Nike Dunk Low Coast UCLA

Schuh-Glück muss man sich leisten können

Von Aylin Güler
03.05.2021
, 07:09
Egal in welcher Farbgebung oder Kooperation: Der Nike Dunk ist immer in wenigen Minuten ausverkauft. Auf dem Zweitmarkt kann man sie mit Glück für das Dreifache des Herstellerpreises ergattern. Die Kolumne Sneak around.

Sneakerliebhaber kennen kaum finanzielle Grenzen, wenn es um den Kauf von limitierten Schuhen geht. Dafür schauen sie immer öfter auf den Resale-Markt, den Weiterverkaufsmarkt. Gefragte Schuhe bekommt man dort aber nur selten zum Herstellerpreis. Als Ende 2020 erste Bilder des Nike Dunk Low Coast erschienen, war mir klar, dass ich diesen Schuh haben muss. Leichter gesagt als getan. Der blau-weiße Dunk war, als er im Januar herauskam, innerhalb von Sekunden ausverkauft. Bei Raffles, bei denen man das Kaufrecht für einen limitierten Schuh erwerben kann, ging ich ebenfalls leer aus.

Meine letzte Chance war der Zweitmarkt. Ich beobachtete die Preise auf der Sneakerbörse StockX und schlug zu, als mir der Preis fair erschien – immerhin noch das Dreifache des Herstellerpreises. Der Schmerz hielt nur kurz an, denn ich habe endlich meinen ersten Dunk im Schuhregal. Doch warum ist dieser Sneaker so begehrt?

Schnell das Objekt der Begierde

Wie so oft in der Sneaker-Szene war Basketball die Grundlage. Ein junges Team um Designer Peter Moore, der schon für den Jordan 1 verantwortlich war, schuf 1985 den Basketballschuh Nike Dunk High. Optisch war er an den „großen Bruder“ von 1982 angelehnt, den Air Force 1. Damals war der College-Basketball auf dem Höhepunkt. Da die Rivalität zwischen den Colleges groß war, entwarf Nike den Dunk in den zwölf Farbgebungen der großen Colleges. Beworben wurde der Schuh mit dem Slogan „Sei deiner Schule treu“ – ein geschicktes Marketing, das den Sneaker schnell zum Objekt der Begierde machte.

Erfolgreich war der Dunk auch neben dem Court. Als in den späten neunziger Jahren der Skateboard-Boom richtig in Fahrt kam, begann für den Dunk eine neue Zeit. Die Mittelsohle mit niedrigem Profil, die Stabilität, die gute Dämpfung und vor allem die griffige Sohle machten ihn auch zum idealen Skateschuh. 2002 gründete Nike die SB-Abteilung und stellte den Dunk dort ins Rampenlicht. Viele Kooperationen mit Supreme, Stüssy, Diamond Supply und weiteren folgten.

Immer in wenigen Minuten ausverkauft

Zum 35-Jahr-Jubiläum ist der Dunk seit 2020 wieder auf einem Höhepunkt. Die Kooperation mit Virgil Abloh gehört zu den gefragtesten Releases des vergangenen Jahres, und der Hype um den Dunk Ben & Jerry's ist schier grenzenlos. Egal in welcher Farbgebung oder Kooperation: Die 100-Euro-Schuhe sind immer in wenigen Minuten ausverkauft. Viele kaufen sie nur, um sie weiterzuverkaufen, also zu „resellen“, zum Beispiel über StockX.

Doch der Markt ist volatil, Werte können verfallen, und Geduld braucht man obendrein. Als Verkäufer hat man vorab die Möglichkeit, ein Angebot zu inserieren, Käufer können Gebote abgeben und Angebote akzeptieren. Sobald es zu einem Abschluss kommt, schickt der Verkäufer den Schuh in ein StockX-Authentifizierungslager. Dort prüfen Mitarbeiter die Echtheit. Wenn sie bestätigt ist, wird der Schuh zum Käufer versendet.

Glück muss man sich leisten können. Kaum ein anderes Modell hat mich in den vergangenen Monaten so sehr beschäftigt wie der Nike Dunk. Ich bin froh, endlich ein Paar ergattert zu haben, und zwar für einen einigermaßen fairen Preis, trotz Resell.

Quelle: F.A.Z. Magazin
Autorenrporträt / Güler, Aylin
Aylin Güler
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