FAZ plus ArtikelOrganisierte Kriminalität

Wie viel Mafia steckt in den Tomaten im Supermarkt?

Von Helena Raspe
09.09.2021
, 06:08
Tomate aus Italien: schmeckt uns, aber oft auch der sizilianischen Cosa Nostra, der kalabrischen 'Ndrangheta oder der kampanischen Camorra
Die Landwirtschaft in Italien ist für Kriminelle oft ein gutes Geschäft. Die „Agromafia“ beutet Arbeiter aus, greift Subventionen ab, panscht Olivenöl und Wein und fälscht Etiketten. In Deutschland nehmen wenige das Problem wirklich ernst.
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Diletta Bellotti zermatschte Tomaten und verteilte blutrote Soße auf der italienischen Flagge, die sie als Kleid am Körper trug: „Made in Italy is Made of Blood“, verkündete ihr Plakat, mit dem sie auf öffentlichen Plätzen in Venedig, Rom und anderen Städten Aufsehen erregte. Ihre Botschaft: An unseren Lebensmitteln klebt Blut, das Blut der Landarbeiter auf den Tomatenfeldern. Das war vor zwei Jahren, seitdem kämpft die Aktivistin hauptberuflich gegen das „Caporalato“, das 2011 in das italienische Strafgesetzbuch übernommen wurde und die kriminelle Ausbeutung von Saisonarbeitern beschreibt, sowie gegen andere Formen Organisierter Kriminalität in der Landwirtschaft. In Deutschland ist kaum bekannt, welche Abgründe sich hinter mancher Tomate und anderen Lebensmitteln aus Italien verbergen, nach denen wir im Supermarkt greifen.

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Von dem Büffelmozzarella aus Kampanien über kalt gepresstes Olivenöl bis zur süßen Pachino-Tomate von der Südostküste Siziliens – Deutschland als größter europäischer Abnehmer italienischer Agrarprodukte importiert von dort Lebensmittel für gut fünf Milliarden Euro im Jahr, darunter über 18.000 Tonnen Tomaten. Ein gutes Geschäft auch für die italienische „Agromafia“.

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Quelle: Frankfurter Allgemeine Quarterly
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