ThinkPad X1 Nano im Test

Eine kleine Größe

Von Michael Spehr
13.05.2021
, 13:37
Das ThinkPad X1 Nano wiegt nur 960 Gramm.
Lenovos X1 Nano wirkt wie ein kleiner Bruder des ThinkPad X1 Carbon. Es macht einen feinen Eindruck hinsichtlich Verarbeitungsqualität, Robustheit und Arbeitsgeschwindigkeit.

Eine Lehre aus dem Homeoffice: Platz ist alles. Wer unter beengten Verhältnissen arbeiten muss, ist für jeden Zentimeter dankbar. Da könnte das besonders kleine ThinkPad X1 Nano von Lenovo passend sein. Es wendet sich an Käufer mit hohen Ansprüchen und gut gefülltem Portemonnaie und zugleich an jene, die ein besonders kompaktes und leichtes Notebook suchen.

Ist von besonders leichten tragbaren Rechnern die Rede, denkt man sofort an das MacBook Air von Apple. Der Name sagt bereits alles. Ein schon lange nicht mehr erhältliches 11-Zoll-MacBook Air wog vor Jahr und Tag tatsächlich nur rund ein Kilogramm. Heute ist das Air 1,3 Kilogramm schwer. Wenn Lenovo nun sein ThinkPad X1 Nano mit einem Gewicht von nur 960 Gramm in den Handel bringt, dann ist das eine Ansage, zumal hier ein schönes großes Display mit 13 Zoll und 16:10-Format verbaut wird.

Nach dem Auspacken stellt sich keine Überraschung ein: Das X1 Nano wirkt wie ein kleiner Bruder des ThinkPad X1 Carbon. Die glatte schwarze Oberfläche mit einer gewissen Anfälligkeit für Fingerabdrücke wurde übernommen, die untere Basiseinheit besteht aus einer stabilen Magnesiumlegierung. Auch der Bildschirmdeckel aus Kohlefaser ist für seine Stabilität und Verwindungssteifigkeit zu loben.

Die Anzeige wird mit zwei Scharnieren sicher gehalten, der Öffnungswinkel beträgt maximal 180 Grad, das Öffnen des Deckels mit einer Hand gelingt nicht immer. Vergleicht man das X1 Carbon im Detail mit dem X1 Nano, ist die kleinere Stellfläche der wichtigste ins Auge fallende Unterschied. Auch die kleineren und schmaleren Tasten sind sofort bemerkbar, und leider ist auch der Tastenhub kleiner. Wer sehr schnell mit zehn Fingern schreibt, wird die Tastatur des größeren X1 Carbon eindeutig vorziehen. Der Trackpoint-Knubbel in der Mitte der Tastatur bleibt, er dient der Maussteuerung, auch das unter der Tastatur liegende Touchpad ist etwas kleiner, lässt sich aber problemlos bedienen.

Unser Testgerät kam mit neuestem Core-i7-Prozessor (Tiger Lake) und vier Kernen, der bis zu 3,6 Gigahertz getaktet ist, fakultativ ist auch ein Core i5 erhältlich. Der Hauptspeicher fasst stets 16 Gigabyte. Beim Massenspeicher hat man die Wahl zwischen drei Größen: 256 und 512 Gigabyte sowie ein Terabyte. Das Display löst leider nur mit 2160 × 1350 Pixeln auf, in unserem Testgerät war die Anzeige nicht berührungsempfindlich, es gibt aber eine entsprechende Modellvariante. Der Bildschirm unterstützt HDR, die Helligkeit ist mit 430 Candela je Quadratmeter noch gut.

Das Notebook hat einen Lüfter und einen breiten Luftauslass auf der rechten Seite, man hört Ersteren allerdings so gut wie nie. Auch erwärmt sich das Gerät im Normalbetrieb kaum. Der Akku mit seinen 48,2 Wattstunden soll nach Herstellerangaben länger als 17 Stunden durchhalten. Im praktischen Betrieb sind es indes eher 9 bis 11 Stunden. Wer ein Notebook mit extrem langer Akkulaufzeit sucht, wird bei den neuen MacBooks mit M1-Prozessor fündig.

Mit diesen hat das kleine Lenovo eins gemeinsam: die Knausrigkeit der Schnittstellen. Neben der 3,5-Millimeter-Kopfhörerbuchse gibt es auf der linken Seite nur zwei USB-Typ-C-Buchsen mit Thunderbolt 4 zum Laden des Akkus und zum Anschluss sämtlicher Peripherie. Über Displayport 1.4a können bis zu drei Monitore angeschlossen werden. Wie bei den MacBooks benötigt man Adapter, eine USB-Buchse ist ja in der Regel durch das Netzteil belegt. Ungewöhnlich für ein Business-Notebook von Lenovo: Ein Steckplatz für das Kensington-Schloss fehlt. Einige Modellvarianten des X1 Nano enthalten rückseitig einen Schlitten für die Aufnahme einer Mobilfunkkarte, das Modem unterstützt sogar 5G.

Insgesamt macht das neue X1 Nano zu Preisen von rund 2000 Euro an einen feinen Eindruck hinsichtlich Verarbeitungsqualität, Robustheit und Arbeitsgeschwindigkeit. Wer viel Peripherie hat, wird sich manches Mal ärgern, auch ist die Akkulaufzeit zwar gut, aber weit von der Herstellerangabe entfernt.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Spehr, Michael (misp.)
Michael Spehr
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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