Neue Produkte von Apple

Vom kleinen iPad Mini zum riesigen Terabyte-iPhone

Von Michael Spehr
14.09.2021
, 20:51
Das neue iPhone 13 Pro
Apple stellt seine Produktneuheiten vor. Das iPhone 13 kommt in vier Versionen. Spektakulär ist ein neuer Videomodus. Die Apple Watch 7 hat ein riesiges Display, und das kleinste iPad wächst zu neuer Größe.
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Im Herbst stellt Apple die jüngsten iPhones und die neue Apple Watch vor. Coronabedingt fand die Veranstaltung abermals nur virtuell statt. Eine erste Inaugenscheinnahme der Produkte durch Journalisten und Blogger ist bislang nicht möglich. Nach dem iPhone 12 kommt das iPhone 13. Das ist keine Trivialität, sondern es hätte ja auch ein iPhone 12 S werden können, weil die Verbesserungen eher ein Facelift darstellen als eine grundlegende Umgestaltung. Dafür stand bislang das „S“.

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Das iPhone 12 brachte ein neues, markantes Design und die Unterstützung des 5G-Mobilfunkstandards. Das iPhone 13 bleibt diesem Design treu und wie gehabt kommt das neue Gerät in vier Größen: Als iPhone 13 Mini mit einem 5,4-Zoll-Display, als iPhone 13 mit 6,1-Zoll-Bildschirm, als 13 Pro in derselben Größe, aber mit besserer Kamera und als Top-Gerät 13 Pro Max.

Die Kamera-Aussparung am oberen Displayrand ist kleiner geworden. Neu sind die schnelleren A15-Prozessoren und die Anzeige. Die hochwertigeren iPhones Pro verwenden ein Super-Retina-XDR-Display mit einer Helligkeit bis 1000 Nits. Hinter der Eigenbezeichnung steckt technisch gesehen ein LTPO-Display, die Abkürzung steht für Low temperature polycrystalline oxide. Das ist eine Art Oled-Anzeige mit deutlich niedrigerem Stromverbrauch sowie variabler und dynamischer Bildwiederholraten. Die Vorzüge der Technik nutzt Apple gleich aus und verspricht eine Bildwiederholrate bis 120 Hertz, die bessere Übergänge und Animationen bietet. Auch ist es damit möglich, dass das abgedunkelte Display einige Infos wie Uhrzeit oder Akkustand permanent zeigt. Dergleichen wurde aber nicht angekündigt.

Den beiden Pro-Modellen spendiert Apple eine Einfassung aus Edelstahl statt aus Aluminium. In jedem Jahr stellt Apple den schnelleren Prozessor seiner Neuerscheinungen heraus. Der neue A15 basiert wie sein Vorgänger A14 auf sechs ARM-Kernen und hat 15 Milliarden Transistoren. Die verbesserte „Neural Engine“ des Systems kann Billionen Rechenaufgaben pro Sekunde vornehmen. Es gibt kein schnelleres Smartphone, sagt Apple mit einem gewissen Stolz, aber das galt auch schon für das iPhone 12. 5G wird mit mehr Frequenzen und mehr Mobilfunkern in aller Welt unterstützt. Die Akkulaufzeit soll dank des effizienteren Prozessors deutlich länger sein als bei den Vorgängermodellen.

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Die Kamera des iPhone 13 Mini und des iPhone 13 hat ein diagonal angeordnetes Doppelobjektiv. Die Pro-Modelle verwenden eine Dreifachfachoptik und haben zusätzlich einen Lidar-Sensor. Die Abkürzung steht für „Light Detection and Ranging”, dabei wird die Umgebung mit einem Laserstrahl abgetastet. Autonom fahrende Autos verwenden dergleichen, um sich ein Bild der Umgebung zu machen. Im iPhone und im iPad Pro bewährt sich das Lidar rund um alle Augmented-Reality-Anwendungen, und der Autofokus wird schneller, vor allem bei wenig Licht. Die drei Kameras der Pro-Modelle seien grundlegend überarbeitet worden. Neu ist die Unterstützung von Makroaufnahmen mit Entfernungen ab zwei Zentimeter.

Die neuen Geräte beherrschen erstmals einen „Cinematic Mode“ mit einem Portraitmodus und einer Anpassung der Tiefenunschärfe des Hintergrunds, wie er schon in der Fotoabteilung eingebaut ist. Cinematic Mode arbeitet weitgehend automatisch mit Künstlicher Intelligenz. Der Fokuspunkt lässt sich auch manuell verschieben. Die Ultraweitwinkel-Kamera hat Apple deutlich verbessert und lichtstärker gemacht. Alle 13er-Modelle erhalten die Bildstabilisierung mit der Sensorshift-Technik, die bislang nur dem Pro Max vorbehalten war.

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Auch beim Speicher legt Apple nach: Die kleinste Modellvariante hat mindestens 128 Gigabyte, statt zuvor 64. In der Maximalausstattung lässt sich nun ein iPhone 13 mit bis zu ein Terabyte bestellen, das ist für Videofilmer ein Gewinn. Wie gehabt bleibt das iPhone teuer. Die Preise beginnen bei 800 Euro für das iPhone 13 Mini mit 128 Gigabyte Speicher und klettern auf bis zu 1830 Euro für das iPhone 13 Pro Max mit einem Terabyte. Die neuen iPhones kommen in verschiedenen Farben am 24. September in den Handel.

Apple Watch wächst

Die Apple Watch ist die erfolgreichste Smartwatch, sagen Analysten. Ihr Hersteller hält sich mit Verkaufszahlen zurück. Counterpoint Research schätzt 34 Millionen verkaufte Uhren in 2020, auf Platz zwei steht Huawei mit 11 Millionen. Die Apple Watch bekommt ein neues Design und eine neue Ladeeinheit, sie wird mit kleinerem und größerem Durchmesser angeboten.

Die Displaydiagonale der größeren Apple Watch 7 wächst von 1,78 auf 1,9 Zoll, und da der Rand rund ums Display reduziert wurde, sieht man auf der Anzeige deutlich mehr, neue Zifferblätter bieten folglich zusätzliche Informationen. Apple spricht von 50 Prozent mehr Text, etwa bei iMessage-Nachrichten. Wie gehabt gibt es ein Always-on-Display, das selbst im Ruhezustand einige Daten zeigt. Die Anzeige soll heller und besser gegen Kratzer geschützt sein.

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Neue Sensoren für die Messung von Gesundheitswerten sind nicht eingebaut. Allerdings gibt es ein Feintuning bei der Erfassung von Sportaktivitäten und erstmals eine Unterstützung von E-Bikes als Trainingsgerät. Der Akku der Apple Watch 7 soll schneller geladen werden, beispielsweise in 45 Minuten von Null auf 80 Prozent und hält weiterhin rund 18 Stunden durch. Der neue Ladepuck hat einen USB-C-Anschluss statt Lightning.

Wie bei den Vorgängermodellen besteht das Gehäuse der Apple Watch 7 aus Aluminium, Edelstahl oder Titan. Die hochwertigen Varianten haben ein Mobilfunkmodul eingebaut, das für Daten, SMS und Telefonie geeignet ist. Ob es erstmals auch für den neuen Mobilfunkstandard 5G gerüstet ist, wurde nicht kommuniziert. Die Apple Watch 7 kommt erst „später im Herbst“ in den Handel.

iPad Mini wird erwachsen

Auch die iPad-Familie erfährt eine Überarbeitung. Das neue iPad ohne weitere Zusatzbezeichnung für Einsteiger bekommt einen schnelleren Prozessor (A13) und ändert sich hinsichtlich des Designs gegenüber dem Vorgänger der achten Generation nicht. Wie das iPad Pro erhält es „Center Stage“, also die automatische Kameranachführung bei Videokonferenzen. Auch das True-Tone-Display der iPad-Oberklasse kommt auf dieses Basisgerät, und es unterstützt den Apple Pencil. Das iPad der neunten Generation ist von kommender Woche an im Handel und kostet in der kleinsten Version 380 Euro.

Das iPad Mini wächst zu neuer Größe. Es gleicht nämlich jetzt optisch den großen iPad-Pro-Modellen. Die neue sechste Generation hat eine Displaydiagonale von 8,3 Zoll, zuvor waren es 7,9 Zoll. Es kommt mit True-Tone-Anzeige, USB-C-Anschluss und hat den biometrischen Fingerabdruckscanner in der Einschalttaste auf der Oberseite. Das Mobilfunkmodul unterstützt 5G. Die Kameraabteilung beherrscht ebenfalls die automatische Kameranachführung in Videokonferenzen, und der Apple Pencil in der zweiten Generation dient als Bedien- und Zeichentool. Die Preise beginnen bei 550 Euro (64 Gigabyte Speicher), der Verkauf läuft in der kommenden Woche an.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Spehr, Michael (misp.)
Michael Spehr
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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