<iframe title="GTM" src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
Kulisse von Ikea

Influencerin macht Fake-Urlaub auf Bali

Von Valerie Scholz
Aktualisiert am 18.02.2020
 - 13:58
Das Video der Influencerin Natalia Taylor, in dem sie ihren Streich aufdeckt, wurde auf Youtube bereits mehr als eine Million Mal angeschaut.
In den sozialen Netzwerken wirkt das Leben stets perfekt. Doch mit einer simplen Aktion lehrt die Influencerin Natalia Taylor ihre Fans: „Traut nicht allem, was ihr im Internet seht“.

Exotische Speisen, Bilderbuchstrände und strahlender Sonnenschein – Influencer posten oft Reisefotos auf Instagram. Dort können ihre Follower dann die gut inszenierten Fotos – ein bisschen neidisch – bestaunen. Das tut auch die amerikanische Influencerin Natalia Taylor. Doch ihre unlängst auf den sozialen Netzwerken dokumentierte Bali-Reise stellte sich nun als einfacher Besuch im Ikea nebenan heraus.

Anfang Februar postete die Influencerin eine Reihe glamouröser Fotos in modern eingerichteten Räumen auf ihrem Instagramprofil. Auf einem zeigte sie sich räkelnd in einer Badewanne, auf einem anderen posierte sie mit einer Sektflasche. Diese Fotos zeigten sie vermeintlich in ihrem Bali-Urlaub, wie die Bildunterschriften nahe legten. Ihre Follower schrieben zahlreiche Komplimente und Freizeittipps für Bali in die Kommentarspalte: „Bali ist mein Lieblingsort“, schrieb eine begeisterte Followerin, Taylor solle unbedingt zum „Sacret Monkey Sanctuary“, dort könne sie schöne Fotos für Instagram machen, schreibt eine andere.

Einige Tage später überraschte die amerikanische Influencerin ihre Fans mit einem Geständnis. Taylor stellte ein Video auf ihren Youtube-Kanal mit dem Titel „I faked a vacation at Ikea“ („Ich habe einen Urlaub im Ikea nachgestellt“). Denn statt wie angeblich in einer schicken Airbnb-Unterkunft auf Bali, nahm sie sämtliche Bilder im schwedischen Möbelhaus auf. Keine Sekunde hatte sie dafür das Land verlassen.

Laut Taylor habe es sich dabei um einen Test gehandelt und sie könne nicht glauben, wie viele Menschen darauf reingefallen seien, erklärt sie in ihrem Video. „Ich liebe euch wirklich. Ich weiß es zu schätzen, dass ihr mich nicht in Frage stellt, obwohl ihr das vielleicht – zumindest für heute – tun solltet“, sagt Taylor.

Dabei sei alles so einfach gewesen, erklärt sie. Sie habe sich zuhause geschminkt und fertiggemacht, danach ist sie mit einer befreundeten Fotografin zum Möbelhaus gefahren. Dort hat sie sich in den verschiedenen Räumen der Möbelausstellung in Szene gesetzt.

Trotz ihrer berufsbedingten Erfahrung mit Foto-Shootings an öffentlichen Orten gab Taylor zu, wie unangenehm ihr das Shooting in dem Möbelhaus war. Obwohl sie und ihre Fotografin öffentliches Aufsehen erregten, wurden sie weder ermahnt, noch rausgeworfen und konnten ihre angeblichen Urlaubsbilder in Seelenruhe inszenieren.

Um die Täuschung noch echter wirken zu lassen, nutzte Taylor darüber hinaus Material aus dem Internet sowie die privaten Videos und Fotos eines Freundes, der tatsächlich eine Bali-Reise hinter sich hatte. Videos, in denen sie sich Zuhause auf den Flug vorbereitet, vom Blick aus dem Flugzeugfenster und vom balinesischen Flughafen Denpasar, ließen das Ganze glaubwürdig erscheinen.

Dennoch wollte Taylor ihren Fans eine faire Chance geben, ihren Streich aufzudecken. Absichtlich verzichtete sie darauf, einige der Preisschilder aus den Bildern zu retuschieren, um zu sehen, ob die Fans aufmerksam genug waren, den Streich zu durchschauen. Am Ende war es jedoch nur eine Minderheit, die den Balibildern misstrauisch begegnete.

Neben einer Prise Selbstironie und einigen Lachern hatte die Aktion auch eine kritische Botschaft. „Ich denke, dieses Video hat eine Lektion, nicht wahr?“, sagt Taylor am Ende ihrer Erklärung. Sie hätte zeigen wollen, wie einfach es sei, sich im Internet als jemand auszugeben, der man nicht ist. „Traut nicht allem, was ihr im Internet seht“, mahnt die Influencerin.

So impliziert dieser harmlose Streich auch eine ernsthafte Kritik an der Social-Media-Welt. Selbst die, deren Beruf von diesem Umfeld abhängen, scheinen zu merken, wie machtvoll die Plattform sein kann. Sie lässt die permanente Inszenierung des eigenen Lebens zur Normalität werden. Wie die Influencerin selber sagt: „So etwas könnte die ganze Zeit über passieren. Ich fange an, alles und jeden in Frage zu stellen“.

Tatsächlich ist ihre Aktion nicht die erste dieser Art: Im vergangenen Jahr begab sich bereits die polnisch-englische Youtuberin Roxxsaurus auf einen Fake-Urlaub nach Bali – allein mit Hilfe von Photoshop. Auch die amerikanische Youtuberin und Schauspielerin Gabbie Hanna hatte auf Instagram einen Trip zum berühmten Coachella Festival inszeniert. Auch sie beanspruchte für sich, mit dem Projekt die Verlogenheit der Sozialen Medien zu kritisieren.

Quelle: FAZ.NET
  Zur Startseite

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.