Neue Produkte von Apple

Watch the new iPads

Von Michael Spehr
Aktualisiert am 15.09.2020
 - 20:32
Die neue Apple Watch und das iPad Airzur Bildergalerie
Was Apple am Dienstag zeigte: Apple Watch Series 6 mit neuen Gesundheitsfunktionen, das schnellste iPad aller Zeiten – und kein iPhone.

Das Warten auf die neuen iPhone-Modelle kann man sich mit einer verbesserten Apple Watch und dem schnellsten iPad aller Zeiten versüßen. Der amerikanische Hersteller hat am Dienstag die Apple Watch Series 6 vorgestellt. Die smarten Uhren aus Cupertino gibt es seit fünf Jahren, Apple dominiert den Markt vor Samsung und Garmin. Üblicherweise werden im September die neuen iPhones zusammen mit der modernisierten Uhrenkollektion vorgestellt. In diesem Jahr verzögert sich die Produktion neuer Handys coronabedingt um einige Wochen, so rücken die Apple Watch und das iPad in den Vordergrund.

Die neue Series 6 kommt mit etlichen Funktionen rund um die Gesundheit. So ist die Uhr über optische Sensoren in der Lage, die Sauerstoffsättigung des Blutes zu messen, wie das die Rivalen von Garmin oder Samsung bereits länger können. Die Series 6 macht es allerdings schneller, in nur 15 Sekunden, sagt Apple. Gesättigtes, mit Sauerstoff beladenes Hämoglobin ist hellrot und absorbiert vor allem rotes Licht. Ungesättigtes Hämoglobin erscheint hingegen dunkelrot bis bläulich.

Sportuhren bieten die Funktionalität vor allem aus einem Grund an: Als Warnung vor der Höhenkrankheit im Hochgebirge. Mit der Höhe sinkt der Luftdruck, daher ist in der Atemluft weniger Sauerstoff enthalten. Der Körper muss mehr rote Blutkörperchen mit Sauerstoff beladenem Hämoglobin bilden, und das dauert. Selbst gut trainierte Bergsteiger können durch zu schnellen Aufstieg höhenkrank werden, wenn sie nicht regelmäßige Pausen einlegen, um sich zu akklimatisieren. Hier ist die Messung der Sauerstoffsättigung hilfreich.

Bei gesunden Menschen ist eine kontinuierliche Messung rund um die Uhr nicht erforderlich. Allerdings kann eine nächtliche Erfassung der Sauerstoffsättigung auf Phasen von Schlafapnoe hinweisen.

Das neue Betriebssystem Watch OS 7, das in dieser Woche auch für ältere Uhren bereitgestellt wird, bietet erstmals ein Schlafprogramm an, bei dem sich die Uhr abends dunkel und stumm schaltet. Man soll die Uhr auch nachts tragen, denn Watch OS 7 misst erstmals die Schlafdauer. Eine weitergehende Auswertung der Nachtruhe, wie sie andere Hersteller mit der Unterscheidung von Tiefschlaf, REM-Schlaf und Wachphasen anbieten, hat Apple nicht implementiert.

Watch OS 7 bietet zudem neue Zifferblätter und Komplikationen. Nutzer können Zifferblätter mit anderen teilen. Eine neue Corona-Funktion: Die Uhr erkennt die Bewegung des Händewaschens, und mit einem Timer soll man motiviert werden, hinreichend lange zu waschen. Mit Apple Carkey wandert sodann der digitale Autoschlüssel in die Uhr.

Noch helleres Display

Die neue Apple Series 6 ist optisch kaum von Series 4 und 5 zu unterscheiden, soll aber einen schnelleren Prozessor haben. Die Anzeige ist „always on“, also auf Wunsch permanent eingeschaltet, und reduziert die Darstellung im Ruhezustand minimal. Das Display sei jetzt noch heller, sagt Apple.

Wie gehabt ist sie in zwei Größen mit einer Höhe von 40 und 44 Millimeter erhältlich, bisherige Armbänder lassen sich weiterverwenden. Die Series 6 mit W-Lan oder mit W-Lan und zusätzlich Mobilfunk ist in verschiedenen Versionen mit einem Gehäuse aus Aluminium, Edelstahl, Titan oder Keramik und einer Vielzahl von Armbändern zu Preisen von 420 Euro an ab Freitag erhältlich. Erstmals gibt es eine Apple Watch in den Farben Rot und Blau, und es gibt neue Armbänder aus Silikon und Leder.

Mit der „Familienkonfiguration“ ist es möglich, eine Uhr auch für Senioren oder Kinder einzurichten, die kein eigenes iPhone haben. Auf diese Weise kann auch der Standort des Nachwuchses oder der Senioren überwacht werden.

Günstige Watch für Einsteiger

Eine ebenfalls neue Apple Watch SE kommt als günstiges Gerät für Einsteiger zu Preisen von 290 Euro an Freitag auf den Markt. Sie verwendet den S5-Chip und viele Details aus der Series 5. Auf was man gegenüber den teureren Modellen verzichtet, muss sich noch zeigen.

Innovativ ist „Fitness Plus“, ein Abo-Dienst mit persönlichen Trainern, der die Anweisungen auf einem Apple-Gerät wie iPhone, iPad oder Apple TV zeigt und auf die Fitnessdaten der Uhr zugreift. Man trainiert zu Hause, als ob man im Studio wäre. Fitness Plus bietet zahlreiche Kurse von Yoga über Radfahren und Krafttraining bis hin zum Rudern. Jede Woche gibt es neue Workouts. Mit Apple One bündelt das Unternehmen seine bisherigen Abo-Angebote wie die iCloud, Apple TV Plus, Apple Arcade und besagtes Fitness Plus. Die Preise beginnen bei 15 Euro im Monat.

Neu vorgestellt wurde sodann das iPad ohne Namenszusatz, man könnte es als iPad 8 bezeichnen, und es bringt den A12-Prozessor mit. Das neue Gerät ist also schneller bei gleicher Bauform. Es unterstützt den Apple Pencil der ersten Generation und hat natürlich das neue Betriebssystem iPad OS 14. Das Gerät kommt zu Preisen von 370 Euro an am Freitag in den Handel.

iPad Air mit A14-Prozessor

Ebenfalls neu ist das iPad Air der vierten Generation, das in der oberen Mittelklasse spielt, aber den A14-Prozessor mitbringt, der im 5-Nanometer-Prozess hergestellt wird. Wie immer verspricht der Hersteller mehr Leistung, weniger Stromverbrauch und schnellere Grafik. Erstmals erhält also ein iPad vor dem iPhone den schnellsten Prozessor des Hauses, es ist eine Hochleistungsmaschine, die fast alle Rechner in den Schatten stellen dürfte.

Das Air ähnelt optisch den teuren iPad-Pro-Modellen, kommt in neuen Metallfarben und verzichtet auf einen Homebutton. Seitlich im Gehäuse befindet sich ein Magnet mit Ladespule, um den Apple Pencil der zweiten Generation mit Strom zu versorgen. Das Gerät ist so konstruiert, dass sich die beiden Apple-Tastaturen des 11-Zoll-Pro verwenden lassen.

Auf der Rückseite des 10,9-Zoll-Geräts bleibt es bei einer 12-Megapixel-Einzelkamera ohne Blitz. Da eine biometrische Gesichtserkennung nicht vorgesehen ist und der Homebutton fehlt, entschied sich Apple erstmals, den Fingerabdruckscanner in den Ein- und Ausschalter zu integrieren. Auch bei diesem iPad verabschiedet sich Apple vom Lightning-Port und setzt auf USB Typ C. Das neue iPad Air kommt mit W-Lan oder mit W-Lan und zusätzlich Mobilfunk in drei Speicherausbaustufen im Oktober auf den Markt: Die Preise beginnen bei 630 Euro.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Spehr, Michael (misp.)
Michael Spehr
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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