FAZ plus ArtikelAutor Andreas Steinhöfel

Das späte Glück des traurigen Kindes

Von Judith Lembke
26.01.2022
, 09:22
„Jurrassic World“ mit Abstand an der Spitze
In den beliebten Kinderbüchern über Rico und Oskar spielt Berlin eine Hauptrolle. Der Autor Andreas Steinhöfel hat es in der Stadt selbst nicht ausgehalten. Er ist an den Ort seiner Kindheit zurückgekehrt – trotz schmerzhafter Erinnerungen.
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Wenn Andreas Steinhöfel allein in den Wald geht, und das macht er jeden Tag, sind immer zwei unterwegs: der große und der kleine Andy. Der große läuft mit schnellem Gang und für seine 60 Jahre erstaunlich federnden Schritts über Blätter und Nadeln, ruft seine Hündin Pola zur Räson und grüßt jeden, der ihm begegnet. Er kennt ohnehin fast alle, und über die meisten weiß er auch eine Geschichte zu erzählen. Den kleinen Andy hat er immer im Schlepptau; er ist etwa zehn Jahre alt und vor den Schlägen seines Vaters in den Wald geflohen.

Der große Andy spinnt, während er läuft, seine Texte weiter und denkt über Filmprojekte nach. Der kleine Andy streift durchs Unterholz, beobachtet Käfer und Rehe, erfreut sich an den Farben des Laubes. Für ihn ist der Wald nicht nur Zuflucht vor der Gewalt zu Hause, sondern auch ein magischer Ort voller Leben und Schönheit. „Ich war jeden Tag draußen, jahrelang, fast immer allein. Habe nach der Schule den Ranzen in den Wald geworfen und am Abend wieder eingesammelt. Meinen Eltern war das völlig egal“, sagt Steinhöfel.

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Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Lembke, Judith
Judith Lembke
Redakteurin im Ressort „Wohnen“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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