Moto X im Test

Motorolas letztes Google-Smartphone

Von Marco Dettweiler
17.02.2014
, 16:29
© F.A.Z., F.A.Z.
Das Moto X soll Motorolas neues Flaggschiff werden. Mit etwas Verzögerung ist es jetzt auch in Deutschland auf den Markt gekommen. Wir haben es angefasst - auch wenn man das häufig gar nicht muss.
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Es ist wohl das letzte seiner Art. Als Motorola noch zu Google gehörte, wurde das Moto X geboren. Weil sein Betriebssystem ein nahezu lupenreines Android ist, kann man es neben dem Nexus 5 als weiteres Google-Smartphone einordnen. Denn Motorola verzichtet auf eine spezielle Oberfläche (Launcher) wie ihn LG, Samsung, HTC oder Huawei in mehr oder minder starken Ausprägung über ihre Android-Smartphones gießen. Da Motorola nun aber von Lenovo gekauft wurde, dürfte auf den nächsten Geräten wohl kein pures Android mehr installiert sein.

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Und genau das gefällt am Moto X. Das Betriebssystem kommt ohne unnötige Zusatzapps oder Effekt-Gepolter aus. Motorola hat lediglich die App „Motorola Migrieren“ hinzugefügt. Mit ihrer Hilfe lassen sich Daten wie Fotos, Videos, Anruflisten oder Kontakte vom bisherigen Smartphone übertragen. Das bezieht sich nicht nur auf Android-Geräte. Auch iPhones mit iCloud-Anbindung lassen sich migrieren. Und das ist schon sehr praktisch, wenn man von einem Apple- auf dieses Android-Gerät wechseln will. Die Migration funktioniert schnell und reibungslos. Startet man die App, verbindet sich das Moto X nach Eingabe der Anmeldedaten mit dem iCloud-Account und synchronisiert den Kalender und die Kontakte.

Die besondere - und auch kritisierte - Eigenschaft des Moto X ist seine Sprachsteuerung. Es lässt sich per Stimme bedienen, ohne dass man es anfassen muss. Mit „Okay Google Now“ weckt man es aus dem Standby-Betrieb auf. Dann nimmt es Sprachbefehle entgegen. In unserem Video haben wir drei Beispiele im Vergleich zur Spracherkennung Siri auf dem iPhone5 ausprobiert. Das Moto X versteht die sprachliche Eingabe sehr gut. Es lassen sich Mails und SMS schreiben, eine Google-Suche starten oder Anrufe tätigen. Wie man im Video sieht, muss man zum Abschicken von SMS und Mail leider einmal den Bildschirm berühren. Die „Touchless Control“ funktioniert also nicht durchgehend bis zum Ende der Aktion.

Ein einfach gutes Smartphone

Bei der alltäglichen Nutzung macht das Moto X einen flotten Eindruck. Grund dafür dürfte das „Motorola X8 Mobile Computing System“ sein. Denn der Prozessor allein ist nicht der allerschnellste. Es ist ein Qualcomm Snapdragon S4 Pro mit 1,7 Gigahertz. Laut Motorola wurde das besagte System „in puncto Größe, Leistung, Reaktionsfähigkeit, Akkulebensdauer und Nutzererlebnis speziell für die Anforderungen mobiler Nutzer von heute entwickelt“. Das dürften andere Hersteller auch fortwährend im Blick haben. Fakt ist, dass sich Apps schnell öffnen und der Wechsel zwischen ihnen hinreichend zügig vonstatten geht.

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Die überzeugende Einfachheit der Software entspricht auch der des Gehäuses. Wobei kurz nach dem Auspacken unser Eindruck war: Nichts besonderes, dieses Moto X. Der leicht gebogenen Rücken sieht aus, als hätte er eine griffige Oberfläche, fühlt sich aber glatt an. Das Gehäuse ist in weiß oder schwarz erhältlich. Die Farbkombinationen, die auf dem amerikanischen Markt erhältlich sind, gibt es hierzulande nicht. Das Display ist 4,7 Zoll groß und hat eine durchschnittliche HD-Auflösung von 1280 x 720. Mit 130 Gramm gehört das Moto X eher zu den Schwergewichten. Das klingt alles nicht sensationell. Und die Kamera mit ihren 10 Megapixel auch nicht. Die Bilder sind aber besser als es von den Angaben her scheint. Sie haben uns gut gefallen. Wir haben den Test in einem Innenraum gemacht. Sie sind recht kontrastreich, haben eine hohe Sättigung, rauschen nicht und sind farbneutral. Die Kamera taugt also nicht nur für Schnappschüsse.

Irgendwie hat uns das Moto X aufgrund seiner zurückhaltenden Art sehr gut gefallen. Es ist schlicht, schnell und souverän. Sein Gehäuse liegt gut in der Hand, es ist weder zu schwer, zu leicht, zu dick oder zu dünn. Die Migrationsapp ist klasse. All das macht den Umgang mit ihm sehr angenehm.

Motorola hat die Preise für das Moto X gesenkt. Es ist in Deutschland schon ab 349 Euro zu haben. Damit ist es vom Preis her ein Mittelklasse-Smartphone. Es konkurriert direkt mit dem Nexus 5. Das Google-Smartphone gehört aufgrund seiner technischen Ausstattung allerdings eher zur Oberklasse. So hat etwa das Display des Nexus 5 eine Full-HD-Auflösung und der Prozessor ist einer der schnellsten auf dem Smartphone-Markt. Auf Nexus 5 und Moto X läuft jeweils das pure Android 4.4 (Kitkat). Der Unterschied liegt also im Wesentlichen im Design. Wem das eine nicht gefällt, sollte sich das jeweils andere anschauen.

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Da Motorola von Lenovo gekauft wurde, wird es vermutlich in Zukunft solche reinen Android-Smartphones wie das Moto X nicht mehr geben. Es ist somit wohl das letzte Google-Handy von Motorola. Das ist schade.

Daten und Preis

Betriebsystem: Android 4.4 KitKat

Prozessor/Systemarchitektur: Motorola X8 Mobile Computing System: Qualcomm Snapdragon S4Pro Prozessor (1,7 GHz Dual-Core Krait CPU, Quad-Core Adreno 320 GPU)

Speicher: 2 Gigabyte (Ram) und 16 Gigabyte (intern)

Gewicht: 130 Gramm

Maße: 65,3 x 129,4 x 5,7-10,4 Millimeter

Bildschirm: 4,7 Zoll mit 1280 x 720 Pixel

Kamera: 10 Megapixel (hinten) und 2 Megapixel (vorne)

Akku: 2200 Millliamperestunden

Schnittstellen: Bluetooth 4.0, Wi-Fi 802.11ac, LTE

Preis: 349 Euro

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Dettweiler, Marco
Marco Dettweiler
Redakteur in der Wirtschaft.
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