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Gimbal fürs Smartphone

Es hat sich ausgeruckelt

Von Michael Spehr
 - 10:48

Ruhige Kamerafahrten ohne Ruckler gelingen nur mit Bildstabilisierung. Dazu benötigt man am besten einen Gimbal, eine kardanische Aufhängung, wie sie ursprünglich für die Seefahrt entwickelt wurde, etwa den Schiffskompass. Weite Verbreitung hat der Gimbal neuerdings in der Kameraeinheit von Drohnen gewonnen. Die Optik hängt in diesem Fall nicht an drehbaren Lagern, sondern an kleinen bürstenlosen Elektromotoren, die extrem schnell arbeiten können. Sensoren messen die Lage und Beschleunigung im Raum, und mit jeder minimalen Änderung werden die Elektromotoren so angesteuert, dass sie die Kamera entgegengesetzt bewegen, um sie in der gewünschten Position zu stabilisieren. Auf diese Weise zeichnet die Kamera ein wunderbar ruhiges Bild auf.

Wer als Videofilmer mit der Technik experimentieren will, nimmt einen Gimbal zur Nachrüstung für alle nur denkbaren Kameras, bis hin zur schweren Spiegelreflex. Ein solcher Apparat wie der Ronin S von DJI kann eine Kamera bis 3,6 Kilogramm tragen. Kleine Geräte für Laien sind stabförmig, auf das obere Ende wird die Kamera aufgesetzt. Wir haben jetzt einen Gimbal fürs Smartphone ausprobiert, der für einen Kaufpreis von rund 100 Euro eine interessante Ausstattung mitbringt. Der chinesische Hersteller Gudsen führt unter der Marke Moza diverse Gimbals, darunter auch solche für Profis.

Wir nahmen den Mini Mi, der sich an Einsteiger richtet. Man erhält nicht nur das mit einer Höhe von mehr als 30 Zentimeter recht große und schwere (540 Gramm) Gerät, das Smartphones mit einer Breite zwischen 6 und 9 Zentimeter aufnehmen kann. Sondern es gehört auch ein kleiner Transportkoffer mit dazu. Mit drei ¼-Zoll-Gewinden können Zubehör wie ein Mikrofon oder eine Leuchte am Gimbal andocken, da hat jemand mitgedacht.

Das nächste interessante Detail: Ist das Handy eingeklemmt, kann der eingebaute Akku des Gimbal auch das Smartphone mit Strom versorgen. Entweder induktiv nach dem Qi-Standard oder mit einem USB-Anschluss plus Kabel im Tragearm. Der Akku des Mini Mi mit 2100 Milliamperestunden hält den Gimbal mehrere Stunden in Betrieb, er wird mit Micro-USB-Anschluss im Handgriff geladen. Ist das Smartphone befestigt, ergibt sich alles Weitere von allein: Der Gimbal gleicht die eigenen Bewegungen aus.

Für besonders gelungene Kamerafahrten kann man jedoch nicht nur die Bildstabilisierung genießen, sondern bekommt mit dem kleinen Joystick im oberen Ende des Handgriffs auch gleich noch ein Regiezentrum mit dazu, mit ihm bewegt man den oberen Teil des Gimbal mitsamt Smartphone. Verschiedene Folgemodi lassen sich mit dem Drehrädchen darunter einstellen: Der Gimbal kann der Neigungsachse oder der Schwenkachse folgen, oder man kann diese blockieren. Jede einzelne Achse kann man sperren.

Weitere Finessen ergeben sich, wenn man die Moza-App zum Filmen nutzt, sie erlaubt es, den Fokuspunkt mit dem Joystick festzulegen oder verschiedene Effekte wie Zoom, Zeitraffer oder Zeitlupe direkt am Handgriff zu aktivieren. Nicht alles funktioniert mit der App immer einwandfrei. Wer einen günstigen Gimbal sucht und sich nicht an der Größe stört, liegt mit dem Mini Mi richtig. Eine Alternative von DJI ist der Osmo Mobile 2 für rund 120 Euro. Er sieht ähnlich aus, ist etwas leichter und bietet eine längere Akkulaufzeit.

Quelle: F.A.Z.
Michael Spehr
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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