65. Eurovision Song Contest

Der ESC in Zahlen

Von Peter-Philipp Schmitt, Grafiken: Felix Brocker
12.05.2021
, 11:27
In Rotterdam wird bereits fleißig geprobt: Am 22. Mai findet in der niederländischen Stadt das Finale des Eurovision Song Contests statt. Alles Wissenswerte rund um die 65. Ausgabe des Wettbewerbs erfahren Sie hier.

Auch wenn das große Finale erst am 22. Mai stattfindet – der Eurovision Song Contest (ESC) in Rotterdam hat schon am Wochenende begonnen. Es wird fleißig geprobt, die Band The Roop aus Litauen stand am Samstagmorgen als erster Teilnehmer für 30 Minuten auf der Bühne in der Ahoy-Arena, gefolgt von Slowenien, Russland, Schweden, Nordmazedonien und Irland. Nur Sängerin Montaigne aus Australien erschien wie zuvor angekündigt nicht zu ihrer Probe: Coronabedingt ist die Delegation von „Down under“ nicht nach Europa angereist und nimmt stattdessen mit einem schon im März auf Band aufgezeichneten Auftritt teil, einer sogenannten Live-on-tape-Performance, die alle Künstler einreichen mussten, damit der Veranstalter gewappnet ist, falls es zu einem Coronafall kommen sollte. Der deutsche Teilnehmer Jendrik Sigwart wird am Donnerstagnachmittag erstmals auf der großen ESC-Bühne stehen und seinen Song „I Don’t Feel Hate“ singen.

Jendrik, wie sich der Sechsundzwanzigjährige als Künstler nennt, ist für das Finale gesetzt, genauso wie die anderen vier Teilnehmer der sogenannten Big Five Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien – sie zahlen den größten Beitrag am Etat der Europäischen Rundfunkunion (EBU) – sowie Gastgeber Niederlande. Alle anderen Länder müssen sich für den 22. Mai erst noch qualifizieren. Das erste Halbfinale mit 16 Kandidaten findet am 18. Mai statt, das zweite Halbfinale mit 17 Aspiranten am 20. Mai. Im Finale am Samstag vor Pfingsten treten dann 26 Länder gegeneinander an.

Infografik Die Teilnehmer und ihre Lieder
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Da der Wettbewerb im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, bekommt Rotterdam in diesem Jahr eine zweite Chance. Das gilt allerdings nicht automatisch für die Künstler, die 2020 antreten sollten. Und schon gar nicht für die eigens komponierten Lieder. Die EBU entschied schon kurz nach der erfolgten Absage im März 2020, dass die Lieder vom vergangenen in diesem nicht noch einmal eingereicht werden dürfen.

Die Entscheidung, wer in diesem Jahr antreten soll, trafen die zuständigen Rundfunkanstalten der teilnehmenden Länder. Nur 13 Interpreten sind neu, 26 kehren mit neuen Liedern zurück. Deutschland musste einen neuen Künstler auswählen, nachdem Ben Dolic, der mit dem Titel „Violent Thing“ zum ESC 2020 fahren sollte, im November bekanntgegeben hatte, dass er 2021 nicht teilnehmen werde. So bekam Jendrik das Ticket für Rotterdam.

Infografik Die erfolgreichsten Länder bisher
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Die EBU wollte den Wettbewerb keinesfalls ein zweites Mal ausfallen lassen. Schon im September veröffentlichte die Verantwortlichen daher vier mögliche Szenarien, wie die Veranstaltung auf jeden Fall stattfinden könnte. Sie reichten von „normal“ bis „Lockdown“. Letzteres hätte bedeutet, dass alle Künstler nur aus der Ferne teilgenommen hätten, so wie Australien.

Infografik Punkte für Deutschland
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Schon Ende März aber wurde der ESC dann auch von Seiten der niederländischen Regierung offiziell zu einem Fieldlab-Event erklärt, bei dem wissenschaftlich untersucht wird, wie eine solche Großveranstaltung unter Pandemiebedingungen ablaufen kann. Zu den drei Live-Shows und den sechs öffentlichen Proben dürfen jeweils 3500 Zuschauer in die Ahoy-Arena kommen, die sonst etwa 16.500 Personen fassen könnte. Und das obwohl die Sieben-Tage-Inzidenz in der Stadt derzeit noch bei rund 280 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liegt.

Infografik Platzierungen der deutschen Beiträge
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Der Wettbewerb lässt sich aber auch aus der Ferne verfolgen: Der in Deutschland für den ESC zuständige Sender NDR bietet auf seiner Website www.eurovision.de dazu ein neues Tool an, das es ermöglicht, die Live-Shows online mit Freunden gemeinsam anzusehen, auch wenn sie räumlich getrennt sind. Bis zu vier Personen können sich per Video zusammenschalten – und das auf nur einer Oberfläche. Darüber hinaus werden alle Shows im Fernsehen auf One, das große Finale auch im Ersten übertragen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Schmitt, Peter-Philip
Peter-Philipp Schmitt
Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.
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