Samsung Note 10+ im Test

Neuer Notefall bei Samsung

Von Marco Dettweiler
30.08.2019
, 15:00
Samsung Galaxy Note10+
Fast ein Tablet in der Hosentasche: Mit dem großen Note 10+ von Samsung lässt sich – auch wegen des Stiftes – richtig gut arbeiten. Doch das hat seinen Preis.
ANZEIGE

Achtung Wiederholungsgefahr! Alle Jahre wieder landet das neue Note von Samsung als Testgerät in unseren Händen. Wie immer ist die Besonderheit der bei Nichtgebrauch im Gehäuse verschwindende Stift. Und jedes Mal stellt sich die Frage: Braucht man den Stift? Zum vierten Mal hintereinander lautet die Antwort: Wir wissen es nicht.

ANZEIGE

Was wir indes wissen: Das Note 10 + ist Oberklasse und gehört zu den besten Smartphones auf dem Markt. Wie immer macht es Spaß, täglich auf den riesigen, 6,8 Zoll großen Bildschirm zu schauen. Wie immer überzeugen die knackigen Farben, der hohe Kontrast und die Schärfe der Darstellung. Die Größe des Bildschirms macht süchtig. Der Entzug mit einem kleineren Smartphone wird nur erträglich, wenn man nicht mag, dass der Bolide nicht mehr komplett in der Hosentasche verschwindet.

Es ist nach wie vor faszinierend, dass ein Gerät mit solchen Maßen (162,3 x 77,1 x 7,9 Millimeter) noch so gut in der Hand liegt. Natürlich erreicht man die rechte Hälfte des Bildschirms nicht mehr mit dem linken Daumen. Um die obere Hälfte zu erreichen, muss man beide Hände verwenden. Obwohl der Rücken wegen der Farbe Aura Glow wie ein Spiegel mit leichtem Farbverlauf glänzt und Fingerabdrücke bestens für sich behält, hat die Oberfläche eine leicht raue Beschichtung, sodass das Note nicht aus den Fingern rutscht.

Doch nun zum Stift: Er verließ in den Testtagen eher selten den Schacht. Längere Nachrichten oder Mails lassen sich nach wie vor komfortabel schreiben, wenn man Swipe benutzt, weil die Spitze schneller über die Buchstaben gleitet als ein Finger. Als Fernbedienung für ein Selfie, bei dem man einige Meter entfernt vom Smartphone steht, diente er nie - vielleicht auch deswegen, weil diese Funktion beim Note 9 neu war und allmählich ihren Reiz verloren hat. Das kontaktlose Bedienen von Apps mit der Stift-Gestensteuerung erschloss sich uns schon beim ersten Ausprobieren nicht.

ANZEIGE

Doch eine Funktion lockt jeden Tag. Wenn man eine Notiz in Samsung Notes schreibt, lässt sich viel schneller und komfortabler als bisher die Handschrift transkribieren und kopieren, sodass das Geschriebene in beliebigen Apps zur Verfügung steht. Ein Klick auf das entsprechende Icon genügt. Es ist schon erstaunlich, wie gut die Handschrifterkennung funktioniert, man muss nicht einmal besonders schön schreiben.

Triple-Kamera wie beim S10+

Samsung hat das Note 10 + hardwareseitig bestens ausgestattet. Der üppige Akku hält bei normaler Nutzung zwei Tage, Prozessor und Arbeitsspeicher garantieren zu jeder Zeit genügend Ressourcen. Auch wenn Samsung seine Note-Serie seit jeher Kunden näher bringen will, die ihr Smartphone vor allen Dingen geschäftlich nutzen, legen die Koreaner auch beim Note 10 + viel Wert auf die Kamera. Es ist die Gleiche wie im S 10 +. Wie andere Hersteller verwendet Samsung eine Triple-Kamera, bestehend aus einem Superweitwinkel, Weitwinkel und Zweifachzoom. Seit Huawei im März das P30 Pro auf den Markt gebracht hat, gilt dieses Smartphone als Referenz hinsichtlich der Kameraqualität.

ANZEIGE

Also haben wir Samsung gegen Huawei antreten lassen. Um es kurz zu machen: Beide Kameras liegen bezüglich der Bildqualität gleichauf. Aber bei Lowlight-Aufnahmen fängt der Sensor des P30 Pro mehr Licht ein, und der optische Fünffach-Zoom holt bei Bedarf Objekte heran, die das Note 10 + nur mit digitaler Hilfe heranzoomen kann.

Es gilt wie in jedem Jahr: Wer keinen Stift braucht, benötigt auch kein Note. Dann ist das S 10 + die bessere Wahl, weil es mittlerweile im Preis gefallen ist. Wer Note-Freund ist, hat mit dem Note 9 ein sehr gutes Smartphone, das noch immer in den Punkten Bildschirm, Leistung, Stiftbedienung nahe am neuen Note 10 + ist. Doch wer als Stift-Freund sehr viel Wert auf die Kamera legt und mindestens 1100 Euro ausgeben will, hat an dem Note 10 + seine Freude.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Dettweiler, Marco
Marco Dettweiler
Redakteur in der Wirtschaft.
FacebookTwitter
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
ANZEIGE