Internetradio

Programme aus aller Welt

Von Wolfgang Tunze
04.10.2006
, 16:35
Das iRadio von Terratec im Apple-Look
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Zu Spaghetti gibt es italienische Opern und zum Couscous algerische Klänge. Angelehnt an das Apple-Design zapft das kleine iRadio von Terratec täglich eine Internetradio-Datenbank an und liefert so eine interessante globale Musikauswahl.
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Feierabend auf algerische Art: Im Topf der Wohnküche gart Couscous, aus dem Radio tönt, passend zum kulinarischen Lokalkolorit, Musik unverkennbar nordafrikanischer Provenienz. Natürlich geht es nicht in allen Haushalten stets so exotisch zu, aber das Szenario ist machbar - mit einem Küchenradio, das so ganz anders funktioniert als die üblichen Sekundärunterhalter vom Stamme UKW. Wir haben das wohl erste Gerät dieser Spezies angehört, das die Musik aus dem Internet saugt und so tönende Ressourcen aus allen Gefilden des Globus anzapft. So ganz nebenbei - oder auch im Hauptjob - spielt der Apparat über das Heimnetzwerk auch alles Liedgut ab, das in angeschlossenen Computern schlummert.

Das Gerät heißt Noxon iRadio, stammt von Terratec, kostet um die 200 Euro und lehnt sich nicht nur mit seinem Namen an formale Usancen des Hauses Apple an: Die kompakte Musikschachtel steckt in einem schneeweiß und silbern gehaltenen Gehäuse, das wohl vorsätzlich an den Kleincomputer Mac Mini erinnert. Das iRadio kann sowohl drahtlos über ein Wireless-LAN als auch über eine Ethernet-Verkabelung Kontakt zum Heimnetzwerk aufnehmen.

Radiodatenbank wird täglich angezapft

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Die nötige Konfiguration, eine gelegentlich mit Schrecken verbundene Prozedur, ging uns in weniger als einer Minute von der Hand: Ist das Netzwerk wie üblich so eingestellt, daß der Router, also die Verbindung zwischen Heimnetz und Außenwelt, die Internetadressen automatisch vergibt, genügt ein kurzer Marsch durch die Einstellungsdialoge im Display, und der Fall ist erledigt. Werfen kompliziertere Umgebungen Fragen auf, so hilft die ausführliche, leichtverständliche Bedienungsanleitung weiter.

Die Musik kommt von einer Internet-Radiodatenbank
Die Musik kommt von einer Internet-Radiodatenbank Bild: Hersteller

Damit der geneigte Hörer nun nicht das ganze Internet nach dem passenden Programm abklappern muß, hat der Hersteller eine automatische Verbindung zu einer Internetradio-Datenbank eingebaut, zur Radio Station Database (RSDB). Das iRadio zapft diese Datenquelle täglich automatisch an und verschafft sich so einen ziemlich vollständigen Überblick über alle Internetfunker. Das Display bietet die Empfangsausbeute in vorsortierter Form an, zum Beispiel nach Ländern geordnet oder nach Musikrichtungen. Und was besonders gefällt, läßt sich mit fünf Stationstasten abspeichern.

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Bereicherung für die Küche

Um die Musik im Computer zu erschließen, muß noch eine Server-Software her, die Archive wie iTunes für das gesamte Netzwerk öffnet. Für Kompatibilität zwischen diversen Musikverwaltungsprogrammen und Geräten wie dem iRadio sorgt ein eigener, UPnP genannter Standard. Terratec liefert gleich zwei UPnP-Server-Programme mit, die auf dem Rechner stets unauffällig im Hintergrund laufen: für den PC das Programm Twonkyvision, für die Apple-Gemeinde die Software Eye-connect, beide übrigens, wie Terratec auch, deutscher Provenienz.

Wir fanden: Mit der Fernbedienung durch unzählige Hörangebote aus dem Word Wide Web zu zappen macht Spaß, auch wenn beim Umschalten zwischen den Sendern unvermeidlich Ladepausen auftreten. Der Klang der Webstationen hat natürlich mit HiFi nicht soviel zu tun, und auch die Radio-Hardware ist mit ihrem kleinen Mono-Lautsprecher nicht zu audiophilen Großtaten fähig. Allerdings: Kommen saubere Tonkonserven aus dem Rechner, profitiert auch die weiße Schachtel hörbar davon; immerhin nutzt der Lautsprecher das ganze Radiogehäuse als Baßreflexvolumen und schafft so doch eine akzeptable Klangfülle. Wer mehr will, kann auch Stereo-Kopfhörer anschließen oder gar externe Aktiv-Lautsprecher. Alles in allem ist das iRadio eine originelle Bereicherung fürs Küchenpersonal - vorausgesetzt, dieses bringt eine gewisse Affinität zu den Segnungen der digitalen Medienwelt mit, zu der auch ein gerüttelt Maß Spieltrieb zählt.

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Quelle: F.A.Z., 02.10.2006, Nr. 229 / Seite T2
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