Pixel 6a im Test

Googles Geschwisterchen

Von Michael Spehr
09.08.2022
, 16:35
Pixelchen: Das 6a ist Googles hauseigenes Einstiegsmodell.
Nachzügler mit guten Genen: Google erweitert seine Smartphone-Familie. Das Pixel 6a kann als Einstiegsmodell überzeugen, zeigt aber auch Schwächen.
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Eine unterschätzte Größe, viele Pluspunkte und immer am Puls der Zeit: Wer ein Smartphone von Google kauft, also die Hardware vom Hersteller des Android-Betriebssystems erwirbt, macht vieles richtig. Denn Google liefert seine Pixel genannten Geräte mit einem unverbastelten Originalbetriebssystem aus, das mit einem puristischen Auftritt ein wohltuendes Gegengewicht zu jenem Ballast ist, um den andere Hersteller wie etwa Samsung Android beschweren.

Ein Pixel steht für Google pur, und das ist gut so. Zudem spendiert der amerikanische Konzern seinen hauseigenen Geräten manches Softwareextra, das erst deutlich später auf anderen Androiden landet. Und ein drittes Argument: Geht es um die Kamera, fährt Google zwar nie mit der teuersten Optik vor, optimiert aber mit cleverer Software das Bildmaterial in gefälliger Weise. Alle Pluspunkte zusammengenommen, stellt sich trotzdem kein nachhaltiger Erfolg ein, die Pixel-Smartphones bleiben Exoten ohne nennenswerten Marktanteil.

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Der Fingerabdruckscanner ist unzuverlässig

Wir haben das jüngste Pixel einige Zeit erprobt. Das Pixel 6a ist das Einstiegsmodell, es orientiert sich in vielerlei Hinsicht am Pixel 6 und Pixel 6 Pro, beide debütierten im Herbst vergangenen Jahres. Wir hatten das Pixel 6 Pro viele Monate in Betrieb und wechselten dann zu einem Samsung, weil der unzuverlässige biometrische Fingerabdruckscanner bei jedem Entsperren nervt. Das kann man sich nicht jeden Tag antun. Nun hatte Google genug Zeit, ein hinlänglich bekanntes Problem zu lösen, und wir waren gespannt. Das Pixel 6a ist etwas kleiner als die älteren Geschwister, sein Display misst 6,1 statt 6,4 und 6,7 Zoll und bleibt dem Design der 6er-Reihe treu. Allerdings besteht nur die Vorderseite aus Glas, rückseitig kommt Kunststoff zum Einsatz, so wirkt das Gehäuse etwas billiger als jenes von 6 und 6 Pro. Ein Rahmen aus Metall hält das Ganze zusammen, und auf der Rückseite findet sich die in einem waagerechten Block verbaute Kameraeinheit.

Auch der Neuzugang setzt auf einen Google-Prozessor, die Tensor Processing Unit, die ergänzt wird um einen Titan-M2-Sicherheitschip. Die Anleihen an Apples Systemarchitektur sind unverkennbar. Auch hier soll nämlich der selbst entwickelte Prozessor bei Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen brillieren. So ist es etwa möglich, einen Dolmetschermodus zu starten, der in Echtzeit Englisch, Japanisch und Deutsch übersetzt, und, wenn man online ist, auch viele weitere Sprachen.

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Interessant ist die Möglichkeit, dass die Android-Rekorder-App eine Audioaufnahme simultan transkribiert und man sich eine Liveübersetzung etwa von Videos auf Youtube einblenden lassen kann. Sowohl Übersetzung wie auch Transkription sind indes alles andere als perfekt, sondern eher ein Behelf. Das 6a hat ein ähnlich hohes Arbeitstempo wie Pixel 6 und 6 Pro. Allerdings bleibt der Arbeitsspeicher mit sechs Gigabyte deutlich hinter den beiden großen Geschwistern zurück, die können mit acht und zwölf Gigabyte vorfahren. Für eigene Daten stehen 128 Gigabyte zur Verfügung, eine Variante mit mehr Speicher gibt es nicht.

Ein Tele fehlt der Kameraeinheit

Gerät und Bildschirm reagieren schnell, die Bildwiederholrate der Anzeige bleibt mit 60 Hertz jedoch zurück. Das Pixel 6 hat 90 Hertz, das 6 Pro gar 120 Hertz. Die Auflösung von 2400 × 1080 Pixel gefällt ebenso wie die Oled-Technik mit starken Kontrasten und einer verblüffend hohen maximalen Helligkeit. Im Vergleich mit den älteren Pixel-6-Modellen fehlt der Kameraabteilung das Tele. Zum Einsatz kommen vielmehr eine 12-Megapixel-Weitwinkelkamera und eine Ultraweitwinkelkamera mit gleicher Auflösung. Das fehlende Teleobjektiv ist auch mit Softwaretricks nicht zu ersetzen, hier fällt das Pixel 6a gegenüber seinen Geschwistern zurück. In allen anderen Situationen ist die Bildqualität vergleichbar. Das 5G-Gerät unterstützt die E-Sim und WiFi 6. Es wird mit Android 12 ausgeliefert und soll Android 13 als eines der ersten Geräte erhalten. Google gibt eine verlängerte Garantie für Sicherheitsupdates, fünf statt vier Jahre.

Und was ist mit dem Fingerabdruckleser? Er bleibt auch beim Pixel 6a der Hauptkritikpunkt, weil er nicht präzise und schnell funktioniert. Kollegen haben herausgefunden, dass er zudem nicht sicher ist, man kann das Gerät mit den Fingerabdrücken anderer entsperren.

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Mit einem Preis von 460 Euro ist das Pixel 6a günstig. Das nächstgrößere Pixel 6 kostet bei Google 650 Euro. Da es schon länger auf dem Markt ist, hat es aber einen Straßenpreis von rund 500 Euro. So gesehen lohnt auch ein Blick auf das Pixel 6, wenn es ein Smartphone von Google sein soll.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Spehr, Michael (misp.)
Michael Spehr
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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