FAZ plus ArtikelNordic Wasabi

Das teuerste Gemüse der Welt

Von Florian Siebeck
26.08.2021
, 13:50
Schnell essen: Der Geschmack verfliegt in 15 Minuten.
Wasabi ist eine weltweit begehrte Delikatesse – und teuer: Ein Kilo kostet mehr als 200 Euro. Jetzt wird er auch mitten im Atlantik angebaut.
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Sigurður Laufdal, den alle nur Siggi nennen, ist einer der besten Köche Islands. Der preisgekrönte Küchenchef, der die kleine Inselnation in diesem Jahr beim Vorentscheid des Bocuse d’Or, des internationalen Kochwettbewerbs in Lyon, vertritt, glaubt an Einfachheit und ausgewogene Aromen. Bei seinen Gerichten arbeitet er ausschließlich mit Zutaten aus seiner isländischen Heimat. Weißem Thymian, frischem Fisch und neuerdings: Wasabi. „Ich liebe frisches Wasabi. Es ist ausgeglichen im Gaumen; scharf, aber dennoch zart genug, um den Geschmack der anderen Zutaten zur Geltung kommen zu lassen. Mit etwas Kreativität ist es der Star auf dem Teller.“

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Als Siggi zum ersten Mal hörte, dass zwei junge Landsmänner die Pflanze auf der Insel anbauen, war er verdutzt. „Ich dachte: Die haben sie doch nicht mehr alle.“ Denn Wasabi ist nicht nur eine der teuersten Nutzpflanzen der Welt, sie gilt auch als die am schwierigsten zu kultivierende. In seiner ursprünglichen Heimat, der japanischen Präfektur Shizuoka, wächst der Wasabi entlang schattiger, feuchter Ufer kalter Gebirgsbäche. Er ist eine kapriziöse Pflanze. Mag Sonne, aber nicht zu viel; gedeiht zwar in Erde, aber lieber noch in fließendem Quellwasser; mag Temperaturen zwischen 12 und 18 Grad, aber ändern sollten sie sich möglichst nicht. All das sind Parameter, die einen industriellen Anbau dieser Pflanze sehr schwer machen.

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Quelle: Frankfurter Allgemeine Quarterly
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