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Apple Airpods 2 im Test

Mit Siri im Ohr

Von Michael Spehr
 - 08:35

Als Apple seine kabellosen Bluetooth-Ohrhörer mit dem Namen Airpod im September 2016 vorstellte, waren Spott und Häme der Netzgemeinde groß: Sie sähen aus wie eine Oral-B-Zahnbürste, und man verliere die winzigen Stöpsel sofort. Heute erzielt Apple mit den Gerätchen einen Umsatz in Höhe mehrerer Milliarden Dollar, und sie haben nach einer Studie von Counterpoint Research im vierten Quartal vergangenen Jahres einen Marktanteil von 60 Prozent bei den kabellosen In-Ear-Kopfhörern. Mitbewerber wie Sony, Jabra oder Bose sind abgehängt.

Die weißen Airpods sind ein Kultobjekt, das manch einer am liebsten rund um die Uhr im Ohr trägt. Dass sie schlecht sitzen oder herausfallen, davon ist nicht mehr die Rede. Ihr Design-Erfolg zeigt sich nicht zuletzt darin, dass mehrere Dutzend Klone chinesischer Provenienz auf den einschlägigen Plattformen zu haben sind. Nicht nur die Bauform der Ohrenstöpsel wurde kopiert, sondern auch die kleine Ladeschale mit der Idee, den Akku unterwegs mehrfach wieder zu befüllen.

Nun ist die zweite Generation der Airpods erhältlich, sie sind äußerlich nicht von der ersten zu unterscheiden, aber die Finesse liegt im Detail. Wer noch nie mit ihnen zu tun hatte, staunt über die einfache Bedienung. Muss man bei einem herkömmlichen Headset wissen, welche Taste fürs Bluetooth-Koppeln zu betätigen ist und welche die Wiedergabe startet, ist hier alles simpel: Man öffnet die Ladebox (mit Lightning-Anschluss an der Unterseite) in der Nähe eines iPhones – schon sind die Airpods für alle zum iCloud-Konto des Nutzers gehörenden Geräte angemeldet und einsatzbereit. Denn es gibt nicht einmal einen Ein- und Ausschalter. Man nimmt die Stöpsel aus der Box, setzt sie ins Ohr, und sie werden automatisch aktiviert. Auch während laufender Musikwiedergabe oder eines Telefonats. Mit optischen Sensoren und Beschleunigungsfühlern erkennen die Airpods, ob sie sich im Ohr befinden. Man kann sie im Monobetrieb einohrig betreiben, auch das wird selbsttätig detektiert, und wenn man den Stöpsel dann aus dem Ohr nimmt, pausiert die Musikwiedergabe.

„Hey Siri, welche Termine habe ich heute“

Nach dem Koppeln werden die Airpods entweder mit dem Fingertipp auf das weiße Öhrchen bedient; welches Kommando dann ausgeführt wird, lässt sich einstellen. Oder man sagt einfach, das ist neu in der zweiten Generation, „Hey Siri“ und verwendet die Spracherkennung. Bei den ersten Airpods musste man Siri manuell starten. Dass dieser Schritt nun wegfällt und die Airpods fortwährend auf Kommandos achten, das hört sich nicht nach einem großen Vorteil an, ist es aber. Unterwegs, etwa beim Spazierengehen, entfällt jedwede Fummelei, das ist der erste Pluspunkt, und der zweite besteht darin, dass man nicht auf den Siri-Erkennungston warten muss, sondern ohne Pause und in einem Rutsch ein „Hey Siri, welche Termine habe ich heute“ als Frage diktieren kann. So wird der Umgang mit der Sprachassistentin deutlich angenehmer.

Wie bei den alten Airpods gilt: Sie eignen sich besonders gut für Siri und Spracherkennung, denn eine Nebengeräuscherkennung filtert Störendes heraus, und zwei Mikrofone sind bei solchen Rechentricks immer besser als eins. Wir konnten im fahrenden Auto (auf dem Beifahrersitz) oder beim Laufen an einer Straße mit viel Baustellenlärm nahezu fehlerfrei Whatsapp-Nachrichten diktieren. Da Siri auf den Sprecher achtet, ist es nicht möglich, dass der Sitznachbar in der Bahn ein Siri-Kommando auf den Weg bringt.

Jedoch funktioniert die Geräuschunterdrückung nur fürs Mikro, nicht für die Wiedergabe. Im Flugzeug muss man die Lautstärke sehr hoch aufdrehen, die Außengeräusche werden nicht unterdrückt. Der Klang der Kleinen ist in der neuen Version kaum von dem der alten zu unterscheiden. Die Musikwiedergabe ist natürlich und transparent, auch die Bässe überzeugen. Die Akkulaufzeit liegt für die Musikwiedergabe bei fünf Stunden, und mit dem Ladecase kann man viermal nachladen. Mit einem neuen Prozessor verspricht Apple eine deutlich längere Sprechzeit bei der Telefonie, drei Stunden Sprechdauer statt zwei. Nach nur 15 Minuten in der Ladebox sind die Airpods für drei weitere Stunden Musik oder zwei Stunden Telefonieren bereit.

Mit einem Android-Telefon lassen sich die Airpods ebenfalls verbinden, allerdings nicht so komfortabel wie mit dem iPhone, und man verzichtet auf etliche Extras. Die neuen Airpods kosten wie die alten 179 Euro. Wer weitere 50 Euro investiert, bekommt ein Ladegehäuse, das eine kabellose Betankung nach dem Qi-Standard erlaubt. Erkennbar ist diese Ladehülle an einer kleinen Leuchtdiode auf der Vorderseite. Für 89 Euro kann man das Ladecase ohne Ohrenstöpsel auch für die älteren Airpods kaufen.

Quelle: F.A.Z.
Michael Spehr
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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