Ententanz zu „Y.M.C.A.“

Trumps Tiktok-Trend

Von Anna Wender
27.10.2020
, 14:16
Kurz nach seiner Covid-19-Erkrankug tritt Donald Trump auf zahlreichen Wahlkampfveranstaltungen auf. Am Ende tanzt der Präsident gern von der Bühne – und sorgt mit seinen Moves zu Y.M.C.A. für einen neuen Tiktok-Trend.

Kinder und Eltern werden die Schritte noch aus Cluburlaub-Zeiten kennen, in denen die abendliche Minidisco Pflichtprogramm war. Dass der amerikanische Präsident Bewegungen des sogenannten „Ententanzes“ bei seinen Wahlveranstaltungen zum Besten gibt, scheint Zufall zu sein – sorgt aber für einen neuen Tiktok-Hype. Genau die Plattform, die Donald Trump in den Vereinigten Staaten verbieten lassen wollte, verhilft ihm jetzt zu neuer Popularität: Witzige Tanzeinlage oder einfach nur zum Fremdschämen? Die Meinungen scheiden sich beim Thema Ententanz genauso wie bei der Politik des Präsidenten.

Seine Covid-19-Erkrankung scheint Trump jedenfalls ganz gut weggesteckt zu haben, wenn man sich seine Wahlkampf-Kundgebungen anschaut, die neuerdings mit dem Evergreen „Y.M.C.A.“ der Band Village People beendet werden. Dass es dazu eigentlich schon passende Tanzschritte gibt (das mit den Armen geformte „Y“, das geformte „M“ und so weiter), scheint Trump nicht zu interessieren. Für gewöhnlich sehen seine Einlagen so aus: Mit ausgestreckten Armen schwenkt er seine zu Fäusten geballten Hände vor und zurück. Zwischendurch fängt er an zu klatschen und wippt mit seinen Knien – manchmal sogar im Takt. Gegen Ende seiner Veranstaltung in Tuscon, im Bundesstaat Arizona, ging Trump in die Vollen, schwang seine Hüften, passend zu seinen Armen, hin und her – eben wie eine Ente – und verließ applaudierend und dem Publikum Luftküsse zuwerfend die Bühne.

Der tanzende Trump geht viral

Eine Tiktok-Nutzerin postete Mitte Oktober dann einen Remix des tanzenden Präsidenten, ahmte in einem nächsten Video dessen Schritte nach und ging damit viral. Die Reaktionen fielen unterschiedlich aus: Es gab positiven Zuspruch, aber eben auch Kommentare wie „Dieser Präsident ist ein Witz“. Weitere Parodien und Nachahmungen ließen nicht lange auf sich warten und sorgten sogar dafür, dass Präsidenten-Tochter Ivanka Trump den Trend auf ihrem Twitter-Kanal mit den Worten „Ich liebe es“ teilte.

Die Auftritte Trumps enden erst seit Kurzem mit dem als Schwulenhymne geltenden Song „Y.M.C.A.“. Im Juni drohten die Rolling Stones damit, Trump zu verklagen, sollte er weiterhin seine Wahlkampfveranstaltungen mit ihrem Hit „You Can’t Always Get What You Want“ beenden. Auch Künstler wie Neil Young, Phil Collins oder Rihanna wehren sich dagegen, dass Trump ihre Musik zu Wahlkampfzwecken einsetzt.

Quelle: F.A.Z.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot