FAZ plus Artikel„Same body, different pose“

Dieser Trend ist kein Empowerment!

Von Manon Priebe
Aktualisiert am 18.09.2020
 - 09:41
Vorher-Nachher-Bilder auf Instagram sollen zeigen, dass es nur aufs richtige Posieren ankommt.
Frauen posten Fotos von sich in zwei verschiedenen Posen, um zu illustrieren, dass alle Körper „normschön“ sein können, wenn man sie nur richtig fotografiert. Das bewirkt viel, aber sicher kein Empowerment.

„Schaut her, ich bin eine von euch. Wenn ich nicht den Bauch einziehe, habe auch ich ein Fettröllchen. Und wenn der Bikini ungünstig sitzt, habe ich gar keine Wespentaille.“ Diese Botschaft wollen Influencerinnen seit einiger Zeit mit „Same Body, Different Pose“-Bildern senden, einem Trend, der gerade auf Instagram kursiert. Sie posten dann Selfies von sich im Sitzen, bei denen der Bauch nicht ganz so flach ist. Die zerzausten Haare liegen nicht perfekt. Die Lippen sind mal nicht zum Kussmund gespitzt. Die Influencerinnen legen den perfekten Schein ab, posten das Unperfekte.

Denn: Authentizität zieht. Zeig dich, wie du wirklich bist. Das lieben die Leute. Das baut Nähe auf und wirkt sympathisch. Das Problem bei den Bildern in „unvorteilhaften“ Posen sind die Anführungszeichen. Denn die „Uiui, jetzt traue ich mich aber mal was“-Fotos zeigen allesamt wunderschöne, nein: normschöne Körper.

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Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Priebe, Manon
Manon Priebe
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