Bondi, der 2011 auf den Markt kam, ist keine Ausnahme: Die Franzosen Nicolas Mermoud und Jean-Luc Diard wollten 2009 einen Laufschuh entwickeln, mit dem sie schneller bergab laufen konnten. Dafür gründeten die beiden ehemaligen Salomon-Mitarbeiter Hoka One One (ausgesprochen: O-Nay O-Nay), was auf Mãori so viel bedeutet wie „über die Erde fliegen“.

Die beiden Franzosen orientierten sich an technologischen und gestalterischen Fortschritten beim Laufen sowie an vielen anderen Sportarten wie Skifahren, Snowboarden, Mountainbiken, Golf und Tennis. Vor allem aber ließen sie sich vom Trailrunning inspirieren, einer Sportart, bei der es oft steil bergauf und bergab geht. In kürzester Zeit kreierten Mermoud und Diard den Bondi B.

Als der Schuh 2011 auf den Markt kam, war das eine Überraschung in einem Laufsportmarkt, in dem Schuhe mit flachen Sohlen dominierten. Dennoch lief Hoka gut in der Welt des Sports. Der Bondi B hat eine hochentwickelte Silhouette. Er ist außerdem der erste Schuh der Marke, der als „Road“-Modell superleicht und zugleich adäquat gedämpft ist. Die Sohle ist chunky – so leistete Hoka Pionierarbeit für den klobigen Schuh-Look, obwohl dieses Design tatsächlich nur mit Blick auf die Funktion gewählt wurde.

Völlig verrückt oder ganz solide

Acht Jahre nach dem ersten Release bringt der kalifornische Performance-Rennspezialist den Bondi B nun wieder zurück auf den Markt. Und wie man es von Hoka kennt, wurde an technischen Details nicht gespart: Ein atmungsaktives doppeltes Obermaterial aus Netzstoff sorgt für ein geschmeidiges Laufgefühl, die Außensohle aus abriebfestem Gummi für mehr Strapazierfähigkeit. Um dieses Mal auch die Modewelt zu erreichen, hat sich Hoka One One das amerikanische Modelabel Engineered Garments ins Boot geholt.

Designer Daiki Suzuki ist dafür bekannt, dass seine Produkte von amerikanischer Sportmode, Outdoor-Bekleidung und Militäruniformen beeinflusst werden. Suzuki, ein erfahrener Marathonläufer, der inzwischen im Ruhestand ist, wurde 2015 von einem Freund zum ersten Mal auf Hoka aufmerksam, und die Polsterung hat es ihm sofort angetan. Die Neuauflage des Bondi kommt in drei Farbvarianten: einfarbig in Weiß und Schwarz sowie im angesagten Colorblocking aus Rot, Grün, Gelb und Blau. Das passt gut in den Ansatz von Engineered Garments: entweder durch und durch verrückt werden oder einfach und solide bleiben.

Der Bondi B beweist, dass es sich immer wieder lohnt, auch kleineren Marken eine Chance zu geben. Wer also offen ist für alles fernab von Hype und Mainstream, der sollte sich ihn mal näher anschauen.

Quelle: F.A.Z. Magazin
Autorenrporträt / Güler, Aylin
Aylin Güler
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