Fototechnik

Doch lieber Leica statt Lumix?

Von Hans-Heinrich Pardey
Aktualisiert am 28.07.2015
 - 10:39
Wie sich die Brocken gleichen: Leica V-Lux und Lumix FZ1000
Manche Kamera gibt es von Panasonic und manche Kamera gibt es auch von Panasonic - nur eben auf dem Umweg über Leica. Und mit Preisaufschlag.

Jeder weiß: In der Leica V-Lux steckt mit ihrem 1-Zoll-Sensor die Bridgekamera Lumix DMC-FZ1000. Als Produkt von Panasonic bekommt man die Kamera bei Amazon für 720 Euro, während als UVP 849 Euro in der Liste stehen. Für die zur Leica umgelabelte und mit Retuschen der äußeren Erscheinung sowie einer Lizenz von Adobe Lightroom versehene V-Lux (Typ 114) verlangen die Wetzlarer in ihrem Online-Shop 1100 Euro. Man kann im Internet sogar noch 200 Euro mehr für sie ausgeben, und für eine Gebrauchte will ein Versender immer noch 990 Euro.

Diese seit mehr als zehn Jahren bestehende, strenggenommen bis in vordigitale Zeiten zurückreichende Folge der Kooperation der Japaner und den Mittelhessen bietet Stoff für endlose Diskussionen. Da sind die einen, die sich Leica leisten, und die anderen, die über Markenfetischismus und künstlich hochgehaltene Preise höhnen. Vom Leica-Feintuning und „überarbeiteten“ Versionen ist die Rede, als ob Panasonic unter dem Namen Lumix nur den Ausschuss auf den Markt werfe.

Die Lightroom-Lizenz wird vom Leica-Preis heruntergerechnet, was sich aber natürlich spätestens beim Erwerb einer nächsten Leica stark relativiert. So wird das Prestige des Namens Leica heruntergeredet, wenn er auf der Kamera prangt, von der jeder weiß, dass sie von Panasonic stammt. Und ein andermal wird ebendieses Ansehen gern in Anspruch genommen – wenn Leica auf dem vorzüglichen Vario-Elmarit mit seiner von 25 bis 400 mm reichenden Brennweite (Kleinbildäquivalent) steht.

Einmal in die Hand nehmen hilft bei Entscheidungsfindung

Aber nur die wenigsten Interessenten schwanken tatsächlich zwischen den beiden Varianten und machen sich die Mühe, beide in die Hand zu nehmen, um einigermaßen rational zwischen zwei verschiedenen Kameras zu entscheiden. Dabei wäre genau das in diesem Fall angezeigt. Mit jeder der beiden hat man fast 850 Gramm am Tragriemen hängen, eine in Aussehen und Ausstattung imponierende 20 Megapixel große Bilder machende All-in-one, die einer DSLR durchaus Paroli bieten kann.

Beide haben denselben 2,4-Megapixel-Sucher und das drei Zoll große, schwenk- und bis nach vorn drehbare Display, sie stellen beide gleich flott scharf, schaffen 12 Serienbilder in der Sekunde, liefern die gleiche hohe Bildqualität und jede Menge kreative Spielereien, beide können 4k-Videos drehen und zur Fernsteuerung vernetzt werden.

Weil diese Kameras so pfundige Exemplare sind, die sich qualitativ nichts geben und nehmen, sollte man sie in der Hand gehabt haben. Danach mag ein Geschmacksurteil entsprechend der Haptik fallen: Und das neigt sich diesmal der anders belederten, glatteren Leica zu.

Quelle: F.A.S.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot