Neue Produkte von Samsung

Und auch noch ein Klapp-Handy

Von Marco Dettweiler
Aktualisiert am 05.08.2020
 - 16:24
Das neue Z Fold 2zur Bildergalerie
Alles neu bei Samsung: Die Koreaner haben auf ihrem virtuellen Unpacked-Event mobile Geräte aus fünf Produktgattungen vorgestellt. Das können die neuen Smartphones mit Stift oder Falte, Tablets, Smart Watches und In-Ear.

Samsung hat an diesem Mittwoch seine neue Produktpalette mobiler Geräte vorgestellt. Die Veranstaltung hat wegen Corona virtuell stattgefunden. Der neue Mobile-Chef Tae Moon Rohdes präsentierte die Produkte das erste Mal vom Headquarter aus: In Seoul und nicht in New York, wie es die vergangenen Jahre üblich war. Darunter sind neue Smartphones der Note-Serie und ein zweite Version des faltbaren Fold, Tablets der Tab-S-Reihe, neue In-Ear mit Noise-Cancelling und die dritte Version der Smartwatch.

Galaxy Note 20 und 20 Ultra 5G

Wie jedes Jahr um diese Zeit üblich zeigt Samsung die neuen Modelle seiner Note-Reihe. Die Zählweise der Versionen hatten die Koreaner schon bei der S-Reihe geändert. Nun folgt nach der 10 auch für das Note die Nummer 20. Es gibt wieder zwei Versionen. Neben dem Standardmodell bietet Samsung ein Ultra an. Das bedeutet letztlich: Mehr von allem, auch vom Preis. Im Vergleich zum Vorgänger hat sich auch dieses Mal beim Design wenig geändert: Neue Farben namens Mystic Bronze, Green und Grey, wahlweise in matt oder glänzend, sind die auffälligsten Änderungen. In Hands-on gefielen die Modelle gut.

Was dabei auffiel: Das Note 20 Ultra ist noch größer als sein Pendant aus der S-Reihe. Allerdings wirkt es etwas geschmeidiger und ist leichter. Der Rücken des Note 20, der im Vergleich zum Ultra nicht aus Gorilla Glas, sondern aus Kunststoff ist, macht dennoch einen hochwertigen Eindruck.

Die Unterschiede in Größe (6,7 und 6,9 Zoll), Auflösung (2400 x 1080 und 3088 x 1440 Pixel), Akkukapazität (4300 und 4500 Milliamperestunden), Arbeitsspeicher (8 und 12 Gigabyte), Kamera (Weitwinkel mit 12 und 108 Megapixel), Bildwiederholrate (60 und 120 Hertz) und Erweiterbarkeit (nur das Ultra hat Platz für eine Micro-SD-Karte) rechtfertigt Samsung natürlich auch mit dem Preis. Das Note 20 ist von 925 Euro an zu bekommen, das Ultra kostet knapp 350 Euro mehr. Will man eine 5G-Funktionalität, kommen noch einmal hundert Euro drauf.

Der Stift, der das besondere Merkmal dieses Smartphones darstellt, ist bei beiden Versionen gleich. Im Vergleich zum Vorgänger haben die Koreaner noch einmal die Latenzzeit reduzieren können. Nach ersten Schreibübungen während des Hands-on stellte der Bildschirm ohne erkennbare Verzögerungen dar, was der Stift vorgab. Das tat er letztlich schon auf dem Note 10. Und ebenso ist der neue Mobilfunkstandard 5G bei beiden mit an Bord.

Galaxy Z Fold 2

Wem der 6,9 Zoll große Bildschirm des Note 20 Ulta noch zu klein ist, muss zu eine faltbaren Smartphone greifen. So eines hat Samsung seit vergangenem Jahr im Angebot. Das Galaxy Fold hatte allerdings Qualitätsprobleme, so dass sich der Marktstart verzögerte. Anfang des Jahres stellten die Koreaner sogar ein zweites Produkt aus dieser Gattung vor. Das Z Flip nutzt allerdings den Klappmechanismus, um sich sich klein zu machen, also in zusammengeklapptem Zustand kompakter zu sein als ein gewöhnliches Smartphone.

Nun hat Samsung in diesem Mittwoch sein drittes Modell vorgestellt. Es ist der Nachfolger des Fold: das Z Fold 2. Von nun an scheint also das „Z“ im Modellnamen die Faltbarkeit anzudeuten. Im Vergleich zum Vorgänger Fold sind an dem neuen Gerät beide Bildschirme gewachsen. In zusammengeklappten Zustand hat man ein „nahezu rahmenloses“, 6,2 Zoll großes Display vor sich. Eine echte Verbesserung zum Vorgänger. Denn an diesem wurde immer wieder der 4,6 Zoll kleine Bildschirm kritisiert. Klappt man das Z Fold 2 auf, spannt sich ein üppiger 7,6 Zoll großer Bildschirm auf. Damit ist man auf ordentlicher Tabletgröße. Natürlich hat das neue Fold ein 5G-Modul. Interessenten können zwischen den Farben Mystic Black und Mystic Bronze entscheiden. Preise nennt Samsung noch nicht.

Galaxy Tab S7 und Tab S7+

Im Premiumsegment geht es auch bei den Tablets weiter. Nachdem Samsung in letzter Zeit einige Einsteiger- und Mittelklassegeräte auf den Markt gebracht hatte, präsentieren die Koreaner nun wieder zwei Produkte in der Oberklasse. Für die Tablets S7 und S7+ gilt das gleiche wie für die Note-Serie. Das „+“ bedeutet mehr von allem. Das teurere Modell für mindestens 954 Euro hat ein recht üppiges Display (12,4 statt 11 Zoll), mehr Arbeitsspeicher (8 statt 6 Gigabyte) und mehr Akkukapazität (11.000 Milliamperestunden statt 8000). Das S7 beginnt mit Preisen von 681 Euro.

Die Unterschiede sind im Vergleich zu den Smartphones nicht so gravierend, auch weil die Kamerafunktion im Falle von Tablets weniger wichtig ist. Wer unbedingt von Anfang an beim neuen 5G-Standard dabei sein will, muss zwangsweise zum S7+ greifen, denn nur dieses Modell unterstützt ihn. Beide Tablets kommen übrigens mit dem S-Pen, sodass sich das Tablet ähnlich bedienen lässt wie das Note-Smartphone. Mit der Prozessoreinheit Qualcomm Snapdragon 865+ sind die Nutzer für alle Anwendungen möglichst gut gerüstet. Schneller geht es momentan auf einem Androidgerät nicht.

Samsung setzt weiterhin auf vier Lautsprecher, die von AKG abgestimmt werden, und Dolby Atmos, was als Soundformat auf einem Tablet weiterhin wenig sinnvoll ist. Um die Galaxy-Produkte optisch im Rahmen zu halten, werden die Tablets ebenso in den Farben Mystic Bronze, Green und Grey kommen.

Galaxy Buds Live

Das Produkt der Stunde sind kabellose In-Ear-Hörer, True-Wireless genannt. Im vergangenen Jahr sind etwa 120 Millionen solcher Kopfhörer verkauft worden. In diesem Jahr sollen es mehr sein. Samsung mischte mit seinen Galaxy Buds relativ früh am Markt mit, verlor technisch dann aber den Anschluss, weil die aktive Geräuschunterdrückung (Noise Cancelling) fehlte. Die Konkurrenz von Apple, Sony, Sennheiser, Jabra und anderen haben diese beliebte Funktion bereits. Mit den Galaxy Buds Live für 184 Euro schließen die Koreaner wieder auf – zumindest technisch. Den Klang gilt es noch zu prüfen.

Mit aktiviertem NC sollen die Buds Live acht Stunden durchhalten. Droht der Akku leer zu werden, ist dieser durch Schnellladen in fünf Minuten wieder für eine Stunde Musikwiedergabe aufgeladen. Mit Bluetooth 5.0 und entsprechenden Codecs ist ein ordentliche Übertragung der Musikdaten garantiert. Weil Samsung seinen eigenen Sprachassistenten Bixby weiterhin unter die Nutzer bringen will, ist dieser durch den Sprachbefehl „Hey Bixby“ direkt aktivierbar. Bixby spricht aber die wenigsten an, sodass der Google Assistent oder andere Sprachhelfer durch Tippen auf die Muschel wohl den häufigsten Einsatz finden wird.

Und in welchen Farben kommen die Buds Live? Richtig! In Mystic Bronze, Green und Grey.

Galaxy Watch 3

Auch wenn die Apple Watch die mit Abstand meist verkaufte smarte Uhr ist, bemüht sich Samsung weiterhin redlich, mit seiner Digitaluhr möglichst viele Kunden zu locken. Nachdem die Koreaner an der Watch Active 2 auf die drehbare Lünette verzichtet hatten, kehrt diese mit der Galaxy Watch 3 wieder zurück. Es bleiben zudem die beiden Tasten an der rechten Seite, um die Uhr auch damit bedienen zu können. Das Gehäuse besteht aus Edelstahl, das Armband aus Leder. Samsung bietet wieder zwei Größen an: 45 Millimeter, was 1,4 Zoll entspricht, und 41 Millimeter, was entsprechend 1,2 Zoll sind. Die große Uhr kostet mindestens 447 Euro, die kleine Variante 418 Euro. Die Watch 3 lässt sich mit einem QI-Ladepuck kabellos laden und ist nach IP68-Zertifikat wasserdicht.

Die Watch 3 kann sich unabhängig vom Smartphone mit dem Internet verbinden, weil sie ein LTE-Modul integriert hat. Auf seinen Uhren setzt Samsung weiterhin auf das Tizen-basierte Wearable OS 5.5. Ein Gigabyte Arbeitsspeicher und acht Gigabyte interner Speicher managen und verwalten die Daten. Mit der Watch 3 könnte die bereits von Samsung im vorigen Jahr angekündigte EKG-Funktion kommen, die in Korea bereits genutzt werden darf. Denn der Elektrokardiogramm-Sensor ist in der Watch 3 verbaut.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Dettweiler, Marco
Marco Dettweiler
Redakteur in der Wirtschaft.
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