Vans ComfyCush Era

Diese Sneaker lassen Sie auf Wolken schweben

Von Aylin Güler
28.04.2019
, 10:37
Das erste Vans-Modell, das von Athleten und Kunden mitentwickelt wurde, ist zurück. Und beweist wieder mal: Die kann man auch jenseits des Skateparks tragen. Die Kolumne Sneak around.

Im März 1966 eröffneten vier junge Männer im sonnigen Kalifornien die Schuhfirma Van Doren Rubber Company. Damals war der Laden bis auf drei Ausstellungsstücke leer, denn Kunden mussten erst ihren Farb- und Modellwunsch als Bestellung aufgeben. Bei Skateboardern fanden die Schuhe dank der robusten Verarbeitung schnell großen Anklang, denn aufgrund der vulkanisierten Sohle mit dem Waffelmuster konnten sie ihr Brett besser kontrollieren. So wurde Vans schon Ende der sechziger Jahre Teil einer aufstrebenden Subkultur. Mehr als fünf Jahrzehnte später leben die Ideen des Mitgründers Paul Van Doren fort, nicht nur durch das Skaten, sondern auch durch Kunst und Musik eine Kultur kreativer Ausdrucksweise zu fördern.

Die erste Version des Vans Era wurde 1976 eingeführt, weil sich die Skate-Legenden Tony Alva und Stacy Peralta funktionalere Schuhe zum Skateboarden gewünscht hatten. Der Era wurde zum ersten Vans-Modell, das durch die Zusammenarbeit von Athleten und Verbrauchern geschaffen wurde. Im selben Jahr kam außerdem erstmals das bis heute bekannte „Vans Off The Wall“-Logo heraus, was im Deutschen so viel heißt wie „von allen guten Geistern verlassen“. Es soll den verrückten und coolen Geist der Marke widerspiegeln.

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Ende der Siebziger gab es schon 70 Vans-Läden in Kalifornien, und die Marke wurde von Händlern schließlich auch international vertrieben. Trotz der Popularität gelang der weltweite Durchbruch erst 1982. Sean Penn trug damals im Jugendfilm „Ich glaub', ich steh' im Wald“ Vans-Slip-Ons mit dem Schachbrettmuster. Die Kids feierten den Film, und die Schuhe wurden zum Symbol einer ganzen Generation. Der Checkerboard war plötzlich weltbekannt und gehört heute neben Nike Air Jordan und Converse Chucks zu den legendärsten Sneakern.

Der neue ComfyCush wurde ebenfalls dank Kunden-Feedback entwickelt. Er hat eine einteilige Innenseite mit Zungenbefestigung für eine verbesserte Passform, eine zusätzliche Fußgewölbestützung und eine im Verbund gefertigte Konstruktion aus Schaumstoff und Gummi. Diese Neuerung soll Sneakerheads auf Wolken schweben lassen. Schaumkautschuk-Polsterungen sind zwar nicht neu, doch Vans arbeitet seit 2016 an einem firmeneigenen Schaumstoff. Die genaue Härte des Gummis für einen angenehmen Tragekomfort zu bestimmen, hat Jahre gedauert.

In den vergangenen Jahren stach das Label vor allem durch Designer-Kooperationen hervor. 2013 gab es eine „collab“ mit Metallica, bei der jedes Bandmitglied einen eigenen Schuh entwarf. Auch der Trend-Designer Gosha Rubchinskiy entwarf eine eigene Vans-Edition und reihte sich damit in eine namhafte Liste ein, die von Marc Jacobs über Kenzo bis Supreme reicht.

Als ich vor 15 Jahren Vans statt Swoosh auf dem Schulhof trug, wurde ich von Mitschülern noch belächelt. Heute sind die Sneaker auch jenseits der Skaterszene verbreitet. Die Unisex-Modelle Era, Old Skool, Authentic, Sk8-Hi und Slip-On sieht man überall, auch in meinem Schuhschrank. Klassiker eben.

Quelle: F.A.Z. Magazin
Autorenrporträt / Güler, Aylin
Aylin Güler
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