<iframe src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
Drei neue Produkte

So will Google gegen Huawei und Amazon punkten

Von Marco Dettweiler
 - 20:28
zur Bildergalerie

Wer wie Google spät im Jahr seine neuen Produkte vorstellt, hat den Vorteil, dass sie bis zum Erstellen des Wunschzettels nicht in Vergessenheit geraten, weil es nicht mehr lange hin ist bis zur Weihnachtszeit. Eine Produktvorstellung im Oktober hat aber auch den Nachteil, dass die Konkurrenz ihre Geräte längst präsentiert hat und man als Unternehmen weniger innovativ wirkt.

Deswegen hinterlässt Google nach der Veranstaltung #madebygoogle an diesem Dienstag hin und wieder den Eindruck, dass das Unternehmen das zeigt, was Amazon, Apple und Huawei schon längst gezeigt haben: ein Smartphone mit toller Kamera, einen smarten Lautsprecher mit Bildschirm und ein Tablet, das zum Notebook wird, wenn man eine Tastatur andockt.

Zwei dieser Geräte, die Google an diesem Dienstag präsentiert hat, sind neu: Das Tablet namens Pixel Slate und der sprechende Bildschirm Google Home Hub. Diese beiden Geräte wird es vorerst aber nicht in Deutschland geben. Das dritte Produkt ist das Smartphone Pixel 3, das es in zwei Größen und fast identischem Aussehen schon in zwei Vorgängerversionen gibt - und das auch hierzulande zu kaufen sein wird.

Pixel 3 und 3 XL

Apple, Samsung, Huawei und andere machen es nicht anders. Google hält am Design seines Smartphones fest. Pixel 3 und 3 XL sind kaum von ihren Vorgängern zu unterscheiden, weil der Rücken die typische zweifarbige Konzeption hat und die Maße identisch sind. Kennern fällt bei der Front auf, dass das Pixel 3 einen größeren Bildschirm bekommen hat, was an der Verkleinerung des Randes zwischen Display und Rahmen liegt sowie an der Notch im oberen Teil. Dadurch erreicht Google eine Bildschirmdiagonale von 6,3 Zoll beim XL.

Die Hardware wurde auf Stand gebracht. Der Snapdragon 845 von Qualcomm ist momentan der schnellste Prozessor aus dieser Serie. Beim Arbeitsspeicher bleibt Google knausrig: Mehr als 4 Gigabyte sind nicht drin.

Die volle Konzentration liegt auf der Kamera. Mit der hat Google beim ersten Pixel gepunktet. Sie wurde immer wieder als „beste Smartphone-Kamera der Welt“ bezeichnet. Verantwortlich dafür ist weniger die gleichgebliebene Linse mit einer Auflösung von 12,2 Megapixel, sondern die Kamerasoftware, die mit maschinellem Lernen arbeitet (Google spricht bewusst von „Machine Learning“ und nicht von „künstlicher Intelligenz“) und dem Pixel-Visual-Core, ein Chip, der die Software unterstützt. Wie gut oder besser die Bilder nun sind, die das Pixel 3 macht, wird sich noch im Test zeigen müssen.

Ein paar neue Features gefallen jetzt schon. Mit „Top Shot“ lassen sich Schnappschüsse retten, in denen jemand unabsichtlich die Augen schließt oder etwas vor die Kamera geflogen ist. Die Software analysiert die Bilder vor und nach dem Auslösen und schlägt ein anderes, gelungeneres Bild vor. Das lässt sich dann speichern. Der „Super-Resolution-Zoom“ schärft die Aufnahme mit Hilfe der „Computational Photography“-Technik, sodass das Bild beim Zoomen nicht grobkörnig wird. In der Nacht hilft die Software - und nicht etwa die Blende -, um Bildern möglichst viel Licht zukommen zu lassen. Die Unschärfe-Funktion, die mittlerweile bei den Smartphone-Herstellern zum guten Bild gehört, hat Google weiterentwickelt. Der Hintergrund kann nicht nur unscharf, sondern auch schwarz-weiß gestellt werden. Und eine Augmented-Reality-Funktion, die es uns schon beim Pixel 2 angetan hat, hat Zuwachs bekommen. Man kann nun Figuren aus den Avengers-Filmen in ein Foto ziehen, sodass es aussieht, als bewegten sie sich in der fotografierten Umgebung.

Weil das Pixel 3 kabellos aufgeladen werden kann, bietet Google optional den praktischen Pixel Stand für 79 Euro an. Das ist eine Ladestation, in der das Smartphone aufrecht steht und in einer Viertelstunde so aufgeladen werden kann, dass es für sieben Stunden reicht.

Das Pixel 3 kostet 849 Euro und die größere XL-Variante hat einen Preis von 949 Euro. Google bietet die Farben Just Black, Clearly White und Not Pink an. Die Verdopplung des internen Speichers von 64 auf 128 Gigabyte erhöht den Preis um 100 Euro.

Pixel Slate

Google hat auch ein Tablet vorgestellt. Dieses wird zunächst nicht nach Deutschland kommen. Das Pixel Slate läuft mit dem Betriebssystem Chrome OS, hat einen 12,3-Zoll-Bildschirm mit einer Pixeldichte von 293 ppi und Stereo-Lautsprecher. Vorne und hinten macht die Kamera Fotos mit einer Auflösung von 8 Megapixel. Viel mehr technische Details waren während der Präsentation nicht zu hören.

Ein Keyboard kann wie bei Apple, Microsoft, Samsung, Huawei und anderen über eine magnetische Schnittstelle angeschlossen werden. Dann wird aus dem Pixel Slate ein Notebook. Die Tastatur hat runde Tasten, volle Größe und eine Hintergrundbeleuchtung. Klappt man sie zusammen, dient sie als Schutzhülle.

In Amerika wird das Pixel Slate 599 Dollar kosten, das Keyboard 199 Dollar und der Stift 99 Dollar.

Google Home Hub

Amazon hat eingesehen, dass ein intelligenter Lautsprecher manchmal einen Bildschirm gebrauchen kann und hatte im letzten Jahr Echo Show vorgestellt, der noch in diesem Herbst in der zweiten Version kommen wird. Google hat nun wohl entschieden, dass für seinen Home das gleiche gilt. Deshalb gibt es nun Google Home Hub. Das ist - ebenso wie Amazon - ein mit einem Bildschirm erweiterter smarter Lautsprecher.

Visuelle Informationen können manchmal durch Sprache nicht ersetzbar sein. Insofern ist der Home Hub vielseitiger und vollständiger. Google stellt sich sein Gerät als Smart-Home-Zentrale vor, mit der man mit wenigen Klicks das Haus verwaltet. Musik, Fernseher, Heizung, Überwachungskameras oder Türschlösser sollen über Home Hub gesteuert werden. Dafür hat Google eigens die Anwendung Home View geschaffen.

Natürlich ist Google Home Hub auch Fernseher-Ersatz, Küchenhelfer mit einer Rezeptedatenbank in Videoform und Bilderrahmen für Google Fotos. In Amerika kommt Google Home Hub für 149 Dollar auf den Markt.

Fazit

Googles Vision ist offensichtlich. Die eigenen #madebygoogle-Gerät sollen die Betriebsysteme Chrome OS und Android sowie die Anwendungen Assistent und Lens weiter in die Welt tragen. Mit dem Pixel hatte sich das Unternehmen in die Oberklasse gewagt und mit seiner exzellenten Kamera viele Pluspunkte gesammelt. Doch die Konkurrenz ist - gerade mit Huawei - sehr stark. Die Chinesen setzen ebenso erfolgreich maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz ein.

Es wäre interessant, Google Home Hub mit Amazons Echo Show zu vergleichen. Das wird leider mit einer deutschen Version sobald nicht möglich sein. Das Konzept, einen smarten Lautsprecher mit einem Bildschirm zu erweitern, ist konsequent, aber bei den Kunden nicht so beliebt. Bei den meisten steht immer noch der klassische Assistent in Lautsprecherform auf der Einkaufliste.

Pixel Slate lässt uns etwas ratlos zurück. Es ist Just-another-Tablet. Vermutlich will Google damit das erfolgreiche Chromebook-Konzept mit dieser Gattung erweitern.

Quelle: FAZ.NET
Marco Dettweiler
Redakteur in der Wirtschaft.
FacebookTwitter
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenGoogle HomeAmazonHuaweiAppleSamsungSoftwareDeutschlandQualcomm