Google Street View

Technische Probleme beim Widerspruchs-Formular

17.08.2010
, 12:20
Google hat eine Website online gestellt, auf der Mieter und Eigentümer ihre Häuser vor dem Start von Street View unkenntlich machen lassen können. Der Link hakte immer wieder auf dem weit verbreiteten Internet Explorer.
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Google hat eine Website online gestellt, auf der Mieter und Eigentümer ihre Häuser vor dem Start des umstrittenen Dienstes Street View unkenntlich machen lassen können. Das Online-Tool ist unter Streetview-Deutschland erreichbar. Betroffenen in den angekündigten 20 Städten in Deutschland, in denen Street View später in diesem Jahr starten soll, räumt Google vier Wochen Zeit ein, um die Bilder der Häuser vorab unkenntlich zu machen.

Allerdings funktionierte der Link zunächst nicht in Microsofts Browser „Explorer“. Googles eigener Browser „Chrome“ und Mozillas „Firefox“ zeigten das Widerspruchs-Formular sofort korrekt an. Erst gegen 12 Uhr war die Webseite auf dem Explorer erreichbar - und nach wenigen Minuten auch wieder nicht mehr. Erst nach einigen Stunden hatte Google die technischen Probleme im Griff. „Einige Nutzer hatten heute Schwierigkeiten, Zugriff auf das neue Online-Tool zu bekommen, welches die Google Maps API nutzt. Der technische Fehler in Google Maps ist mittlerweile behoben. Wir bedauern die entstandenen Unannehmlichkeiten“, sagte eine Pressesprecherin.

Immerhin nutzen weltweit noch zirka 60 Prozent aller Internetnutzer eine Version des Explorers. (Google holt bei Browsern auf) In Deutschland wird der Browser „Firefox“ von der Mehrheit der User genutzt, Microsofts Marktanteil rutschte in den letzten Jahren unter die 40-Prozent-Marke.

Bild: F.A.Z.

„Das Verfahren ist für Street View weltweit üblich und erprobt“

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Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) forderte im „Hamburger Abendblatt“ Google auf, die Widerspruchsmöglichkeiten auszuweiten. Die Ministerin betonte, dass sie die von Google eingeräumte Vier-Wochen-Widerspruchsfrist für zu kurz hält. Eine Verdoppelung der Frist auf acht Wochen wäre wünschenswert, so Aigner.

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Google sei mit der Ankündigung, Street View noch in diesem Jahr zu starten, mitten in die Sommerferien mehrerer Bundesländer geplatzt, kritisierte Aigner. Google habe damit viele Bürgerinnen und Bürger überrumpelt.

„Jederzeit und dauerhaft die Möglichkeit“

Ministerin Aigner warnte angesichts der Debatte um Google Street View vor gesetzlichen Schnellschüssen beim Datenschutz im Internet. Die Herausforderung an die Politik werde sein, eine vernünftige Balance zu finden zwischen den neuen technischen Möglichkeiten, von denen auch viele Verbraucher profitierten, und dem Schutz der Privatsphäre der Bürger.

Andreas Türk, der Produktmanager von Google Maps, betonte, auch nach dem Start bestehe „jederzeit und dauerhaft die Möglichkeit“, die Bilder in Street View unkenntlich zu machen. „Das Verfahren ist für Street View weltweit üblich und erprobt.“ Die seit April 2009 bestehenden Vorab-Meldemöglichkeiten via Mail und auf dem Postwege seien nach Absprachen mit den zuständigen Datenschutzbehörden speziell für Deutschland entwickelt worden. Google kümmere sich selbst darum, dass Gesichter und Autokennzeichen unkenntlich gemacht werden, ohne dass dies beantragt werden müsse.

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Widerspruch gegen Google Street View einlegen

Tausende haben schon den Musterwiderspruch ihres Ministeriums genutzt, sagt Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU). Dieser findet sich in mehreren Dateiformaten auf der Internetseite ihres Hauses unter www.bmelv.de.

Nach Angaben des Ministeriums kann ein Widerspruch bei Google auch formlos erhoben werden - gegen die Veröffentlichung von Aufnahmen der eigenen Person, von eigenen Kraftfahrzeugen und selbst bewohnten oder genutzten Gebäuden und von Grundstückseigentum: Per E-Mail oder auf dem Postweg an Google Germany GmbH, Betr. Street View, ABC-Straße 19, 20354 Hamburg.

Von diesem Dienstag an ist ein Widerspruch auch auf der Internetseite von Google möglich - unter Streetview-Deutschland. Bis zum 15. September soll dies den Anwohnern in der ersten 20 Städten, die Google Street View zeigt, möglich sein: Berlin, Hamburg, Köln, München, Frankfurt - und Bremen, Hannover, Bielefeld, Dortmund, Bochum, Essen, Duisburg, Düsseldorf, Wuppertal, Bonn, Mannheim, Stuttgart, Nürnberg, Dresden und Leipzig.

Anträge, die sich auf Gebiete außerhalb dieser ersten Städte beziehen, könnten auch später eingereicht werden. Nach dem Start des Dienstes in Deutschland sollen Beschwerden und Widersprüche über eine Meldefunktion in Street View möglich sein.

Quelle: @made
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