FAZ plus ArtikelOptimierungswahn von Genitalien

Erreicht der Schönheitswahn nun auch die Intimzone?

Von Celina Plag
Aktualisiert am 04.07.2019
 - 12:02
Zahlreiche Experten und Fachleute haben es in letzter Zeit verstärkt auf die Kosmetik der weiblichen Intimzone abgesehen.
Mit weniger Scham und größerer Lust: Kaum reden Frauen befreiter über ihre Körper, sorgt eine ganze Vulva-Ökonomie dafür, dass sofort wieder neue Normen und Ideale erfüllt werden sollen – Cremes, Tinkturen und OPs inklusive.

Vor einer Weile machte in den sozialen Medien eine Karikatur zweier Hoden die Runde. Nummer eins sah so aus, wie diese männlichen Geschlechtsorgane nun mal aussehen: Die Haut fahl und etwas schrumpelig, ein paar Haare hier und da, das Leben hing bereits an ihm herunter. Nummer zwei hingegen war eine straffe, prallrunde, leuchtend roséfarbene Erscheinung. „Wenn Frauen Hoden hätten“, lautete der Titel der idealisierten Version. Amüsanter – und wahrer – lässt sich die Botschaft kaum formulieren: Für Frauen gelten andere Schönheitsmaßstäbe als für Männer, egal an welcher Stelle des Körpers.

Dass der Optimierungswahn selbst vor den weiblichen Genitalien nicht haltmacht, zeigt momentan eine Flut neuer Beautymarken, die von den Vereinigten Staaten und Asien aus weltweit die Region um die Vulva mit Feuchtigkeitsmasken, Anti-Aging-Seren und Pflegecremes perfektionieren und verjüngen wollen. Simple Wasch- und Pflegelotionen für den Intimbereich gab es schon immer, irgendwo zwischen Hornhautsalben und Inkontinenzeinlagen in den hinteren Regalfächern von Apotheken und Drogerien.

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Quelle: F.A.Z. Quarterly
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